11. Juli 2019, 05:00 Uhr

Nach Kita-Brand

Wird ehemaliges Dormiente-Gebäude neue Bleibe der Rappelkiste?

Die Gemeinde Heuchelheim ist auf der Suche nach einer Interimslösung für die ausgebrannte Kita »Rappelkiste«. Im Gespräch ist auch das Ex-Dormiente-Domizil, bestätigt Geschäftsführer Plänker.
11. Juli 2019, 05:00 Uhr
Eine Option für eine vorübergehende Bleibe der abgebrannten Kita »Rappelkiste«: Das ehemalige Dormiente-Gebäude im Gewerbegebiet Süd in Heuchelheim. (Foto: se)

Die momentane Situation ist alles andere als erbaulich. Aber sie ist eben dem verheerende Brand geschuldet, der Anfang Juni die Kita »Rappelkiste« in Heuchelheim fast vollständig zerstörte.

Die 120 Kinder, die einst tagsüber in der »Rappelkiste« zu Hause waren, sind nun an drei verschiedenen Standorten untergebracht. Es war eine schnelle und unbürokratische Regelung. Quasi das erste Provisorium vor der nun zu schaffenden Übergangslösung.

Zwar ist klar, dass die Kita »Rappelkiste« an gleicher Stelle, also in der Kindergartenstraße, wieder aufgebaut werden soll. Doch bis sie fertiggestellt sein wird, werden noch einige Jahre vergehen. Dreijährige, die jetzt von der Kita aufgenommen werden, dürften die Einweihung des Neubaus vielleicht erst als Schulkinder erleben.

Standort-Verkündung am 13. August

Und so befindet sich die Gemeinde Heuchelheim momentan auf der Suche nach einer geeigneten Stätte, wo die Kinder vorübergehend unterkommen können. Möglichst wieder alle unter einem Dach, das ist die Devise.

Wie Bürgermeister Lars Burkhard Steinz auf Anfrage verlauten ließ, soll am 13. August in einer außerordentlichen Sitzung den Gemeindevertretern das Ergebnis der Suche präsentiert werden. Weitere Angaben wolle er vorher nicht machen, sagte Steinz.

Dormiente-Geschäftsführer bestätigt Anfrage

Die öffentliche Zurückhaltung des Bürgermeisters ist verständlich, doch man muss kein großer Prophet sein, um zu behaupten, dass die Sondierung schon weiter fortgeschritten ist. Nicht nur im Ort gehen einige Gerüchte um, es gibt auch konkrete Hinweise auf mögliche Objekte.

Im Gespräch ist unter anderem das einstige Gebäude der Firma Dormiente im Gewerbegebiet Heuchelheim Süd. Die Naturmatratzen- und Bettenmanufaktur hatte vor rund zweieinhalb Jahren im Heuchelheimer Norden eine neue Produktionsstätte mit Verkaufsräumen bezogen.

Das alte Haus steht weitgehend leer. »Wir sind einer der Kandidaten«, bestätigte Dormiente-Geschäftsführer Dr. Rüdiger Plänker. Bürgermeister Steinz sei mit der entsprechenden Bitte auf ihn zugekommen.

Weitere Möglichkeit: Flüchtlingsunterkunft

Gern wolle das Unternehmen die Räumlichkeiten zur Verfügung stellen, sagte Plänker noch. Zwar werde derzeit ein kleinerer Teil des Gebäudes anderweitig genutzt, doch das stelle kein Hindernis dar. Allerdings wisse er auch noch nicht, ob sein Unternehmen den »Zuschlag« erhalte. Im Vorfeld seien ohnehin noch einige Fragen zu klären. Themen wie etwa der Brandschutz oder aber die Auflagen der Kindergartenaufsicht.

Doch das einstige Dormiente-Domizil ist nicht die einzige Möglichkeit, es sind noch weitere im Gespräch. So wird die am Heuchelheimer Friedhof aufgestellte Flüchtlingsunterkunft nur noch von wenigen Menschen bewohnt, die in anderen Einrichtungen untergebracht werden können. Auch dieses Gebäude könnte auf dem Prüfstand stehen. Andere Kommunen haben Kitas in Modulbauweise errichtet. Dazu werden Container angemietet oder gekauft. Auch das könnte eine Option für die Gemeinde sein. In Heuchelheim könnten diese Container auf einer Wiese unweit der »alten Rappelkiste« aufgestellt werden.

Alte Schule in Kinzenbach kommt nicht infrage

Wohl nicht infrage kommt die alte Schule in Kinzenbach. In diesem Gebäude müssten umfangreiche bauliche Veränderungen vorgenommen werden. Wegen einer anderweitigen Nutzung steht wohl auch die Flüchtlingsunterkunft auf dem Mühlberg neben dem Schunk-Parkplatz nicht zur Verfügung.

So oder so, Hauptsache wir kommen wieder zusammen, war unisono die Meinung bei Eltern und Erzieherinnen beim jüngsten Sommerfest der Kita am letzten Juni-Wochenende. Lisa Oldenburg, die Vorsitzende des Elternbeirates, hatte es so formuliert: »Ich denke, ich spreche im Namen aller Eltern hier, wenn ich sage, dass wir uns riesig freuen, heute hier sein zu können. Gemeinsam. Das ist es, was uns der Brand gezeigt hat: Gemeinschaft, Zusammenhalt, Kampfgeist - für unsere Kinder!«

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