19. Februar 2014, 16:28 Uhr

Naturschutz in Langd: 30 Helfer im Einsatz

Hungen (bf). Rund 30 ehrenamtliche Helfer waren am Samstag bei einer groß angelegten Entbuschungsaktion auf dem »Köpfel« bei Langd im Einsatz . Aufgerufen dazu hatten der VNULL und die Freiwillige Feuerwehr Langd sowie der Nabu Villingen.
19. Februar 2014, 16:28 Uhr
Groß angelegte Entbuschungsaktion: Rund 30 Helfer waren am Samstag am Steinbruch und am Köpfel bei Langd im Einsatz. (Foto: tr)

Der Steinbruch und das Terrain rund um den Köpfel ist mit einem Flächenanteil von fünf Hektar eines von sieben Teilgebieten des FFH-Gebietes »Basalthügel des Vogelsberges im Randbereich zur Wetterau« und eines von 65 Teilgebieten des LIFE-Projektes Wetterauer Hutungen. Seine Magerrasen und sein artenreiches Frischgrünland werden durch das Vorkommen von Gebüschen, Baumreihen und Streuobst bereichert. »Zwar eines der kleinen Gebiete, aber für mich mit der vielfältigen Struktur von Basaltkuppen, Steinbruch bis Magerrasenflächen, das interessanteste«, sagt Bodo Fritz, Vorsitzender des VNULL Langd. Er hat bereits als kleiner Junge auf den Hutungsflächen mit ihren Basaltablagerungen gespielt und kennt den Köpfel mitsamt Steinbruch wie seine Westentasche. Deswegen gelingt es ihm auch in der warmen Jahreszeit immer wieder, irgendwo eine der selten gewordenen Schlingnattern aufzustöbern – eine Attraktion bei allen Führungen des ausgebildeten Naturführers, egal ob bei Schulklassen oder Erwachsenen. »180 Pflanzenarten und zahlreiche bedrohte Tierarten haben sich hier, seitdem das Gelände regelmäßig gepflegt wird, wieder angesiedelt. Und das Schöne ist, dass jährlich neue Pflanzen und Tiere zurück kehren.«

Menschen und Ziegen im Einsatz

Um den wertvollen Magerrasenflächen mit ihren selten gewordenen Pflanzen und tierischen Bewohnern eine Chance zu geben, müssen neben der regelmäßigen Nutzung als Weide auch Pflegemaßnahmen stattfinden – und da hilft oft nur die Motorsäge! »Dass die Arbeit in der Natur zwar mühsam ist, aber oft auch Spaß macht, stellt man immer wieder fest. Schließlich sieht man hier direkt, was man geschafft hat«, ergänzt LIFE-Projektleiterin Jutta Katz.

Die Fläche des Steinbruchs ist als Flora-Fauna-Habitat-Gebiet der EU ausgewiesen, wurde 2005 vom Nabu gekauft, eingezäunt und wird mit Ziegen beweidet, da die Pflege und das Freihalten von Gestrüpp in den steilen Klippen von Hand sehr schwierig wäre. Die »Klettermaxe« erledigen das jedoch sehr gründlich. Drumherum liegen terrassenförmig angelegte, ehemalige Nutzflächen, wo früher Kartoffeln und Getreide angebaut wurden, die aber inzwischen verbuscht sind. Diese Terrassen sind nun am vergangenen Samstag von Dornengestrüpp und unerwünschtem Bewuchs befreit worden.

Überhaupt ist das Ehrenamt auch für das LIFE-Projekt »Wetterauer Hutungen« von größter Bedeutung. In vielen der Gebiete gab es schon vor Beginn des LIFE-Projektes Aktivitäten von Vereinen wie dem VNULL Langd, die ebenfalls die Erhaltung der artenreichen Lebensräume zum Ziel hatten. So wurden durch ehrenamtliche Helfer Flächen entbuscht, Weidezauntrassen freigeschnitten, eingewachsene Wachholder freigestellt oder beweidete Flächen nachgepflegt.

Der Verein für Vogel-, Natur-, Umwelt-, Landschaftsschutz und Landschaftspflege Langd wurde 1981 gegründet und zählt derzeit 229 Mitglieder, davon 134 Männer und 96 Frauen. Die Aktiven haben in mehr als 3500 Arbeitsstunden die wertvollen Magerrasenflächen, die nach der Aufgabe des traditionellen Weidebetriebs seit den 1980er Jahren mehr und mehr verbuschten, rund um den »Köpfel« und den Steinbruch in Langd von Gestrüpp befreit und so wieder Lebensraum für selten gewordene Pflanzen wie Knabenkraut, eine Orchideen-Art und Heidenelke sowie Tieren wie Schlingnatter, Weinbergschnecke und Steinkautz geschaffen.

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