Kreis Gießen

Wenn »Aschenputtel« Hunger kriegt

Ein Speisesaal umsäumt von pittoreskem Fachwerk, darüber ein strahlend blauer Himmel: Grünbergs »Gut Stub’« verwandelte sich zum gestrigen Abschluss des Gallusmarktes zu einem einladenden Freiluftlokal. Auf den Tisch kam vor allem Deftiges aus Oberhessen, genauer »Aus Töpfen und Herden der Großgemeinde«. Bei besten äußeren Bedingungen fanden sich zahlreiche Gäste auf dem Marktplatz ein.
21. Oktober 2018, 19:33 Uhr
Hans-Joachim Losert
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Ein Speisesaal umsäumt von pittoreskem Fachwerk, darüber ein strahlend blauer Himmel: Grünbergs »Gut Stub’« verwandelte sich zum gestrigen Abschluss des Gallusmarktes zu einem einladenden Freiluftlokal. Auf den Tisch kam vor allem Deftiges aus Oberhessen, genauer »Aus Töpfen und Herden der Großgemeinde«. Bei besten äußeren Bedingungen fanden sich zahlreiche Gäste auf dem Marktplatz ein.

Die Speisekarte ließ aber auch kaum Wünsche offen. Heimische Vereine und Gruppen hatten sich große Mühe bei der Zusammenstellung gegeben. Dicht umlagert, und das schon seit Jahren, ist stets der Stand der Marktfrauen. Ihr Heringssalat ist heiß begehrt und findet reißenden Absatz. Im Angebot hatten sie diesmal zudem leckere »Lewwerkees-Weck«.

»Woas Soißes«

Mit Suppe und weiteren Leckereien »Rund um den Kürbis« lockte der Stammtisch »Zwinkereulen«. Ein Blickfang bot derweil der Gesangverein Germania Harbach mit seinen großen, dampfenden Pfannen. Die Sangesfreunde hatten neben Frikadellen mit Bratkartoffeln auch Brot mit Speck oder Griebenschmalz auf der Karte.

Kräftigen Gulaschtopf verkaufte die Karnevalistische Vereinigung, während die Reservisten Kartoffelwurst garten und die Feuerwehr die kulinarische Vielfalt mit Steakbrötchen komplettierte.

Wem nach all dem Deftigen nach etwas »Soißem« war, der wurde bei den Landfrauen Weickartshain mit ihrer reichen Kuchenauswahl fündig. Für die richtige Stimmung beim Essen aus Oberhessen sorgten musikalisch Christa Mohr und Peter Friedrich.

Ob des idealen Wetters auch am letzten Markttag dürften die Schausteller bester Laune gewesen sein: Am Juxplatz herrschte nochmals dichtes Gedränge. Wie bereits tags zuvor, beim Familientag mit ermäßigten Preisen. Bevor die »kleener Grimmicher« aber Autoscooter und Karussell ansteuerten, ging es in die Gallushalle. Dort unterhielten die in der Theatergruppe »Bobbekist« mehrheitlich versammelten Marktfrauen mit »Aschenputtel« die Kinder aufs Beste.

Für alle, die die Handlung nicht mehr ganz drauf haben: Es geht um ein Mädchen, dem von seiner Stiefmutter und seinen -schwestern das Leben schwer gemacht wird. Es muss immer die Schmutzarbeit leisten und neben dem Herd schlafen, wird deshalb »Aschenputtel« genannt. Beim Ball des Königs, dessen Sohn verheiratet werden soll, hält dieser sie für eine fremde Prinzessin. Doch sie verlässt das Fest, zurück bleibt ein Schuh. Nun sucht der Prinz den richtigen Fuß dazu, findet ihn im Haus von Aschenputtels Stiefmutter und beide werden ein Paar. Der gute Ausgang der Geschichte erfreute Kinder wie Erwachsene, die Laienspieler erhielten den verdienten Beifall.

Bei der Version der »Bobbekist« wirkten mit: Kristin Ricken (Stiefmutter Thekla), Susanne Wagner (Haushofmeister Knüppel), Anita Riedmann, Nadine Becker (Stiefschwestern Flora und Rosa), Heike Siek (Narr), Sabine Lippert (Marie/Aschenputtel), Heike Leise (Kaufmann Franz), Hiltrud Lenz, Marianne Holmelin (König und Königin), Tanja Penktner-Ide (Magd Grete), Evi Schmadel (Adjutant Filip), Michelle Prüß (Prinz Luis), Jenny Hofmann (Junge Martin), Christiana Heinisch (Taube Anna), Sophie Zimmer (Herzogin Batz), Sina Schäfer (Prinzessin Mona), Hannah Theis (Fürstin Schlapp), Charlotta Ihring (Prinzessin Alma), Christina Amend (Gräfin Drill), Tina Konz (Prinzessin Berta) sowie die Täubchen Carla und Luise Riedmann, Marie Strauch, Mia Stollenmeyer, Milena Kroplewski und Lea Damaschke.

Für die Kulisse zeichneten Gretel Keil und Steffi Schmidt verantwortlich, die Technik übernahm Michael Theiß.

Gallmärts-Rätsel für Kinder

Im Vorfeld hatte die Volksbank Mittelhessen wieder zu einem Gallmärts-Rätsel für Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren eingeladen. Bei richtiger Lösung winkten einer von über 60 Preisen, die von Glücksfee und Marktfrau Andrea Strauch gezogen wurden. Den Hauptpreis, eine Familien-Jahreskarte für das Freibad, gewann Natalie Ketphimon aus Grünberg. Den zweiten Preis erhielt Tialda Krumey aus Gemünden/Felda, sie ist nun Besitzerin eines Sport-3-Wheels Scooters. Der dritte Rang, verbunden mit einem interaktiven Kugelbahn-System, ging an Lisa Weingärtner aus Reiskirchen.

Der Markt ist gehalten: Szenen vom letzten Wochenende des 538. Gallusmarktes. Ob Märchenaufführung, »Aus Töpfen und Herden« auf dem Marktplatz oder Fuchsjagd in der Au, auch die abschließenden Programmpunkte dürfen als »runde Sache« verbucht werden. (Fotos: fp)

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/kreisgiessen/Kreis-Giessen-Wenn-Aschenputtel-Hunger-kriegt;art457,502805

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