19. Dezember 2017, 21:08 Uhr

»Wir wollen Gebühren stabil halten«

19. Dezember 2017, 21:08 Uhr

Mit Verwunderung reagiert der hauptamtliche Kreisbeigeordnete Hans-Peter Stock auf die Kritik der FDP an den gelben und roten Karten für falsch befüllte Bioabfall-Tonnen. »Das hat nichts mit Schnüffelei zu tun«, sagt er. »Es ist vielmehr ein niedrigschwelliges System, um die Abfallgebühren stabil und das Produkt Kompost qualitativ hochwertig zu halten.«

Ab 2018 werden die Bürger im Landkreis mithilfe von roten und gelben Karten angemahnt, wenn sie ihre Biotonne falsch befüllt haben. Die grünen Behälter werden mit einem Detektor am Abfallfahrzeug untersucht. Grund ist eine Zunahme von Störstoffen beim Bioabfall, erklärt der für die Abfallwirtschaft zuständige Dezernent Hans-Peter Stock.

Im Rabenauer Kompostwerk, in dem die Bioabfälle verarbeitet werden, finden sich immer mehr Kunststoff-, Plastik- oder Blechteile. »Wie im Meer die Plastikvermüllung zunimmt, so nimmt sie auch im Kompost zu«, sagt der Dezernent. Mit gravierenden Folgen: Der aufgearbeitete Kompost wird von Landwirten oder in heimischen Gärten genutzt, und so landet das in der Tonne vorhandene Plastik in kleinen Stückchen am Ende indirekt wieder beim Verbraucher. Hinzu kommt: Das ständige Nachsortieren und das Problem, weniger hochwertigen Kompost zu vermarkten, könnten höhere Kosten zur Folge haben. »Niemand hat Interesse an steigenden Abfallgebühren, nur weil eine Minderheit sich falsch verhält«, sagt Stock.

Der Ablauf sieht folgendermaßen aus: In einem bestimmten Bereich werden vier Wochen lang die Tonnen geleert – und dabei kontrolliert. Dort, wo nicht nur Biomüll zu finden ist, wird unter den Deckel eine gelbe Karte geklemmt; der Inhalt des Behälters wird trotzdem mitgenommen. »Das ist nicht stigmatisierend, sondern dient als Sensibilisierung und freundliche Ermahnung«, erklärt Stock. Nur wer wiederholt erwischt wird, dessen Tonne bleibt stehen – und er bekommt die rote Karte. Er muss den Müll dann entweder neu sortieren oder eine Banderole kaufen und an der Biotonne anbringen. Diese wird dann als Restmüll entsorgt.

Dass die gelben und roten Karten ihren Zweck erfüllen werden, davon ist der Dezernent überzeugt. Empirische Untersuchungen der Universität Tübingen haben nämlich ergeben, dass dank dieses Systems die falsche Befüllung der Biotonnen nicht nur deutlich abnimmt, sondern fast gar nicht mehr vorkommt. So wird auch das Gütesiegel für den Kompost gesichert.

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