28. Dezember 2011, 14:03 Uhr

Hilfe aus Grünberg für ein Kinderheim in Namibia

Grünberg (fp). 30 Jahre lang führte der Arzt Manfred Henrich in Grünberg eine Praxis für Allgemeinmedizin. Seit 1999 unterstützte er ein Kinderheim, das »Erongo House of Safety« in Swakopmund/Namibia. Im August ist Henrich gestorben. Nun führt seine Frau Waltraud diese Arbeit fort.
28. Dezember 2011, 14:03 Uhr
Waltraud Henrich (links) setzt die Arbeit ihres verstorbenen Mannes Manfred Henrich fort: Bei ihrem letzten Besuch in Namibia traf sie mit Hausmutter Vicky Tjandero und Kinderärztin Dr. Silvia Möhrcken alte Freunde wieder. (Foto: fp)

Manfred Henrich hatte Namibia durch familiäre Verbindungen schon in den 1980er Jahren kennen gelernt und bereiste das südafrikanische Land seither regelmäßig. Bei einer seiner Touren traf er 1999 in der »Rhino-Lodge« die Kinderärztin Dr. Silvia Möhrcken. Sie betreute das »Erongo House of Safety« in Swakopmund, eine Einrichtung, die neben Waisen auch misshandelte Kinder aufnimmt. Das Haus bietet 23 Bewohnern eine Heimstatt, von Kleinkindern bis zu 18-jährigen Jugendlichen. Manfred Henrich zeigte sich sofort vom Engagement der Ärztin begeistert und beschloss spontan, die Einrichtung finanziell zu unterstützen und um Spenden zu werben. Vielen Spendern hat der Mediziner seither Namibia näher gebracht, und mit den Einwohnern teilte er in vielen schönen Stunden die Liebe zu diesem Land. Sein Engagement behielt er bis zuletzt bei, machte jedoch keinerlei Aufhebens darum. Kurz nach dem Rückzug aus dem Berufsleben und dem Verkauf der Praxis wurde bei Henrich eine schwere Krankheit diagnostiziert, der er im vergangenen August erlag. Vor seinem Tod hatte er seine Frau Waltraud gebeten, sein Engagement weiterzuführen, solange ihre Kraft dazu ausreiche. Zudem äußerte er den Wunsch, die Trauergäste mögen eine Spende für das Kinderheim in Swakopmund entrichten - ein besonderer Ausdruck seiner Wertschätzung der Menschen in Namibia.

Henrich war fasziniert von ihrer ursprünglichen Kraft und ihrer Gabe, ihr Leben in die Hand zu nehmen. Er wusste aber auch um das Schicksal von Waisenkindern, deren Glück an einem seidenen Faden hängt. Waltraud Henrich übergab persönlich am 1. Dezember in Swakopmund einen Betrag von 6600 Euro. Das entspricht rund 70 000 Namibia-Dollars.

Wie sie berichtet, kann ein Kind für 100 Euro ein Jahr lang auf eine Schule geschickt werden. Der Betrag reicht für das Schulgeld und die Schulkleidung, die nötig ist, da Kinder ohne entsprechende Garderobe oftmals gehänselt und benachteiligt werden. In einem Schreiben an das »Erongo House of Safety« haben die Hinterbliebenen des Grünberger Arztes ihrem Wunsch Ausdruck verliehen, dass aus ihrer eigenen Trauer ein Stück Hoffnung werden kann, und dass sie benachteiligten Kindern eine Chance auf eine bessere Zukunft eröffnen können.

Waltraud Henrich will das Engagement ihres Mannes auf alle Fälle weiterführen und bedankt sich bei allen Wohltätern, die das Anliegen unterstützt haben. Das Spendenkonto bei der Sparkasse Grünberg besteht weiter. Übrigens: Auch die »Namib Times« und die »Allgemeine Zeitung« Namibias haben über die Spendenübergabe berichtet und das Engagement Manfred Henrichs mit den Worten gewürdigt: »Möge sein Lebensstil ein Beispiel für andere sein«.

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