30. Juni 2013, 20:48 Uhr

Das alte Instrument kann auch sehr gut modern

Laubach (vh). Kaum ist die alte Stadtkirchenorgel verschönt worden, klingt selbst modernes Spiel darauf wie ein Ohrenschmaus. Das 261 Jahre zählende Instrument kann auch sehr gut modern. Am Samstagabend eröffneten Organist Christian Schmitt und Tatjana Ruhland (Querflöte) die Konzertreihe »Mixtur.....Woche mit der Orgel«.
30. Juni 2013, 20:48 Uhr
Tatjana Ruhland und Christian Schmitt eröffneten die Woche der Orgel in Laubach.

Zusammengestellt wurde sie von der Laubacher Kultur und Bäder eGmbH und der evangelischen Kirchengemeinde Laubach. Bürgermeister Peter Klug betonte in seiner Eröffnungsrede die zunehmende Bedeutung von Kultur und Tourismus als Standortfaktor für die Stadt. Er begrüßte die Vertreter von Kirche, Politik, Wirtschaft und den Geldinstituten. Sein Dank galt dem Team der Veranstalter, allen Helfern, dem Lions-Club und den Sponsoren.

Schmitt und Ruhland, übrigens eine Ehepaar, spielten als Duo und solistisch. Das Konzertmotto lautete »Unbekannt und doch bekannt«. Freie Assoziationen waren möglich. Wenn man so will, spielte das Duo anfangs unverfänglich ein Anstandsstück, die Sonate e-Moll für Flöte und Basso von Carl Philipp Emanuel Bach, dem berühmtesten der Bach-Söhne. Klassische Musik. Die Orgel in ausschließlicher Begleitfunktion. Auffällig bestenfalls, dass ein baulich gewichtiges Instrument klangzart und leise tönen kann. Schmitt blieb sehr dezent im Hintergrund.

Seitenwechsel beim zweiten Stück schon. Laut wurde es und dramatisch. Eine Mollkomposition mit erhöhtem Pedaleinsatz machte der großen Kirchenorgel alle Ehre. Schmitt zeigte, was in ihr steckt. Die Sonate f-Moll für Orgel solo von Felix-Mendelssohn-Bartholdy steht von der Hörbarkeit im krassen Gegensatz zum bekannten Violinkonzert, ist ergo alles andere als gefällig, vielmehr geheimnisvoll, zwiespältig und ganz der Vorläufer des französischen Orgelimpressionismus. Auch eine Studie, wofür die Pedalregister taugen. Starker Applaus machte deutlich, dass die oft unbekannte Seite einer Orgel eigentlich viel öfters zur Schau gestellt werden sollte. Flötistin Ruhland machte sich den disharmonischen Klang zu eigen und stellte ihr Können unter Beweis mit der Sonata fis-Moll von Sigfrid Karg-Elert.

Bemerkenswerte Kompositionen brachte das Duo mit dem Nachtstück II von Jürgen Essl sowie Aria und Invention von Jehan Alain. Vielleicht der Konzerthöhepunkt: Das stellenweise wieder im harmonischen Klangbild geführte Scherzo aus der Suite op. 34 für Flöte und Orgel von Charles-Marie Widor. Ein unkonventioneller Einstieg in die Orgelwoche. Eben deshalb: Bravo. (Foto: vh)

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