01. Mai 2019, 22:51 Uhr

Zwei Jugendgremien nebeneinander?

01. Mai 2019, 22:51 Uhr
Auch bei der Renovierung einer Halfpipe in Allendorf haben sich Aktive im Rahmen des Jugendforums Lumdatal eingebracht. (Foto: pm)

Jugendliche sollten die Möglichkeit haben, sich in einem ihnen angemessenen Rahmen einzubringen, eigene Ideen zu verwirklichen – darüber herrschte bei der Stadtverordnetensitzung am Montagabend Einigkeit. Über die Frage, was ein passender Rahmen ist und wie ein Gremium der Jugendvertretung funktionieren sollte, gab es allerdings einen Disput.

Die Koordinatoren des Projekts »Dabeisein im Lumdatal«, Franziska Ospald und Andreas Schaper, gaben in einer Präsentation einen Überblick über Aktivitäten seit 2017. Ziel der Initiative ist auch, Jugendliche in ihrer Persönlichkeit zu stärken und für demokratische Prozesse zu sensibilisieren. Neben Veranstaltungen wie Workshops und Podiumsdiskussionen bietet das Jugendforum als Herzstück von »Dabeisein« die Möglichkeit, dass Jugendliche selbst projektbezogene Gelder verwalten, eigene Vorhaben umsetzen.

Die Koordinatoren warben für eine von Jugendlichen aus dem Lumdatal erarbeitete Jugendvertreter-Satzung, die inzwischen auch juristisch geprüft sei. Ziel ist, dass in allen vier Lumdatalkommunen (Lollar, Staufenberg, Allendorf (Lumda) und Rabenau) gleichlautende Regeln für eine Kinder- und Jugendvertretung verabschiedet werden.

Uneins über die passende Form

In Lollar hat das Parlament die Satzung bereits beschlossen. Die Eckpunkte: Gewählt werden in einer Urnenwahl fünf Mitglieder für ein Jahr, die Altersgrenze liegt bei 23 Jahren. Das Gremium gibt sich eine Geschäftsordnung und ist zu allen jugendrelevanten Fragen zu hören. Allerdings gibt es in Allendorf schon einen Jugendbeirat. Die Frage ist, ob beide Gremien nebeneinander existieren sollen.

Der Allendorfer Jugendpfleger Klaus-Dieter Gröger wurde in der Sitzung von der FW-Fraktion um eine Einschätzung gebeten – und sparte nicht mit Kritik an »Dabeisein«: »Die Herangehensweise hat mich etwas enttäuscht, was die Satzung betrifft«, sagte er. Die vorgesehene »starre Form« samt Urnenwahl halte er für »recht unpädagogisch«. Es könne passieren, dass Jugendliche, die sich gern engagieren würden, bei einer formalen Wahl durchfallen. In Allendorf habe sich die eher offene Struktur des Jugendbeirats seit 20 Jahren bewährt, man setze auf projektbezogene Mitarbeit – etwa im Bereich der Jugendzentren. Deutlich wurde auch, dass der kommunale Jugendpfleger sich bei den Aktivitäten des Jugendforums Lumdatal nicht ausreichend eingebunden fühlt: Teils sei er nur kurzfristig informiert worden. Gröger weiter: »Ich habe 2007 ein Konzept zur Jugendbeteiligung erarbeitet und später an »Dabeisein« geschickt – das wurde anscheinend nicht gelesen.«

Ospald und Schaper widersprachen: Grögers Konzept sei sehr wohl gelesen worden. Auch den Vorwurf mangelnder Zusammenarbeit wiesen sie zurück. »Da gibt es offenbar noch erheblichen Gesprächsbedarf«, stellte Stadtverordnetenvorsteherin Sandra Henneberg fest und schlug vor, sich in kleinerer Runde über die Differenzen auszutauschen.

Der Diskussionsbedarf der Stadtverordneten zu diesem Punkt hielt sich in Grenzen. Brigitte Heilmann (SPD) lobte die »tolle Arbeit« von »Dabeisein« und dem Jugendforum. »Wir müssen lernen, die Jugendlichen auch einfach mal sich selbst ausprobieren zu lassen.« Die SPD werde »alles tun, damit ihr weiterarbeiten könnt«, wandte sie sich an Schaper und Ospald.

In den vier Lumdatalkommunen wird die Kommunalpolitik sich in nächster Zeit zu einer Fortführung von »Dabeisein« über 2019 hinaus positionieren müssen. Der Bund wird das Förderprogramm verstetigen. Die teilnehmenden Kommunen müssten aber jeweils einen politischen Beschluss dafür fassen und insgesamt eine halbe Stelle finanzieren.

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