10. Juni 2010, 23:12 Uhr

Ärger um Heizung in Mehrzweckhalle Queckborn

Grünberg (mlu). Für allgemeine Enttäuschung sorgte bei den Mitgliedern des Ausschusses für Landwirtschaft und Umwelt am Mittwoch der Sachstandsbericht von Werner Arnold vom Ingenieurbüro für Technische Gebäudeausrüstung (EWT) in Sachen Pelletsheizung für drei städtische Liegenschaften in Queckborn.
10. Juni 2010, 23:12 Uhr

Grünberg (mlu). Für allgemeine Enttäuschung sorgte bei den Mitgliedern des Ausschusses für Landwirtschaft und Umwelt am Mittwoch der Sachstandsbericht von Werner Arnold vom Ingenieurbüro für Technische Gebäudeausrüstung (EWT) in Sachen Pelletsheizung für drei städtische Liegenschaften in Queckborn. Bürgermeister Ide räumte Missverständnisse der Verwaltung ein, sah die über eine Stunde währenden Unmutsbekundungen im Übrigen aber gelassen - ein Antrag der CDU-Fraktion im anschließenden Bau- und Verkehrsausschuss wurde abgelehnt.

Als der Anbau des Feuerwehrgerätehauses in Queckborn zur Debatte stand, fragte man sich zu Recht, ob der Einbau einer eigenen Heizung sinnvoll sei, liegt das Gebäude doch in direkter Nachbarschaft von Kindergarten und Mehrzweckhalle. Ein zentrales Heizsystem für alle Gebäude drängte sich als energetisch nachhaltige Alternative auf und ward auch gebaut.

Für Irritationen sorgte jüngst »entdeckter« Umstand, dass die Mehrzweckhalle mit zwei Heizsystemen betrieben wird (die AZ berichtete): eines für die Einliegerwohnung, ein anderes für die Halle. Dass dieser Umstand zu höheren Ausgaben als erwartet und etatisiert führen würde, war bei der Beschlussfassung niemandem bewusst gewesen und verärgert naturgemäß.

Zwar ist die mittlerweile installierte Pelletsheizung für alle Liegenschaften ausgelegt, nach wie vor wird aber die Halle separat mit Öl beheizt; die Belüftungsanlage, also das Wärmezufuhrsystem, ist mit der neuen Heizung nicht kompatibel. CDU-Fraktionsvorsitzender Karl-Heinz Erdmann: »Das Abstimmungsergebnis erfolgte damals auf der Annahme, dass die Pelletsheizung alle Gebäude mit Wärme versorgt. Um festzustellen, dass das Bürgerhaus mit zwei Heizungen betrieben wird, muss man doch kein Experte sein. Dass das Belüftungssystem der Halle nicht anschlussfähig ist, kam nie zur Sprache.«

Neue Kosten in Höhe von 30 000 Euro

Seitens der Grünen wurde ebenfalls bemängelt, dass das Gutachten vom Juni 2008 irreführend gewesen sei, insofern darin von drei Heizungen die Rede gewesen sei. Denn indessen sich die Experten damit auf die bestehenden Heizanlagen bezogen, dachten die Nicht-Experten - zu denen sich auch Bürgermeister Frank Ide zählte - an die noch nicht bestehende Heizung im Gerätehaus, durch deren Notwendigkeit das Projekt entstanden war. »Ihrem Büro, Herr Arnold, hätte doch auffallen müssen, dass mit ihrem Konzept die Halle nicht beheizbar ist«, empörte sich Jürgen Schmidt von der SPD. »Wenn wir so etwas beschließen, gehören alle Karten aufgedeckt«, meinte auch der Liberale Klaus-Peter Schäfer.

Ide verteidigte indes die Firma »EWT« und ergänzte: »Egal, ob Blockheizkraftwerk oder Pelletsheizung, das Belüftungssystem der Halle wäre jedenfalls problematisch geworden. Wir alle wissen, dass das nicht optimal gelaufen ist, aber jetzt müssen wir das Beste draus machen.« Von einer Umrüstung des alten und abgängigen Belüftungssystems riet Arnold ab, auch den Einbau eines neuen Systems hielt er nicht für empfehlenswert. Das Beste sei der Einbau von Deckenstrahlplatten, weil sie am nachhaltigsten wirkten und fast keine Wartungskosten verursachten. Die Kosten für deren Anschaffung und Einbau veranschlagte er auf etwa 30 000 Euro ohne Mehrwertsteuer.

Dass man nun »nachkleckern« oder gar »nachklotzen« müsse, wollte der Bürgermeister nicht akzeptieren. Ohne die nunmehr unabänderlichen Missverständnisse wäre der Kredit damals eben höher ausgefallen, so aber habe man sich die Zinsen für ein Jahr gespart. Die Entscheidung für die zentrale Pelletsheizung sei absolut richtig gewesen. Ob die Folgekosten in den Nachtrag oder in den neuen Etat aufgenommen werden, sei noch offen.



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