13. November 2019, 21:31 Uhr

Von Cornibus und Heavy Metal

13. November 2019, 21:31 Uhr

Luzifer junior ist der Sohn vom Teufel, wohnt in der Hölle und ist unsterblich. Das weiß er, weil einmal sein Kopf explodiert ist und er trotzdem weiter gelebt hat. Zu seinen Freunden gehören Zerberus, der Höllenhund, und der Hausdämon Cornibus, der seine Gestalt verändern kann. Nur hat das Leben in der Hölle einen Nachteil: Heavy Metal ist dort verboten, die Bewohner dürfen nur Volksmusik hören.

Luzifer ist die Hauptfigur in Jochen Tills Roman »Lucifer junior - Zu gut für die Hölle«, aus dem der Autor zusammen mit Linus König in der IGS Busecker Tal vorgelesen hat. Gespannt lauschen die Schüler des sechsten Jahrgangs den Vorlesern, manchmal unterbrochen von Gelächter. Denn die Vorleser tragen die dialogreichen Auszüge unterhaltsam und humorvoll vor und machen dabei die einzelnen Charaktere nach. »Das war cool mit den Stimmen«, meinte Tim Leon Müller (11) nach der Lesung. Er fand die Lesung lustig und spannend. Diese hat ihn freudig überrascht, er hatte vorher schon zwei Bücher des Autors gelesen und wird das Buch auch beim Vorlesewettbewerb an der IGS vorstellen.

Die Lesung ist Teil des Projekts »Rund ums Buch«, das jedes Jahr mit den sechsten Klassen durchgeführt wird, erklärte Koordinatorin Katja Schäfer. Zu dem Projekt gehören auch Buchbinden, der Vorlesewettbewerb und eben einen Schriftsteller kennenlernen. Dabei sollen vor allem auch Jungs zum Lesen gebracht werden, sagte die ehrenamtliche Mitarbeiterin der Schulbibliothek, Annette Kampmann. Außerdem meinte sie: »Die Schüler denken oft, man wird als Schriftsteller reich und berühmt.«

Das erklärt auch die vielen Nachfragen der Schüler über das Gehalt eines Schriftstellers in der späteren Fragerunde. Der Autor erläuterte, dass er an den Büchern nur wenig verdient, aber auch Lesungen veranstaltet. »Beides zusammen reicht für mich zum Leben«, sagte er. Ansonsten berichtet Till von der Zusammenarbeit zwischen Autoren und Verlagen und über den Schreibprozess. »Ich schreibe jeden Tag. Das ist mein Beruf«, sagte er. Dabei braucht er zwei bis drei Monate, um ein 200 Seiten langes Buch zu schreiben. Es war ein Zufall, dass er mit 29 Jahren anfing zu schreiben, berichtet Till: Der größte Wunsch seiner Freundin war, dass jemand für sie ein Buch schreibt und er wollte ihr diesen Lebenswunsch erfüllen. »Ich wollte eigentlich Rockstar werden. Hat aber nicht geklappt«, gesteht Till.

Der Schriftsteller will zeigen, dass Lesen Spaß macht. »Ich schreibe Bücher, die ich selber gerne lesen würde«, sagte er. »Ich hab’s nie geschafft, erwachsen zu werden, deshalb fällt mir das nicht schwer«, meinte er über seine Identifikation mit Jugendlichen. Er schreibt aber nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene. (Foto: Archiv)

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