27. April 2011, 17:05 Uhr

Mit der Flöte durch Jahrhunderte

Lich (gbp). Zauberhafte Flötenklänge mitten im Paradies: So schön klang am Montag das Osterfest in der Paradieskapelle Kloster Arnsburg aus.
27. April 2011, 17:05 Uhr
Esther Alt entlockte verschiedenen Flöten zauberhafte Klänge. (Foto: gbp)

Vom biblischen Sündenfall, der zur Auseinandersetzung mit den Realitäten des menschlichen Lebens zwang, bis hin zur Erlösung durch die österliche Auferstehung: »Ein weiter Weg, doch leicht durch Flötentöne«, so Dekanin Barbara Alt, die mit Lesungen und Meditationen zu Bildern von Marc Chagall durch die zur Arnsburger Vesper unter dem Titel »Die Vertreibung aus dem Paradies« geleitete.

Einen weiten Weg beschritt auch Flötistin Esther Alt, die mit köstlicher Flötenmusik aus mehreren Jahrhunderten auf sechs unterschiedlichen Travers- und Klappenflöten von der Renaissance bis zur Moderne die Geschichte der Querflöte musikalisch nachempfinden ließ: »Ricerata Prima« von Giovanni Bassano, gespielt auf einer Renaissance-Traversflöte Tenor, war Ausgangspunkt für den musikalischen Streifzug durch die Jahrhunderte und die Entwicklung des Instrumentes, dessen steigende Anzahl der Klappen der zunehmenden Forderung nach Virtuosität Rechnung trägt. Auf zwei verschiedenen einklappigen Traversflöten brachte die Flötistin Stücke aus Première Suite e-moll von Joseph Bodin de Boismoitier und das Poco Adagio aus der Sonata a-moll von Carl-Philipp Emanuel Bach zu Gehör. Weiter schlug sie den Bogen über ein Capriccio von Friedrich Kuhlau, gespielt auf einer achtklappigen klassichen Flöte, über Adagio patetico aus op. 33 von Ernesto Köhler bis hin zu Trois Pièces von Pierre Octave Ferroud, die sie auf einer modernen Böhmflöte anstimmte. Diese ist nach dem Flötisten und Instrumentenbauer Theobald Böhm benannt, welcher der Querflöte ihre heutige Form verlieh. Das Publikum in der gut besuchten Paradieskirche spendete zum Ende der musikalischen Vesper großen Applaus - ganz besonders für die großartige Leistung der Flötistin, die die schwierige Aufgabe hervorragend meisterte, sich Stück für Stück neu auf die Besonderheiten sechs unterschiedlicher Instrumente einzustellen. Die Zuhörer wurden mit einer Zugabe belohnt.

In der Arnsburger Paradieskirche findet am Sonntag, 15. Mai, um 18.30 Uhr ein Taizé-Gottesdienst und am Sonntag, 29 Mai, um 17 Uhr die nächste Arnsburge Vesper, die unter dem Titel »Das Hohelied« steht, statt.

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