23. November 2008, 22:28 Uhr

Verkehrschaos blieb aus

Gießen (srs). Mit Schnee und kalter Polarluft hat am Wochenende auch im Mittelhessischen der Winter Einzug gehalten. Etliche Städte und Gemeinden des Kreises waren am Samstagmorgen von einer weißen Decke überzogen. In Gebieten wie dem Lumdatal, den Höhenlagen von Biebertal und hinter Niederkleen zum Taunus hin lagen zwischen fünf und zehn Zentimeter Neuschnee. Das befürchtete Verkehrschaos blieb jedoch aus.
23. November 2008, 22:28 Uhr
Ein wegen der Schneeglätte streikender »Brummi« am sogenannten »Daubringer Pass«.

Gießen (srs). Mit Schnee und kalter Polarluft hat am Wochenende auch im Mittelhessischen der Winter Einzug gehalten. Etliche Städte und Gemeinden des Kreises waren am Samstagmorgen von einer weißen Decke überzogen. In Gebieten wie dem Lumdatal, den Höhenlagen von Biebertal und hinter Niederkleen zum Taunus hin lagen zwischen fünf und zehn Zentimeter Neuschnee. Das befürchtete Verkehrschaos blieb jedoch aus. Die Polizei berichtete lediglich von kleineren Karambolagen. »Die Warnmeldungen sind im Kreis offenbar ernst genommen worden«, mutmaßte Polizeiführer vom Dienst Thomas Müller im Gespräch mit der »Allgemeinen Zeitung«. Die Verkehrsteilnehmer seien »vernünftig gefahren oder haben am Samstag zunächst ganz auf das Auto verzichtet.« Es sei wohl »günstig gewesen, dass der Wintereinbruch auf ein Wochenende fiel«.

Kleinere Unfälle ereigneten sich in der Nacht zum Samstag insbesondere auf den Fernstraßen A 5 und A 45. Um 1.35 Uhr nahm ein 50-jähriger Lkw-Fahrer bei Reinhardshain in südlicher Richtung fahrend ein Auto vor ihm offenbar zu spät wahr, so dass er nach links auswich, dabei ins Schleudern geriet und gegen die Mittelleitwand aus Beton knallte. Der Tank des Lasters riss auf, 300 Liter Diesel flossen aus. Verletzt wurde niemand. Die Polizei schätzt den Sachschaden auf 15 000 Euro. Wegen der Bergungs- und Reinigungsarbeiten war die A5 für zwei Stunden gesperrt.

Die Polizei verzeichnete auf A 5 und A 45 in der Nacht zum Samstag insgesamt fünf witterungsbedingte Unfälle mit einer Schadenssumme von etwa 36 000 Euro. So kam unter anderem zwischen Fernwald und Reiskirchen um 2 Uhr ein 64-jähriger Mann ins Schleudern, rammte die Betonleitwand.

Am Reiskirchener Dreieck fuhr ein 18-Jähriger aus Nordhessen auf schneebedeckter Fahrbahn einem vor ihm fahrenden Wagen leicht hinten auf. Bei den Unfällen wurde niemand verletzt.

Vor allem Lkw hatten am Samstag auf den Landstraßen Schwierigkeiten, gerade wenn's bergauf ging. Zwischen Daubringen und Alten-Buseck beispielsweise brachte der Schnee um 8 Uhr die Fahrt zweier Lastwagen eines Paketdienstes zwischenzeitlich zum Stillstand. »Seit einer Stunde habe ich eigentlich Feierabend«, fluchte Christof, einer der Fahrer. Eimerweise streute er Salz aus einem Container an der Straße vor die Reifen seines »Brummis«. Dann bestieg er das Cockpit, drückte aufs Gaspedal - bis die Räder wieder durchdrehten. Meter für Meter wiederholte er die Prozedur, bis die im Busecker Volksmund »Daubringer Pass« genannte Anhöhe schließlich überwunden war.

Auf der Landstraße zwischen Freienseen und dem Laubacher Wald kam kurz vor Mitternacht ein 30-jähriger Mann aus Wetterfeld ins Schleudern, kam von der Fahrbahn und rammte einen Leitpfosten. Für den Fahrer blieb's beim Schrecken - am betagten BMW im Wert von 300 Euro bilanzierte die Polizei allerdings »Totalschaden«.

Um 4.35 Uhr stießen auf der B 49 am Göbelnroder Wald ein Lkw und ein Taxi zusammen; die Straße war für kurze Zeit gesperrt. Um 9 Uhr kam ein 45-jähriger in Lumda mit seinem Fahrzeug in einer Rechtskurve des Neuen Weges von der Fahrbahn ab und beschädigte dabei ein Gitter zur Absperrung des Radweges.

Damit endet die Bilanz der witterungsbedingten Unfälle vom Samstag. Dass ein Verkehrschaos ausblieb, ist wohl auch dem Einsatz der Straßenmeisterei Alten-Buseck zu verdanken. Mit sechs Großfahrzeugen waren die Mitarbeiter am Samstag von 3 Uhr an unterwegs und bestreuten die Straßen des Kreises tonnenweise mit Salz. In der folgenden Nacht waren sie in den höheren Lagen unterwegs.

Auch die Autobahnmeisterei in Reiskirchen war unermüdlich im Einsatz. Schichtleiter Volker Magold befürchtete aufgrund des pappig-nassen Schnees, dass Bäume und Äste auf die Fahrbahn fallen könnten. Dies sei jedoch nicht geschehen. »Der Sturm war harmlos«, bilanzierte auch Polizeiführer Thomas Müller.

Die Feuerwehren verzeichneten nach Angaben von Landkreis-Brandinspektor Gert Battenfeld keinen witterungsbedingten Einsatz am Wochenende. Doch, einen: In der Nähe des Odenhäuser Kreuzes war ein gestürzter Baum aus dem Weg zu räumen.



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