Kreis Gießen

»Vitales Interesse«

Mit dem Beschluss der Gemeindevertretung Rabenau, das Projekt »Dabei sein« im Lumdatal nicht mehr fortführen zu wollen, stünden die drei verbliebenen Kommunen vor der Aufgabe, einen Weg finden zu müssen, damit die Bürger auch ab 2020 noch am Bundesprogramm »Demokratie leben« teilnehmen und von ihm profitieren könnten, schreibt die SPD Allendorf in einer Pressemitteilung.
05. Juli 2019, 22:23 Uhr
Redaktion

Mit dem Beschluss der Gemeindevertretung Rabenau, das Projekt »Dabei sein« im Lumdatal nicht mehr fortführen zu wollen, stünden die drei verbliebenen Kommunen vor der Aufgabe, einen Weg finden zu müssen, damit die Bürger auch ab 2020 noch am Bundesprogramm »Demokratie leben« teilnehmen und von ihm profitieren könnten, schreibt die SPD Allendorf in einer Pressemitteilung.

Die SPD Allendorf unterstütze jede Maßnahme, die geeignet ist, die erfolgreiche Arbeit von »Dabei sein« in den kommenden Jahren im Lumdatal fortzuführen. Ziel des Projekts sei es, eine breite bürgerliche Basis für eine Festigung und Akzeptanz demokratischer Handlungsstrukturen und Umgangsformen zu schaffen. Dass solche Projekte notwendig seien angesichts dessen, was sich nicht nur in der Bundesrepublik an Verrohung der Sprache und der Debattenkultur, an Hetze, Intoleranz, Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und aufkeimendem Nationalismus abspiele, werde niemand bestreiten können.

Mehr Förderung als Kosten

Wenn Jugendliche und junge Erwachsene sich im Jugendforum, als einem wichtigen Teilprojekt von »Dabei sein« etwa zum Beispiel für die Gemeinden ein Jugendparlament mit einer entsprechenden Satzung etablieren wollen, zeigten sie, dass ihnen am aktiven Gestalten des Gemeindelebens gelegen sei. Sie lernten, ihre Interessen zu vertreten und bei der Durchsetzung derselben die Grundregeln demokratischen Miteinanders und Handelns zu akzeptieren.

In der Kommunalpolitik beklage man die fehlende Mitarbeit von jungen Frauen und Männern. Man stelle fest, dass in Gemeindeparlamenten die Generation der Großväter und Großmütter mit jahrzehntelanger Erfahrung überwiege. Das birge zumindest die Gefahr der Stagnation, weil junge, frische, vielleicht auch manchmal ungewöhnliche Ideen fehlen.

Weil der SPD-Ortsverein wolle, dass junge Menschen in der Zukunft Verantwortung in unseren Gemeinden übernehmen, sehe er es als seine Pflicht an, Projekte wie »Dabei sein« zu unterstützen. »Wir können es uns nicht leisten, dass sich junge Menschen mit der Bemerkung ›Hier läuft ja doch nichts, auch wenn wir uns bemühen‹ enttäuscht abwenden und doch lieber in die Stadt ziehen, wo sie mehr Chancen haben, gehört zu werden.«

Abschließend heißt es: »Wir sollten aber auch als finanzschwache Gemeinden an der Fortführung des Projekts ein vitales Interesse haben. ›Dabei sein‹ bietet schließlich neben der Jugendarbeit ein breites Spektrum von Möglichkeiten für Initiativen, die dem Gemeinwohl dienen. Für solche Projekte fließen Fördergelder, die die jährlichen Kosten der Gemeinde für eine Beteiligung an ›Dabei sein‹ übersteigen.«

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/kreisgiessen/Kreis-Giessen-Vitales-Interesse;art457,609476

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