16. Juni 2014, 16:58 Uhr

150 Jahre Germania Alten-Buseck: Glanzlicht der Chormusik

Buseck (kdw). Ein glanzvolles 150-jähriges Jubiläum feierte die Sängervereinigung Germania Alten-Buseck am Samstag in der Harbig-Halle. Nicht nur die Jubilare hinterließen einen sehr guten Eindruck; die von Harald Pfeiffer elegant moderierte Feier war ein Glanzlicht der Chormusik.
16. Juni 2014, 16:58 Uhr
Musik und Ehrungen standen im Mittelpunkt des Jubiläumskonzert der Germania Alten-Buseck: Gabriela Tasnadi dirigiert den Chor. (Foto: Heiner Schultz)

Das zeigte sich in der gut besuchten Halle schon zu Beginn, als die Germania unter der Leitung von Gabriela Tasnadi mit Johannes Brahms» »Erlaube mir feins Mädchen« einen wahrhaft schwungvollen ersten Teil hinlegte. Wunderbar geschlossen und hochmotiviert war das, vielleicht besaß der Abschluss mit dem Volkslied »Heißa Kathreinerle« sogar noch einen Tick mehr Elan.

»Wir sind 150, und noch keine bisschen müde« beschrieb die Vorsitzende Patricia Steinbach das Motto (nicht nur) des Abends und charakterisierte die Chorarbeit als verantwortungsvoll und gemeinschaftsbildend. »Wir können den Kindern eine wunderbare Freizeitbeschäftigung bieten,« fügte sie hinzu. »Singen im Chor gibt uns stets aufs Neue das Gefühl der Bereicherung und einen Gewinn an Lebensqualität.« Sie dankte Chorleiterin Gabriela Tasnadi für die Unterstützung. »Man schwingt gemeinsam bis zur gemeinsamen Gänsehaut«, beschrieb Moderator Harald Pfeffer das Erlebnis Chormusik und spürte »die Begeisterung von 150 Jahren. Die Damen kamen erst später dazu, sind aber heute nicht mehr wegzudenken.«

»Happy« mit Chorona Buseck

Der Kreisbeigeordnete Dirk Haas überbrachte »im Namen der Landrätin Anita Schneider und im Namen des Landkreises« herzliche Glückwünsche. Er zitierte Leonard Bernstein: »Nichts kann zum Verständnis von Musik mehr beitragen, als sich hinzustellen und selbst Musik zu machen.«

Bürgermeister Erhard Reinl war bester Dinge: »Wir haben gerade absolute Spitzenklasse erlebt. Die Gemeinde Buseck ist stolz auf ihre Gesangvereine. Sie bereichern die kulturelle Szene und tragen dazu bei, dass das Leben bei uns in Buseck liebens- und lebenswert ist.«

Günther Herzberger, Beauftragter des hessischen Sängerbundes und des deutschen Chorverbandes, überbrachte Jubiläumsgrüße und lobte, »wie intensiv die Zeit genutzt wird, um Musik zu machen«. Er übergab eine Ehrenurkunde von Staatsminister Boris Rein – und nicht zuletzt eine Spende des Sängerbunds. Klaus Schmidt vom Sängerkreis Gießen überbrachte ebenfalls eine Spende und lobte mit Bezug auf die aktuelleren Titel des Abends, die Jugend wolle durchaus singen, »nur mit etwas anderem Repertoire«.

Die Gäste des Abends, die Chorona Buseck, absolvierten ihren Auftritt in hervorragender Weise. Unter der Leitung von Dr. Thomas Kreiling musizierten sie ein Programm mit Werken von Monteverdi und Mendelssohn-Bartholdy. Aber auch der Titel aus der Popmusik lag ihnen sehr: »Happy« von Pharrell Williams ließen sie mit Fröhlichkeit förmlich in den Saal fliegen – genau wie das im besten Sinne beseelte Spiritual, in dem Steffi Garbrich ein schönes Solo sang. Toller Abschluss mit »Der Mond ist aufgegangen« – Solo: Tanja Koch .

Andere Genres lagen der Germania ebenso. Mit Mozarts »Ave Verum Corpus« legten sie gekonnt den Akzent auf die Klassik. Anschließend ging’s ab in den Süden mit Gerhard Winklers »Italienreise« – authentischer Schwung der Fünfziger und Sechziger war in diesem Medley zu spüren.

Zum Finale alle auf der Bühne

Auch das Musical kam nicht zu kurz. Die Germania wartete mit Offenbachs »Barcarole« und Medleys aus »Cats« und »West Side Story« auf. Eine besondere Ehrung erfuhren noch fünf Gründungsmitglieder des Vereins, Hiltrud Wißner, Leni Lauz, Gertrud Bender, Margret Gilbert und Gerda Vogl. Einen weiteren neuen Akzent setzte Multitalent und Leiterin Gabriela Tasnadi, seit Jahren unverzichtbares Element der Chormusik nicht nur in Buseck, mit ihrem Gießener Ensemble I Vocalisti. Sie legten mit einem Mozart-Medley und Ausschnitten aus Andrew Lloyd Webbers Phantom der Oper einen gelungenen Auftritt hin.

Authentisch und mit strahlendem Klang präsentierte die Germania dann zwei Titel aus der »Fledermaus« von Johann Strauß: »Ich lade gern mir Gäste ein« und das »Champagnerlied«. Da gab’s dann tatsächlich ein Gläschen für alle. Nicht erst jetzt hatte Pianist Hermann Wilhelmi versiert, sensibel und unterstützend in die Tasten gegriffen. Das Finale gestalteten alle Chöre gemeinsam, mit Solobeiträgen von Stefanie Gabrich und Michael Higgs. Und nicht zuletzt servierte Gabriela Tasnadi selbst eine klangvolle, energiereiche Solopartie.

Zum Heimweg erklang ein wunderbar stimmungsvoll gesungenes »Goodnight Sweetheart«, das die Inhalte des Abends beispielhaft warmherzig zusammenfasste.

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