28. Oktober 2011, 21:08 Uhr

Baum oder Bebauung? – Die Licher Grünen wollen beides

Lich (pm). Die Grüne wollen die Hainbuch an der Ecke Brunnengasse/Am Wingert nicht opfern und trotzdem eine Bebauung des Grundstücks ermöglichen. Dieses Ziel verfolgt ein Änderungsantrag, den die Fraktion am Dienstag, dem 1. November, im Bauausschuss zu Diskussion stellen wird.
28. Oktober 2011, 21:08 Uhr

Auf der Tagesordnung dieser Ausschuss-Sitzung steht eine Satzungsänderung für den Bebauungsplan »Im Weinberg« auf. Die Satzungsänderung soll eine Wohnbebauung in dem Dreieck zwischen der Straße »Am Wingert« und der Brunnenstraße ermöglichen. Auf dem städtischen Grundstück steht jedoch eine mächtige, 120 Jahre alte Hainbuche. Der herrliche Baum unterhalb des Krankenhausese sei Heimstätte und Nahrungsquelle für zahlreiche Vögel, Fledermäuse und Insekten. Von seiner Größe und auch seinem Alter her suche er in Deutschland seinesgleichen sucht, schreiben die Grünen in einer Pressemitteilung.

»In den uns vorliegenden Unterlagen ist eine Fällung des Baumes vorgesehen« berichtet der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Michael Pieck. Doch der Baum sei für das Ortsbild von Lich bedeutsam. Die Grünen seien sich einig, dass er nicht der Säge zum Opfer fallen dürfe. »Wir haben mit vielen Anwohnern gesprochen, die uns in unserer Auffassung von der prägenden Wirkung des Baumes auf das Ortsbild am Höhler bestärkt haben,« äußert Pieck weiter. Im übrigen träfen die Behörden im Bebauungsplanverfahren selbst die Aussage, dass die Hainbuche »aufgrund ihrer Größe, Form und Exponiertheit einen landschaftlich empfindlichen Bereich darstellt«.

»Einen vollständig gesunden Baum, der den letzten Stürmen ohne erkennbare Schäden getrotzt hat, einem Bauvorhaben zu opfern, wobei die Wohnqualität im Kreuzungsbereich zweier viel befahrener Straßen sowieso problematisch ist, erscheint uns unangemessen« sagt Ralph Bretschneider von den Grünen.

Nach ausführlichen Beratungen von Stadtverordnetenfraktion und Vorstand haben sich die Grünen entschlossen, in der Sitzung des Bauausschuss am kommenden Dienstag einen Änderungsantrag zu stellen.

Ziel dieses Antrages ist es, eine Bebauung zu ermöglichen. Gleichzeitig soll der Baum als schützenswert in die geplante Satzungsänderung aufgenommen werden. Der Bebauungsplan erlaube lediglich die Bebauung von 40 Prozent der Fläche. Aufgabe der Planer sei es nun, die geplante Bebauung auf diesen 40 Prozent darzustellen und gleichzeitig den Baum zu schützen und zu erhalten.

»Wenn wir im Ausschuss und in der Stadtverordnetenversammlung eine Mehrheit für unserer Antrag erhalten, haben wir zwei Dinge erreicht« sagt Pieck. »Wir haben zum einen die im Leitbild der Stadt Lich geforderte Nachverdichtung durch Schließen von Baulücken beschlossen und auf der anderen Seite den wunderschönen, ortsbildprägenden Baum erhalten«.

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