25. Oktober 2018, 22:29 Uhr

Landtagswahl

Wahlkampf-Heimspiel für Thorsten Schäfer-Gümbel

»Ich will die Wahl gewinnen!« Thorsten Schäfer-Gümbel nimmt am Sonntag einen dritten Anlauf, um Ministerpräsent zu werden. Beim Wahlkampf-Heimspiel in Heuchelheim hat er prominente Unterstützung: Andrea Nahles.
25. Oktober 2018, 22:29 Uhr
SPD-Bundesvorsitzende Andrea Nahles setzt auf ein starkes hessisches Signal. (Foto: dpa)

Frank-Tilo Becher hat es schwer. Alle Scheinwerfer richten sich auf seine Bundesvorsitzende Andrea Nahles und den hessischen Spitzenkandidaten Thorsten Schäfer-Gümbel. Da kann sich der Direktkandidat im Wahlkreis Gießen noch so viel Mühe geben; kann fast beschwörend um Vertrauen in die gewählten Volksvertreter werben und gekonnt den Dialog der Bürger mit der großen Politik moderieren. Becher bleibt an diesem Abend im Schatten. Denn knapp vier Tage vor der Landtagswahl, deren Ausgang als richtungsweisend für Hessen angesehen wird, wollen alle von Thorsten Schäfer-Gümbel und Andrea Nahles wissen, welche Optionen sie sich vorstellen.

Ein solches Medienaufgebot hat die alterwürdige Turnhalle von Heuchelheim lange nicht gesehen. Ein halbes Dutzend Kamerateams umlagert die beiden.

Was sagt die nicht unumstrittene Bundesvorsitzende den Genossen in der mittelhessischen Provinz? Wie kann sie den Spitzenkandidaten ihrer Partei drei Tage vor der Landtagswahl stärken?

 

Rot-grün-rot? Grün-rot-rot? Groko? Kein Kommentar!

Nahles wie auch »TSG« werben für die SPD als einzige Alternative für alle Menschen, die auf Veränderung setzen. Doch beide enthalten sich jeglicher weiterer Spekulationen oder gar Festlegungen hinsichtlich möglicher Bündnisse. Rot-grün-rot? Grün-rot-rot? Groko? Kein Kommentar!

Er warte mit großer Demut ab, was der Wähler entscheidet, sagt Schäfer-Gümbel mehrfach. Schießlich kennt er sich mit dem Verhandeln verschiedener Optionen aus, hat vor fünf Jahren seine Erfahrungen in Gesprächen über Ampel und Alternativen. Und zitiert ebenfalls wiederholt den Grünen Tarek Al-Wazir mit dessen Begriff der »Ausschließeritis«. Also wer denn mit wem auf gar keinen Fall nach der Wahl... Nur mit der AfD, mit der will niemand spielen. Und sie wird am Mittwochabend in Heuchelheim noch nicht einmal erwähnt.

TSGs Prognose: »Es wird super-eng!« Ein Kopf-an-Kopf-Rennen sagt er voraus. Denn angesichts von 45 Prozent noch unentschlossener Wähler sei noch nicht entschieden, wer denn stärkste Kraft im Lande wird. Was danach kommt, das will der Sozialdemokrat vor allem von Inhalten abhängig machen.

Permanent im Fokus der Journalisten: Ein solches Medienaufgebot wie beim Wahlkampfauftritt von Andrea Nahles und Thorsten Schäfer-Gümbel hat es in der alterwürdigen Turnhalle in Heuchelheim wohl noch nicht gegeben.	(Fotos: so/dpa)
Permanent im Fokus der Journalisten: Ein solches Medienaufgebot wie beim Wahlkampfauftritt...

In der knapp halbstündigen Rede unterbreitet der Spitzenkandidat nochmals seine Inhalte: Bezahlbarer Wohnraum, Stärken des ländlichen Raumes, eine Industriepolitik, die Arbeit und Umwelt versöhnt – und immer wieder Bildung. Schäfer-Gümbel wird zeitweise nach bald jedem zweiten Satz von Beifall unterbrochen. Der Bouffier-Herausforderer wird von den gut 200 Parteigängern im Saal nahezu frenetisch gefeiert. Rhythmisches Klatschen, schon bevor der Spitzenkandidat überhaupt einen Satz gesagt hat.

Und Andrea Nahles? Spricht erst einmal viel über Bundespolitik (»Habe es mir nicht leicht gemacht, in die Groko zu gehen«) und erläutert, wie die Renten sicherer werden könnten, wenn denn das Geld anders verteilt würde. Auch da brandet immer wieder Beifall auf, doch der ist hörbar verhaltener als beim hessischen Spitzenkandidaten aus Gießen, der in Heuchelheim quasi ein Heimspiel hat.

 

Lob von der Bundesvorsitzenden

Nahles wünscht sich aus Hessen das Signal, dass die SPD Politik für viele macht. Und lobt Schäfer-Gümbel und die hessischen Parteifreunde, alles richtig gemacht, die richtigen Themen besetzt zu haben: Bezahlbares Wohnen, Bildung, Arbeit, Mobilität, Leben auf dem Land. »Ich glaube, es ist Zeit für einen Wechsel in Hessen«, hofft Nahles. Und wiederholt, was sie am Mittag bereits im Hessischen Rundfunk gesagt hatte: »Wir setzen auf Sieg«.

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