02. November 2013, 19:28 Uhr

Kritik an Termin: Schloss-Weihnacht wird Winterzauber

Laubach (tb). Die erste »Schloss-Weihnacht« in Laubach wird auch die letzte sein, aber nur vom Namen her: Wie Bürgermeister Peter Klug in der jüngsten Ausschusssitzung sagte, werde die Veranstaltung 2014 unter »Winterzauber« firmieren.
02. November 2013, 19:28 Uhr
Trotz suboptimalen Wetters herrschte am Freitag, erster Tag der »Schloss Weihnacht« in Laubach, reger Betrieb . (Foto: dis)

Weniger aber die vor allem aus Kirchenkreisen geäußerte Kritik an Titel und Datum (über Allerheiligen) der Veranstaltung auf gräflichem Terrain prägte die Ausschussdiskussion, vielmehr die Frage einer Verkehrsbelastung durch die Reihe an Großveranstaltungen in Laubach.

Dass die Kernstädter »erneut zu leiden haben«, beklagte Hans-Georg Frank (»BfL«). Er fragte, ob es sinnvoll sei, dem gräflichen Haus so zu Diensten zu sein. Fraktionskollege Hans Gontrum rügte die Sperrung von Teilen der Altstadt für den Autoverkehr, wie bereits beim »Herbstzauber« geschehen. Josef Neuhäuser (FW) monierte die frühe Sperrung des Parks: Für Bewohner der Gombach, gerade alte Leute, bedeute das einen beschwerlichen Umweg in die Altstadt.

Dass einmal getestete Passierscheine nicht angenommen wurden, es sich hier um Privatgelände handele, die Beschilderung durch den Bauhof dem Veranstalter sehr wohl in Rechnung gestellt werde, erklärte der Bürgermeister. Und: »Abgesehen von der Kritik am Datum des Weihnachtsmarktes – wir können doch froh sein, wenn wir solche Veranstaltungen nach Laubach kriegen«, bat er unter Hinweis auf Effekte für den Tourismus zu bedenken.

Eine Sicht der Dinge, der sich die Mehrheit anschloss. »Die Stadt bemüht sich doch mit dem neuen Verkehrskonzept um eine Minderung der Belästigungen, wir profitieren von solchen Veranstaltungen«, meinte etwa Michael Köhler (Grüne). Sein Fazit: » eine peinliche Diskussion.«

»Ich habe nicht gelitten«, meinte Alex Kröll (CDU) in Richtung »BfL«: Wiewohl Anwohner des Marktplatzes, sei er bisher problemlos nach Hause gekommen.

Kritik am frühen Termin des »Weihnachtsmarktes« , zumal über Allerheiligen, war zu Wochenanfang bereits von der katholischen Kirchengemeinde geäußert worden. Allerdings nicht öffentlich, um nicht noch »Öl ins Feuer zu gießen«, stattdessen suchte man das Gespräch mit Stadt und gräflichem Haus. Ein Ergebnis dürfte die vom Bürgermeister verkündete Zugeständnis auf Umbenennung in »Winterzauber« sein.

Unterdessen aber ist Pfarrer Wunderle doch an die Öffentlichkeit gegangen. Mit Blick darauf, dass in den Geschäften immer früher mit weihnachtlichen Gefühlen Umsatz gemacht wird, wird er vom Hessischen Rundfunk in einer Vorabmeldung wie folgt zitiert: »Jetzt noch Weihnachtsmärkte an einem so frühen Termin, das geht zu weit.« Seitens der Veranstalter, der Eventagentur »Evergreen«, wird Geschäftsführer Rode mit diesen Worten wiedergegeben: »Die Kirche muss mit der Zeit gehen.« Im Übrigen entfalte der Markt auf dem Privatgelände des Grafen doch auch »menschlich-soziale Effekte.«

Die erste »Schloss-Weihnacht« hatte am Freitag ihre Pforten geöffnet. Gleich zu Beginn kamen viele Besucher – auch aus größerer Entfernung –, die an den Eingängen von lebensgroßen Weihnachtsmännern und bunt geschmückten Weihnachtsbäumen begrüßt wurden. Möglicherweise war die gute Resonanz auch dem Feiertag Allerheiligen in an Hessen angrenzenden Bundesländern zu verdanken. Dem Veranstalter war es gelungen, weihnachtlichen Lichterglanz und Stimmung ins Laubacher Schloss zu zaubern. Rund 100 Aussteller präsentieren auf liebevoll dekorierten Innen- und Außenflächen ihre Waren. So manche Besucher deckten sich mit weihnachtlichem Dekor und Geschenken ein. Auf einer kleinen Bühne im Schlossinnenhof findet ein Rahmenprogramm für die ganze Familie statt, in der Kerzenwerkstatt können die kleinen Besucher erste Geschenke für das Fest basteln oder ein Lebkuchenhäuschen bauen.

Der vorweihnachtliche Markt ist Samstag und Sonntag, 3. November, von 11 bis 20 Uhr geöffnet, der letzte Einlass ist um 19 Uhr. Eintritt: 9 Euro, ermäßigt 7 Euro, Kinder unter 12 Jahren frei, bis 17 Jahre 1 Euro. Weitere Infos unter www.gartenfestivals.de oder unter Tel. 0561/20 75 73 0.

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