10. Oktober 2019, 22:23 Uhr

Zum Nutzen von Muschel und Mensch

10. Oktober 2019, 22:23 Uhr
Blick auf einen im Zuge des Verfahrens renaturierten Teilbereich des Seenbachs. (Archivfoto: tb)

Die Maßnahmen im Zuge der Flurbereinigung entlang des Seenbachs - beginnend unterhalb von Freienseen, endend am Ortsrand von Flensungen - sind abgeschlossen. Das Flüsschen wurde in einen naturnahen Zustand mit zahlreichen Windungen zurückgeführt, worüber sich nicht nur die seltene Bachmuschel freut. Auch der Mensch profitiert, wurden doch 13 Vorlandanwallungen gebaut. Niedrige Wälle quer zum Bachlauf sind das, bei Hochwasser sorgen sie für ein langsames Abfließen und entlasten so die Ortslagen.

Insgesamt 58 Hektar »bereinigt«

Mit der Schlussfeststellung wurde soeben die 2011 gestartete Flurbereinigung »Grünberg/Seenbach« auch hochoffiziell beendet. Letztmals trafen sich Albrecht Jochim und Ulrich Trüller als Vorstände der Teilnehmergemeinschaft, Bürgermeister Frank Ide und Thomas Heidlas als Vertreter der Gemeinde Mücke, um dabei auch Rückschau zu halten. Das federführende Amt für Bodenmanagement (AfB) Marburg hatte dazu ins Grünberger Rathaus geladen. Gegenstand des Verfahrens mit bald 90 Beteiligten war eine Fläche von 58 Hektar, verteilt auf 181 Grundstücke in Grünberger und Mücker Gemarkung.

Hauptauslöser der Flurbereinigung war 2011 die Bereitstellung von Land für besagte Renaturierung des Seenbachs gewesen. Dafür wurden auf vier Kilometern rund sieben Hektar benötigt. Eines hoben Burkhard Frös und Wolfgang Stein vom AfB hervor: »Das Flurbereinigungsrecht erlaubt es, Grundstücke irgendwo im Verfahrensgebiet aufzukaufen und dorthin umzulegen, wo Flächen benötigt werden. Dadurch blieben den Kommunen über 100 Einzelregelungen erspart.« Dank der Umlegungen konnten beidseitig je zehn Meter breite Uferrandstreifen sowie Raum für die Vorlandanwallungen geschaffen werden. Mit der Zusammenlegung von Flächen wurden zudem »agrarstrukturelle Vorteile« für die Landwirtschaft erreicht. Den Eigentümern entstanden keine Kosten. Die Aufwendungen, etwa für Vermessungen, wurden von den Kommunen getragen, der Grunderwerb wurde aus dem Landesprogramm »Gewässerentwicklung und Hochwasserschutz« finanziert. Wie Burkhard Frös und Wolfgang Stein sagten, nutzten Kommunen und Wasserverbände derzeit vermehrt solch eher kleinere Verfahren, wo der Schwerpunkt auf einer zügig-effizienten Flächenbereitstellung durch Bodenmanagement liege. Gerne zurückgegriffen werde darauf auch bei Maßnahmen nach der EU-Wasserrahmenrichtlinie. Die acht Jahre waren angefüllt mit vielen Grundstücksverhandlungen, Vermessungsarbeiten, Gesprächen mit Eigentümern oder Ergebnisdokumentationen. Bis hin zum Eintritt des neuen Rechtszustandes sei dies sehr zügig abgewickelt worden. Auch dafür dankten nun Ide, Heidlas und Jochim den Vertretern des AfB. Verfahrensleiter Frös seinerseits dankte dem Vorstand der Teilnehmergemeinschaft für die ehrenamtliche Tätigkeit über Jahre hinweg.

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