09. April 2019, 22:33 Uhr

»Wir holen uns blutige Nasen«

09. April 2019, 22:33 Uhr

Sowohl bei praktischen Einsätzen als auch »auf dem Papier« hat der Kreisverband Gießen des Naturschutzbundes (NABU) im vergangenen Jahr wieder einiges geleistet. Vorstandssprecher Dr. Achim Zedler berichtete unter anderem von Pflegemaßnahmen, die die »Motorsägengruppe« gemeinsam mit Geocachern in Naturschutzgebieten und anderen besonderen Biotopen geleistet habe. Weiterhin seien unzählige Stellungnahmen zu Bebauungsplänen abgegeben worden.

Wo dies nicht durch eine der rund fünfzig NABU-Gruppen vor Ort selbst erfolgt, bearbeitet der Kreisverband diese Stellungnahmen. »Wir beschränken uns aber mittlerweile nur noch auf Bauleitplanungen, die grob schlecht sind.« Der Arbeitsaufwand sei für die Ehrenamtlichen ansonsten zu hoch, zumal viele Einwände und Vorschläge oftmals von den Kommunalparlamenten »weggewogen« würden.

»Trotz vieler blutiger Nasen, die wir uns holen, gibt es auch Erfreuliches«, sagte Zedler. Der Naturschutzbund habe erreicht, dass im Rahmen der Stilllegung von hessischem Staatswald große zusammenhängende Gebiete ausgewählt wurden, statt viele kleine Einzelflächen. So soll zwischen Hungen und Nidda ein größeres Waldgebiet bald der Natur ohne Bewirtschaftung überlassen werden. »Wissenschaftliche Studien für das Agrarland zeigen, dass fünf bis zehn Prozent der Fläche naturnah oder als Brachen angelegt werden sollten, um bedrohte Arten zu fördern. Der gleiche Prozentsatz sollte auch für den Wald gelten, so dass ganze Entwicklungsprozesse ungestört ablaufen können.«

Schatzmeister Klaus-Peter Emrich berichtete über die Kassenlage, die von Thomas Ebel und Bodo Fritz geprüft wurde. Für Ebel rückt Heiko Krämer als Kassenprüfer nach.

Feuersalamander melden

Gastgeber der Mitgliederversammlung des Kreisverbands war die Ortsgruppe Ruttershausen, die in diesem Jahr ihr fünfzigjähriges Jubiläum feiert. Deren Vorsitzender Heiko Krämer berichtete, besonders froh sei man über die aktive Jugendgruppe, die seit 2012 bestehe. Die Jubiläumsfeier wird am 1. Juni stattfinden. Kritik äußerte Krämer in Richtung der Siedlungsentwicklung Ruttershausens, die massiv in die kleine Feldgemarkung des Dorfes eingreife.

Aileen Weinberger, Leslie Koch und Laura Berg von der Universität Gießen informierten über das Projekt zum Schutz der hessischen Feuersalamander. Nach der Vorstellung der Lebensweise und der bevorzugten Biotope des schwarz-gelben Salamanders ging es um Krankheiten, die Amphibien befallen. Neben anderen wie dem Chitrid-Pilz breite sich nun ein Erreger mit der Kurzbezeichnung »Bsal« aus. Dieser sei durch Terrarientiere nach Holland eingeschleppt, führte dort und in Belgien bereits zu Massensterben von Feuersalamandern. In Deutschland sei Bsal zur Zeit in der Eifel nachgewiesen und breite sich allmählich nach Osten aus.

Beim Umgang mit Amphibien, beispielsweise an Krötenzäunen sollte eine bestimmte Hygiene eingehalten werden. »Für Feuersalamander endet der Befall mit Bsal immer tödlich«, hieß es. Durchgeführt wird das Projekt von der Klinik für Vögel, Fische und Amphibien und vom Institut für Biologiedidaktik. Am »Meldenetz Feuersalamander« ist auch die Hessische Landesanstalt für Naturschutz, Umwelt und Geologie beteiligt. Um mehr über Ausbreitungswege und aktuelle Vorkommen von Feuersalamandern zu erfahren, sollten Meldungen über www.feuersalamander-hessen.de oder www.naturgucker.de abgegeben werden.

Die nächste Veranstaltung des Kreisverbands ist ein Gruppentreffen in Rodheim-Bieber am 14. Juni.

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