Buseck

Choronas »Notengestöber«in Beuern

Buseck (siw). Das war einfach großartig! Der Chor Chorona versteht sich nicht nur auf die perfekte gesangliche Darbietung. Nein, die Sängerinnen und Sänger leben regelrecht die Musik.
18. Dezember 2016, 21:13 Uhr
Einfach großartig: Die Chorona besticht mit Stimmen und Repertoire. Zum Dank gibt es stehende Ovationen und einen Extra-Applaus für Chorleiter Dr. Thomas Kreiling. 	(Foto: siw)
Einfach großartig: Die Chorona besticht mit Stimmen und Repertoire. Zum Dank gibt es stehende Ovationen und einen Extra-Applaus für Chorleiter Dr. Thomas Kreiling. (Foto: siw)

Dabei beherrschen sie es vorzüglich, sich in die verschiedenen Genres einzufinden. Bei einem derart abwechslungsreichen Auftrittsrepertoire wie bei den Konzerten »Choronas Notengestöber« kein leichtes Unterfangen. War bereits bei der Premiere am Freitag die St. Albertus-Kirche in Gießen voll besetzt, so mussten am Samstag in der evangelischen Kirche in Beuern ebenfalls zusätzlich Stühle gestellt werden. Hohe Aufmerksamkeit wurde den Darbietungen entgegengebracht. Mucksmäuschenstille! Unterbrochen nur durch stürmischen Beifallsbekundungen.

Überzeugte der Chor bereits im ersten Teil mit dem klassisch-deutschen Weihnachtslied »Macht hoch die Tür« in einem Arrangement von Chorleiter Dr. Thomas Kreiling, dem »Rockin» Around The Christmas Tree« (Johnny Marks) aus der ewigen Bestsellerliste für Weihnachtslieder und dem neuzeitlichen »Lux Aurumque« (Eric Whitacre) mit achtstimmigen Cluster-Klängen und ungewöhnlichen harmonischen Wendungen, so legte er im zweiten Konzertblock noch ein Schippe drauf. Unbedingt erwähnenswert: die ausgezeichneten Solisten wie beispielsweise Steffi Gabrich und Tina Feiling, die im Duett mit dem »Abendsegen« aus der Oper »Hänsel und Gretel« zum Konzert beitrugen.

Bei »What a wonderful world« konnte man die Männer kitschig schmachten sehen. Köstlich! Diesen von Otmar Stangl arrangierten Evergreen begleitete (wie noch weitere Titel) Simon Danckworth am Klavier. Pianistin Conny Schmidts und Bariton Tim Schömig (Cajon) sorgten zudem für ein instrumentales Fundament. Trotz hohem Schwierigkeitsgrad (Achtstimmigkeit in ungewohnter Aussprache) intonierten die Frauen scheinbar leicht in Ungarisch »Angyalok és Pásztorok« von Zoltán Kadály.

Minutenlange Ovationen

Anerkennende Pfiffe nach »Entreat Me Not To Leave You« von Dan Forrest. Das ebenfalls achtstimmige Werk, vorgetragen vom Gesamt-Ensemble, bestach durch lange Legato-Phrasen und eine enorme Dynamik. »Ich glaube, Sie können verstehen, warum wir in Prag Gold gewonnen haben«, sagte Moderator Tim Mertens. Grund zur Bescheidenheit hat die Chorona auch wahrlich nicht. Neben nationalen Erfolgen konnte sie in Konkurrenz mit hochkarätigen Chören bei einem internationalen Wettbewerb im letzten Oktober in Prag ein Gold-Diplom und einen Sonderpreis erringen. Für einen Amateur-Chor mit nur einer wöchentlichen Probe ist dies eine beachtliche Leistung, die große Disziplin voraussetzt.

Eine zauberhafte Inszenierung, die besonders viel Applaus verdient und bekommen hat, folgte mit »Trees« von Eriks Esenvalds. 55 Stimmen und 21 Instrumente (Gläser) kamen zum Einsatz, dazu sang Tristan Schubert von der Kanzel aus das Tenor-Solo.

Minutenlange Ovationen nach »Circle of Life« (aus »Der König der Löwen«), laut dem sehr aufwendig gestalteten und informativen Programmheft das letzte Stück des mittlerweile zwölften Weihnachtskonzertes der Chorona. Extra-Applaus für Chorleiter Tommy Kreiling. Zugabe: Irish Blessing. Erneut nicht enden wollender Applaus: »Stille Nacht, heilige Nacht« zum besinnlichen Ausklang in kerzenlicht-herzerwärmender Atmosphäre.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/kreisgiessen/buseck/Buseck-Choronas-Notengestoeber-in-Beuern;art84,182339

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