16. August 2010, 19:08 Uhr

Schulanfangsgottesdienst mit dem Kirchenpräsidenten

Laubach (tb). Die Ferien sind vorüber, für gut 610 000 hessische Kinder und Jugendliche heißt es seit Montag wieder, früh(er) aufstehen. Dem ersten Unterrichtstag - schon gar, wenn er mit einem Schulwechsel verbunden ist - geht bei vielen eine unruhige Nacht voraus.
16. August 2010, 19:08 Uhr
Schulanfangsgottesdienst in der Stadtkirche Laubach mit (von rechs) Kolleg-Schulpfarrer Wilfried Schön, Kirchenpräsidend Dr. Volker Jung und Dekan Norbert Heide. (Foto: tb)

Laubach (tb). Die Ferien sind vorüber, für gut 610 000 hessische Kinder und Jugendliche heißt es seit Montag wieder, früh(er) aufstehen. Dem ersten Unterrichtstag - schon gar, wenn er mit einem Schulwechsel verbunden ist - geht bei vielen eine unruhige Nacht voraus. Ängste stellen sich ein und Fragen: »Kann ich die Erwartungen erfüllen, den neuen Herausforderungen gerecht werden?« Nicht anders sei es bei ihm gewesen, bekannte beim Schulanfangsgottesdienst des Laubach-Kollegs der Präsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Dr. Volker Jung. »Bleibt die Freude? Oder kommt der Trott, der die Freude nimmt?«, war eine der Fragen, die sich der Kirchenpräsident (Jahrgang 1960) stellte. Den rund 300 Kolleg-Schülern wie auch den Eltern und Lehrern in der vollbesetzten Stadtkirche machte er Mut, auf den Glauben zu setzen. Jung zitierte Psalm 18, Vers 30: »Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen.« Das Bild wählte er ein weiteres Mal: »Es dürfen keine hohen Mauern um das Wissen gebaut werden; alle müssen eine faire Chance auf Bildung erhalten«, lautete Jungs Forderung an die Bildungspolitik(er).

Zugleich, so der EKHN-Präsident, müsse Schule Menschen jedoch auch ermuntern, auf das Wissen zuzugehen und ihre Chancen wahrzunehmen. Damit das gelinge, müssten Schülerinnen und Schüler individuell als Person gefördert werden, »auf dass sie die Chancen auch nutzen können.« Jung weiter wörtlich: »Nur Persönlichkeiten können Personen fördern. Hier ist jede einzelne Lehrerin, jeder einzelne Lehrer ganz besonders gefordert.« Für den Kirchenpräsidenten eine »sehr anspruchsvolle Aufgabe«, gehe es doch nicht nur um Fachwissen und Sachverstand, sondern auch um Menschlichkeit, Authentizität.

Besondere Beachtung verdienen Jung zufolge soziale Unterschiede, die Kluft zwischen Armen und Reichen werde größer. Ebenso gelte es darauf zu achten, dass die »Mauer zwischen den Kulturen nicht zu hoch zum Überspringen wird.« Jung sieht Kirche in einer Mitverantwortung - resultierend aus dem christlichen Menschenbild, wonach alle Menschen Gottes Ebenbilder sind. Eine Schule der evangelischen Kirche, wandte er sich sozusagen wieder direkt an Schüler und Lehrer des Kollegs, sei in besonderem Maße gehalten, den Ansprüchen des Trägers gerecht zu werden: Bei allem Ringen um schulische Leistungen dürfe doch niemand in seiner Würde verletzt werden. Glaube könne eine Orientierung sein auf diesem (Schul-)Weg. Gotte gebe die Kraft, »über Mauern zu springen«, stellte der Kirchenpräsident aufs Neue heraus.

»Es ist jemand da, der mit uns geht. Lasst uns den Weg, den wir heute beginnen, voller Vertrauen gehen. Gott rüstet mich mit Kraft«, gab auch Norbert Heide, Dekan des evangelischen Dekanats Grünberg den Jungen und Mädchen mit auf den Weg. Wilfried Schön, Schulpfarrer des Oberstufengymnasiums, hatte sich eine nette Idee einfallen lassen, die Zweifel und Fragen der Jugendlichen zu veranschaulichen: Auf dem Boden vor der Kanzel breitete er ein papiernes »Hinkelkästchen« aus, darauf Worte, die für die Gymnasiasten zunehmend Bedeutung erlangen: Worte wie »Schulwechsel«, »Abi«, »Reli«, aber auch »Erfolg« und »Leben«.

332 Schüler - 132 Elftklässler

Ellen Reuther, Leiterin des Kollegs, machte am Ende auf die große Herausforderung des Schuljahres 2010 / 2011 aufmerksam: In Folge der Schulzeitverkürzung (»G 8«) sind es nun 332 Jugendliche; 17 mehr als im Vorjahr, so viel wie nie zuvor. Im Jahrgang 11 musste eine komplette weitere Klasse eingerichtet werden. Reuthers Dank ging daher an die Darmstädter Kirchenleitung wie das Land Hessen für eine »gute Kooperation« bei der Bewältigung des »Doppeljahrgangs«. Heißt nicht zuletzt: Sie dankte für die Zuweisung weiterer Lehrer. Begrüßt wurden am Montag somit neben den 132 neuen Elftklässlern auch zwei »Neue« im nunmehr 35-köpfigen Lehrer-Kollegium des Laubach-Kollegs.

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