04. Juli 2019, 22:11 Uhr

Vier Jahre, 31 Länder und 130 Songs

04. Juli 2019, 22:11 Uhr
Hannes Koch und Leah Shoshana im Kino »Traumstern«. (Foto: con)

»Einfach mal etwas total Abgefahrenes machen«: Was Hannes Koch und Ben Schaschek aus Berlin erlebt haben, lässt sich nicht so einfach mit irgendwelchen anderen Aktionen vergleichen. Gemeinsam reisten sie vier Jahre mit einem Boot um die Welt. Überall, wo sie waren, trafen sie sich mit Musikern und nahmen Songs auf. Immer mit dabei hatten sie ihre Kamera. Am Ende kamen mehr als 1500 Stunden Filmmaterial zusammen.

Entstanden ist nun ein zweistündiger Film, der die beiden Protagonisten rund um die Welt begleitet, ob an die Hänge des Himalaya oder aber in die tropischen Wälder Südamerikas. 4 Jahre, 31 Länder, 75 000 Kilometer, 200 Musiker und 130 Songs - das ist ihr Trip in Zahlen. Eine Reise auf der sie neue Freunde fanden und an deren Ende sie nicht mehr die Menschen waren, die die Reise antraten. »Blown Away« ist ein authentischer und inspirierender Film über ein Abenteuer zweier Freunde.

Hannes Koch, einer der beiden Protagonisten, war am Mittwoch zur Aufführung im Kino »Traumstern« zu Gast. Er stand für Fragen der Kinobesucher bereit und hatte in Leah Shoshana eine Musikerin aus Chicago mit nach Lich gebracht. Er hatte sie während der Reise kennengelernt. Beide gaben einen Einblick in die Musik, die auch auf dem Soundtrack zum Film zu finden ist. »Es ist toll, wie einem Menschen durch die Musik auf Augenhöhe begegnen«, antwortete Koch, als er nach seinem Highlight auf der Reise gefragt wurde. »Es sind die Begegnungen mit den Menschen vor Ort, die mich sagen lassen: Genau dafür habe ich das alles auf mich genommen«.

Immerhin haben sie ihr Abenteuer mit einem sehr schmalen Budget bestritten. Zu Beginn lebten sie von gerade einmal 500 Euro pro Monat - zu zweit. Im Film rechnet Schaschek vor: »Wir haben von 12 Euro pro Tag und Person gelebt - und da sind die Anschaffungskosten für das Boot schon mit drin«. Dazu hatten beide zu Fahrtbeginn keine große Segelerfahrung, nahezu alles eigneten sie sich innerhalb der vier Jahre selbst an.

Doch es ist vor allem die Musik, die eine zentrale Rolle des Films einnimmt. Sie öffnete ihnen die Türen zu den Herzen der Menschen. Vorurteile und Verständigungsschwierigkeiten sind verflogen, wenn gemeinsam Musik gemacht wird. Egal ob in Kaschmir, Madagaskar, Rio de Janeiro oder Chicago. Aber der Film ist weder Reisetagebuch, noch Musikfilm, er ist vielmehr etwas dazwischen: Ein Film über die Lust am Abenteuer, über zwischenmenschlichen Begegnungen, über verschiedenste Kulturen, über die Schönheit der Welt und über die nahezu magische Wirkung der Musik.

»Blown Away« läuft auch noch am 16. und 17. Juli im Kino »Traumstern«, jeweils ab 21 Uhr. Wem eher nach etwas Lesestoff zumute ist: Bereits 2015 brachten Koch und Schaschek ein Buch über ihre Reise heraus: »Sailing Conductors« lautet der Titel.

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