Kreis Gießen

Weisheiten à la »Fäägmeel«

»Mir harre dehaam e Ruure-Roiwe-Roppmaschin’« klang es am Ende lautstark durch das Hungener Kulturzentrum »Am Zwenger«. Siegward Roth und Berthold Schäfer, zwei Mitglieder der ehemaligen Mundartgruppe »Fäägmeel«, verabschiedeten sich am Mittwochabend mit dem gemeinsam gesungenen Kultlied der Band. Eine Zugabe gab es danach nicht. Dafür ließ aber der Abend mit seinem etwas mehr als zweistündigen Programm, in dem das Duo Schäfer/Roth die Erinnerungen an »Fäägmeel« aufleben ließen, mit Sicherheit nichts zu wünschen übrig.
16. Mai 2019, 21:51 Uhr
Karl-Josef Graf
Siegward Roth und Berthold Schäfer (v. l.) sind Garanten für beste Unterhaltung.
Siegward Roth und Berthold Schäfer (v. l.) sind Garanten für beste Unterhaltung.

»Mir harre dehaam e Ruure-Roiwe-Roppmaschin’« klang es am Ende lautstark durch das Hungener Kulturzentrum »Am Zwenger«. Siegward Roth und Berthold Schäfer, zwei Mitglieder der ehemaligen Mundartgruppe »Fäägmeel«, verabschiedeten sich am Mittwochabend mit dem gemeinsam gesungenen Kultlied der Band. Eine Zugabe gab es danach nicht. Dafür ließ aber der Abend mit seinem etwas mehr als zweistündigen Programm, in dem das Duo Schäfer/Roth die Erinnerungen an »Fäägmeel« aufleben ließen, mit Sicherheit nichts zu wünschen übrig.

Tief verwurzelte Liebe zur Heimat

Beide Protagonisten sind eigenen Angaben zufolge »zweisprachig« aufgewachsen; sie sprechen Platt und Hochdeutsch. In ihren Beiträgen bringen die zwei die Liebe zu ihrer Heimat immer wieder deutlich zum Ausdruck. Roth, der bei der Veranstaltung als »Vorleser« agierte, bedauerte, dass sich Hessen ihres »Plattschwätzens« schämten. Und »die Städter« seien zu bedauern, weil die nur Hochdeutsch beherrschten. Er beklagte und fragte, warum Gedichte nur auf Hochdeutsch geschrieben seien. Roth und Schäfer lasen und sangen ihre kleinen Geschichten aus dem täglichen Leben, wie sie einst von der Gruppe »Fäägmeel« und aktuell von der Formation »Meelstaa« im Land verbreitet werden (die GAZ berichtete).

Viel Gelächter löste etwa die Geschichte vom Elektriker aus: »De Fernseh git neat, du schraubst en off, du simmelierscht un du kimmst neat droff; du waast neat weirer un freegst die Keann, des Jingste steckt dann de Stecker ean…« - »Mann und Frau«, »Das Paar beim Psychologen«, »Alles will die Welt verbessern« und »Kleiner Mann«, bei dem es ganz still im Saal wurde, waren weitere Höhepunkte des Abends. (Foto: kjg)

Mundart-Fans können sich bereits einen weiteren Termin vormerken: Die Gruppe »Meelstaa« gastiert am Samstag, 19. Oktober, um 20 Uhr im Bürgerhaus Steinheim.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/kreisgiessen/Kreis-Giessen-Weisheiten-a-la-Faeaegmeel;art457,590887

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