08. Mai 2019, 22:18 Uhr

Vorwurf Körperverletzung fallen gelassen

08. Mai 2019, 22:18 Uhr

Das Verfahren gegen den Facharzt und seinen Praxismanager, die wegen besonderer Diagnose- und Behandlungsmethoden seit Anfang April vor Gericht standen, ist eingestellt. Nach drei Prozesstagen mit langwierigen Zeugenbefragungen und zum Schluss eher magerem Erkenntnisgewinn haben Staatsanwaltschaft und Gericht der Anregung der Verteidiger auf Einstellung des Verfahren zugestimmt.

Angeklagt waren ein 38-jähriger Informatiker und ein renommierter Mediziner aus einer Kreisgemeinde. Der Informatiker war von 2015 bis 2017 in der Praxis des Facharztes angestellt. Der Tatvorwurf: heilkundlich gearbeitet und Patienten Blut abgenommen zu haben, ohne dazu berechtigt zu sein. Zu klären war dabei auch die Frage möglicher körperlicher Schädigung von Patienten - also der Körperverletzung. Der Arzt als Arbeitgeber war der Beihilfe angeklagt. Das Spektrum der therapierten Erkrankungen, um die es hier in zehn ausgewählten Fällen ging, reicht von Multipler Sklerose über Borreliose und Gesichtslähmung bis hin zu Krebs.

Skalarwellen und Dunkelfelddiagnose

Zur Sprache kam vor Gericht unter anderem der Verkauf von Nahrungsergänzungsmitteln sowie Dunkelfeld-Mikroskopie und Skalarwellen-Messungen, die eher in den Bereich der alternativen diagnostischen Verfahren einzuordnen sind.

War der Angestellte Praxismanager, Medizintechniker oder wurde der Eindruck erweckt, er sei Heilpraktiker oder habe einen medizinischen Hintergrund? Auch das wurde umfassend erörtert. Nach Hinweisen an die Polizei im Winter 2017 wurden Privathaus und Praxisräume durchsucht und die Ermittlungen aufgenommen. Zu diesem Zeitpunkt trennte sich der Arzt auch von seinem Mitarbeiter.

Der Vorwurf der Körperverletzung, der bei der Gerichtsverhandlung im Raum stand, wurde nach Befragen zahlreicher Zeugen sowie von Mitarbeiterinnen der Praxis letztlich fallen gelassen. Das Verfahren gegen den Arzt wurde ohne Auflagen eingestellt. Der Informatiker, der vor einiger Zeit schon einmal wegen seiner Diagnosetechniken in Limburg vor Gericht stand, bekam die Auflage, einen vierstelligen Betrag an eine gemeinnützige Einrichtung zu zahlen.

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