31. Mai 2019, 22:21 Uhr

Von einstigen Nachbarn

31. Mai 2019, 22:21 Uhr
Raul (l.) und Ronny Reinberg (2. v. r.). treffen Johanna Strack, eine ehemalige Nachbarin ihrer Eltern bzw. Großeltern. Mit dabei Werner Heibertshausen. (Foto: vh)

Maurermeister Manfred Faulstich hatte mit viel Schwung die Kurve rechtzeitig gekriegt und - wie berichtet - den Pflasterkreis innerhalb der Gedenkstelen auf dem Rosenplatz an der Treiser Straße fertig gestellt. Nun konnte der bereits angekündigte Besuch aus Israel ruhig kommen. Auf den Spuren ihrer Vorfahren weilten Vater und Sohn Raul und Ronny Reinberg in Deutschland - und am Sonntag in Allendorf zum Besuch von Stätten ihrer Vorfahren.

Beide kamen aus dem Staunen gar nicht mehr heraus, denn nicht nur, dass der Pflasterkreis die Würde dieser Gedenkstätte unweit des früheren Wohnhauses der Familie Reinberg (Kirchstraße 20) wesentlich erhöht, gab es noch eine Überraschung in Buchform für die Gäste - und zwar beim offiziellen Empfang mit Bürgermeister Thomas Benz in Reunings Halle der Kunst.

Ökumenischer Gottesdienst

Vorigen Oktober hatten der Verein Arbeitsgemeinschaft Heimatgeschichte Allendorf und die evangelische Kirchengemeinde Allendorf das Familienbuch der Allendorfer herausgegeben. Mit-Autorin Christine Hühn von der Vereinigung für Hessische Familiengeschichte trieb dabei die Idee um, eine separate Familiengeschichte der Allendorfer Juden zu erstellen.

Dieses zusätzliche Familienstammbuch ist ebenfalls zeitig fertig geworden. Werner Heibertshausen hat die Bilder beigesteuert, Gerd Höricht die historischen Aufnahmen fachlich nachbearbeitet.

Von Reunings Halle zur Gedenkstätte am Rosenplatz waren es dann nur wenige Meter. Der jüdische Friedhof liegt an der Nordecker Straße am Ortsausgang linker Hand. Raul Reinberg stimmte hier das Kaddischgebet an - alle waren ergriffen. Ein ökumenischer Gottesdienst in der evangelischen Kirche mit Pfarrer Stefan Schröder und Diakon Markus Müller stand auf dem Programm. An der Gestaltung beteiligten sich der Allendorfer Posaunenchor und die Flötengruppe von Frau Erbach.

Beim Mittagessen im evangelischen Gemeindehaus erzählte Johanna Strack (88 Jahre) aus ihren Erinnerungen. Gleichwohl sie in den 30er Jahren ein kleines Kind gewesen war, sind ihr Erlebnisse mit der Familie Reinberg noch lebendig. So erinnerte sie sich etwa »Von der Oma kriegten wir Kinder immer Mazen«. Reinbergs kurze Zeit leerstehendes Wohnhaus diente den Kindern als Abenteuerspielplatz. Im Gebäude mit der Hausnummer 20 (gegenüber vom Backhaus) kam Raul Reinberg (84 Jahre) gerade noch rechtzeitig zur Welt, dass man sagen kann, er sei ein Allendorfer, bevor die Familie nach Argentinien emigrierte. Stracks waren Nachbarn im Haus mit der Nummer 21. Reinbergs hätten wohl einen Mehl- und Hefehandel gehabt, vermutet Strack.

Sie hätten ihr Haus an die Sparkasse verkauft, von der es Stracks Eltern 1937 wiederum erwarben. Ein Jahr später riss man das Gebäude ab und vergrößerte die eigene Scheune. Buchinteressenten wenden sich per E-Mail an heibertshausen@gmx.de .

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