21. Juni 2010, 15:46 Uhr

»Leonce und Lena« in modernem Gewand

Hungen (dv). Der Kurs Darstellende Spiel der Jahrgangsstufe 12 der Gesamtschule Hungen, geleitet von Annette Schauß, hatte zum Theaterabend in die neue Aula eingeladen. Zum Abschluss des Jahres brachte die Klasse Georg Büchners »Leonce und Lena« auf die Bühne.
21. Juni 2010, 15:46 Uhr
»Leonce und Lena« in modernem Gewand: Zwölftklässler führten Büchners sarkastische Komödie in der neuen Aula auf (Foto: dv)

Hungen (dv). Der Kurs Darstellende Spiel der Jahrgangsstufe 12 der Gesamtschule Hungen, geleitet von Annette Schauß, hatte zum Theaterabend in die neue Aula eingeladen. Zum Abschluss des Jahres brachte die Klasse Georg Büchners »Leonce und Lena« auf die Bühne. Büchner blieb nur wenig Zeit zum Schreiben, er starb mit 23 Jahren. Sein bekanntestes Werk ist »Dantons Tod«. »Leonce und Lena« schrieb er für den Lustspielwettbewerb einer Zeitung. Jedoch kam das Script zu spät und so wurde die sarkastische Komödie erst 60 Jahre später uraufgeführt.

Zu Beginn des Schuljahrs hatten sich die zwölf Schülerinnen und Schüler des Kurses nach längerer Diskussion für Büchners komödienhafte Satire entschieden Dabei stand von vornherein fest, dass sie das Stück in die Gegenwart versetzen, allerdings ohne die Textvorgabe zu ändern. Dank Büchners zeitloser Dichtung war dies möglich. Vielleicht stutzte so mancher Besucher im ersten Moment über die Kostümierung, die keine war, doch tat das, wie es der Beifall nach den einzelnen Szenen und am Ende zeigte, der Aufführung keinen Abbruch.

Auch das Bühnenbild mit einer Bank oder einem Thron und der angedeuteten Umgebung des jeweiligen Spielortes durch eine drehbare Kulissenwand war von den Schülern erstellt worden. Lichttechnik - es wurde eine neue Scheinwerferanlage eingesetzt - und Musik hatten ebenfalls die Kursteilnehmer übernommen. Damit wurden zusammen mit einer schriftliche Arbeit und einem Szenografiekonzept letztlich alle Voraussetzungen für den Kurs Darstellendes Spiel, der als Note in das Zeugnis eingeht, erfüllt.

Bei der dramaturgischen Umsetzung zeigten die Akteure beachtliche Leistungen, die letztlich auf die Auseinandersetzung mit Büchners satirischen Komödie im Unterricht zurückzuführen ist. Auch die Probenarbeit, die weit über die Schulstunden hinausging und manches freies Wochenende kostete, führte zu dem Erfolg.

Prinz Leonce (Maximilian Weiß) frönt der Langeweile und lässt sich auch durch die Hofbeamten nicht stören. Sein ständiger Begleiter Valerio (Ronja Jagdfeld) der das Nichtstun liebt, unterstützt ihn dabei. Vor der vom Vater, dem Herrscher des Kleinstaates Popo (Kevin Weber), mit der Prinzessin Lena (Laura Geißler) des Staates Pipi angeordneten Hochzeit flüchtet er mit Valerio. Lena ihrerseits sucht nach der romantischen Liebe und nicht der diktierten Heirat und flieht mit ihrer Zofe (Anika Wagner). Leonce und Lena treffen sich zufällig und verlieben sich. Maskiert kehren sie an den Hof des Königs zurück. Erst nach der Trauungszeremonie wird das Geheimnis um die Identität von Lena und Leonce gelüftet. Weitere Darsteller waren Jean Christoph Keil, Adrian Groth, Merlin Klotz, Teresa Rudek, Kim Engelbrecht, Jacques Schneider und Juliane Geyer.

Büchners bissige Parodie auf Klassik und Romantik war am Montag ein weiteres Mal in der Aula der Gesamtschule zu sehen.

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