30. August 2018, 22:13 Uhr

Weichenstellung pro Bahn

30. August 2018, 22:13 Uhr
Hier fährt kein Zug ins Lumdatal – jedenfalls noch nicht. Für eine Reaktivierung der Bahnstrecke zwischen Lollar und Londorf sollen jetzt Weichenstellungen erfolgen – und es muss Geld in die Hand genommen werden. (Foto: süd)

Da mag man gerne das Bild vom Weichenstellen bemühen, wenn es um Eisenbahnfragen geht. Just das erfolgt jetzt in den Gremien des Gießener Kreistags. Die Reaktivierung von zwei seit etlichen Jahren stillgelegten Strecken wird auf den Weg gebracht. Das Wiederbeleben der Horlofftalbahn zwischen Hungen und Wölfersheim-Södel und die mögliche Wieder-Inbetriebnahme der Lumdatalbahn zwischen Lollar und Londorf beschäftigte gestern den Infrastrukturausschuss des Kreistags deutlich mehr als zwei Stunden lang. Empfehlung mit breiter Mehrheit an den Kreistag: Nun soll in die weiteren Planungen eingetreten werden – und dafür wird auch Geld in die Hand genommen.

Im Fall der Horlofftalbahn ist das unstrittig. Bei der Lumdatalbahn hat die oppositionelle CDU nach wie vor Bedenken und enthielt sich deshalb bei der Abstimmung. Wunsch der Oppositionsfraktion: Weitere Antworten auf ein Paket von 45 Fragen, das man geschnürt hat. Denn die von der Kreisspitze wie gewünscht jetzt schon vorgelegten Antworten werden nicht als vollumfänglich befriedigend bewertet.

Das sehen alle anderen Fraktionen im Kreistag offensichtlich anders: Die Koalitionäre SPD, Freie Wähler und Grüne stehen zu den beiden Bahnprojekten, zudem stimmten die Oppositionsparteien AfD, Linke und FDP ausdrücklich dafür.

Nach ausführlicher Debatte in dem von Anette Henkel (SPD) geleiteten Ausschuss am gestrigen Donnerstag plädierte auch der als ausgesprochen kritischer Geist bekannte Harald Scherer (FDP) pro Bahn: »Wir stimmen ausdrücklich zu!« Insbesondere mit Blick auf die Lumdatalbahn sprach er von einer »erstmals deutlichen Chance« auf eine Reaktivierung. In dem Vorhaben sieht er ganz klar eine Infrastrukturförderung für den ländlichen Raum.

Christopher Lipp als infrastrukturpolitischer Sprecher der CDU sah derweil ungeachtet der Antworten aus der Kreisverwaltung bei der Lumdatalbahn noch »viele offene Punkte«: »Wir haben da noch Zweifel!«

Eine verärgerte Landrätin Anita Schneider entgegnete der CDU, dass eben etliche der Fragen erst im kommenden Verfahren zu beanworten sind. »Dazu bedarf es der weiteren Planungen!« Norbert Weigelt aus der SPD-Fraktion brachte es auf den Punkt: »Will man das politisch? Ja der Nein?«

Wie geht es jetzt weiter? In der kommenden Woche werden die Bahnstrecken im Haupt- und Finanzausschuss des Kreistags aufgerufen. In der Woche darauf, am 10. September, werden die Beschlüsse verbindlich vom Kreistag zu fassen sein: In öffentlicher Sitzung, 18 Uhr, Grünberg Gallushalle.

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