30. Dezember 2016, 09:33 Uhr

Inheidener Familienunternehmen IPV macht nach Insolvenz weiter

Hungen (no). Im August hatte das Amtsgericht Gießen im Insolvenzantragsverfahren über das Vermögen der Inheidener Produktions- und Vertriebsgesellschaft (IPV) angetragen. Zum 1. Dezember war das Familienunternehmen in Insolvenz gegangen. Jetzt gibt es gute Nachrichten.
30. Dezember 2016, 09:33 Uhr
Bei der IPV in Inheiden geht es weiter: Dometic-Präsident Roger Johansson. (bf) (Foto: pv)

Nach wie vor sei die mit Kühlboxen, Thermoflaschen und Rodelschlitten aus Kunststoff handelnde Firma zu retten, hatte Plathner damals gesagt, wenn die Verhandlungen mit einem potenziellen Investor positiv endeten. Sein Wunsch ging in Erfüllung: Roger Johansson, seit 2012 Präsident und geschäftsführender Vorstand der schwedischen Dometic-Gruppe, teilte am 22. Dezember in einer Pressemeldung mit, man habe die IPV zum Preis von 3,5 Millionen Euro übernommen. Auf Anfrage der Gießener Allgemeinen Zeitung bestätigte Manfred Zorn, der langjährige IPV-Chef, diesen Sachverhalt. Dometic übernehme quasi Hard- und Software – also auch und gerade die Traditionsmarken sowie die Geschäftsbeziehungen. Und das Personal? Von ehedem etwa 40 Beschäftigten gehen 25 in die noch zu gründende Dometic-Tochter Ezetil GmbH über, sagte Johansson.

Dometic schielt auf Osteuropa

Diese »Personalanpassung« sei im Betrieb kommuniziert, hieß es. Man versuche, soziale Härten zu vermeiden. Zorn: »Die Kernmannschaft bleibt.« Unverändert auch das Portfolio: »Ezetil«-Kühlboxen (aktive wie passive) und »La Playa«-Isoflaschen nehme Dometic ebenso ins Programm wie die »Alpengaudi«- Schlitten. Dies sei eine äußerst brauchbare Ergänzung der seitherigen Angebotspalette, unterstrich der Schweden-Konzernchef – vor allem in Hinblick auf den nach wie vor wachsenden Markt in Osteuropa, der von der IPV ertragreich genutzt, ihr aber auch teilweise zum Verhängnis geworden war. Allein das Russland-Embargo habe 60 bis 70 Prozent Umsatzeinbrüche zur Folge gehabt, betonte Zorn, dessen Söhne Christian und Alexander im Unternehmen an der Ezetilstraße bleiben. Um die 25 Millionen Euro Umsatz hatte die IPV bis vor zwei, drei Jahren gemacht. Johansson nannte 15 Millionen Euro als erstes Ziel. Dometic hat weltweit nahezu 6400 Mitarbeiter und zahlreiche Produktionsstandorte, darunter Dillenburg und Siegen. Manfred Zorn lobte Plathners Arbeit und den Beitrag der Sparkasse Gießen: Ohne diese wäre das Schiff gesunken. »Jetzt haben wir nur einen Wunsch: Schönes Wetter! Kalte Winter und heiße Sommer – dann läuft’s!«

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