21. Juli 2019, 19:56 Uhr

Zu viel Spielraum für den Investor?

21. Juli 2019, 19:56 Uhr

Dass ein Investor aus Bensheim an der »Langsdorfer Höhe« am Rande von Lich ein Logistikzentrum ansiedeln will, ist seit mehr als einem Jahr bekannt. Seither ist einiges geschehen: das Stadtparlament hat das Projekt mit breiter Mehrheit gut geheißen, die Mittel für den Kauf der erforderlichen Flächen bewilligt, die erforderliche Anpassung des Bebauungsplanes auf den Weg gebracht und auch den Kaufvertrag mit dem Investor, der Dietz AG, befürwortet. Doch jetzt regt sich Protest aus der Bevölkerung: Bei einer Unterschriftensammlung haben rund 500 Licher ihren Unmut gegen den Industrie- und Logistikpark mit einer Nutzfläche von über 100 000 Quadratmetern bekundet. Die Kritik entzündet sich vor allem an einer Festsetzung des Bebauungsplans: Er erlaubt Gebäude von bis zu 20 Metern Höhe.

Die Grünen waren seinerzeit die einzige Fraktion im Stadtparlament, die sich gegen die Ansiedlung ausgesprochen hat. Nun laden sie zu einem Bürgerinformationsgespräch ein. Es findet am kommenden Freitag, dem 26. Juli, um 18 Uhr statt. Treffpunkt ist der Parkplatz der Firma Walz (Hungener Straße 62) gleich gegenüber dem geplanten Industriegebiet. Vertreter der Fraktion wollen über das Projekt informieren und auch die Möglichkeit eines Bürgerbegehrens erörtern. Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sind dazu eingeladen.

»Trotz des nun geplanten Kreisverkehrs an der B 457 sehen wir weiter gravierende Nachteile für die Stadtentwicklung«, schreibt Vorstandsmitglied Berchtold Büxel in einer Pressemitteilung.

Grüne als einzige dagegen

Bereits in der entscheidenden Sitzung des Stadtparlaments am 7. November hatten die Grünen Kritik am Bebauungsplan geübt, der dem Investor ihrer Meinung nach zu große Spielräume eröffnet. Gegen kleinteiliges Gewerbe, das besser zum »lebenswerten Lich« passe, hätte man nichts einzuwenden.

Die Verwaltung hatte hingegen darauf hingewiesen, dass die »Langsdorfer Höhe« in ihrer Konzeption von jeher auf einen großflächigen Logistikbetrieb angelegt war. Rund 500 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze, die Stärkung des Gewerbestandorts Lich und nicht zuletzt die Einnahmen aus dem Grundstücksverkauf waren Argumente, von denen sich außer den Grünen alle anderen Fraktionen im Stadtparlament überzeugt zeigten.

In der Vergangenheit hatte sich die Stadt jahrelang vergeblich um die Vermarktung der Flächen bemüht, die sie zu einem früheren Zeitpunkt über die Hessische Landgesellschaft für 2,1 Millionen Euro erworben hatte. Nun ist die Dietz AG bereit, gut fünf Millionen Euro für die komplette Langsdorfer Höhe zu zahlen. Rechnet man die Kosten, die der Stadt für Planung, Kanalbau, Erwerb von Restflächen und Ökopunkte entstehen, davon ab, bleiben der Kommune unterm Strich immer noch etwa 1,3 Millionen Euro übrig. Der Kaufvertrag ist bereits unterzeichnet, steht aber unter der aufschiebenden Bedingung, dass der Bebauungsplan Rechtskraft erlangt.

Der Bebauungsplan für die »Langsdorfer Höhe« befindet sich momentan und noch bis Ende August in der zweiten Offenlage. In diesem Stadium des Planungsprozesses haben Anwohner die Möglichkeit, ihre Bedenken vorzutragen.

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