22. Februar 2015, 20:53 Uhr

Poppy Ackroyd bei Artist's View im Kino »Traumstern«

Lich (nab). Nach den Jazzmusikern Roman und Julian Wasserfuhr im September und dem aus Schweden stammenden Jazzpianisten Martin Tingvall im Dezember hat nun am Freitag die britische Musikerin Poppy Ackroyd bei der Reihe Artist's View im Kino »Traumstern« mit ihrem Auftritt begeistert.
22. Februar 2015, 20:53 Uhr
Am Piano: Poppy Ackroyd. (Foto: nab)

Doch vor der Musik gab es das Gespräch – das sieht die Reihe Artist View vor, die es seit 1998 gibt, rund 60 Konzerte vor den Filmen hervorbrachte und in den vergangenen zwei Jahren pausierte. Dabei verriet die Pianistin und Violinistin Ackroyd im Gespräch mit Uwe Hager von »O-Tone Music« in Vertretung für Helmut Fischer, dass es auch für sie an diesem Abend eine Premiere ist, komplett akustisch am Piano ihre Kompositionen zu spielen. Sonst benutzt sie elektronische Hilfen, um die Klänge von Piano und Violine zu kombinieren. Einen speziellen, harmonischen und ruhigen Sound entwickelt sie damit, der stets die Balance zwischen Melodie und Rhythmus hält.

Das hört man auch auf ihrem 2012 erschienenem Debütalbum »Escapement« und dem zweiten Album »Feathers«. Die vergangenen zehn Jahre lebte die in London aufgewachsene Musikerin in Edinburgh, wo sie »Piano Performance« studierte und dabei in einem Museum die Möglichkeit hatte, Pianos aus drei Jahrhunderten aufzuschrauben und ihr Innenleben zu inspizieren. Mittlerweile lebt Ackroyd, die sagt, dass sie sich beim Komponieren ganz auf ihren Instinkt verlässt, in Brighton an der südenglischen Küste.

Die Natur und das Meer seien hervorragend, um jeden Tag mit dem Liederschreiben zu beginnen, sagt Ackroyd. Und so entführte sie bei ihrem anschließendem kleinen Konzert am Piano beispielsweise mit dem Stück »Glas Sea« an die raue Küste Schottlands. Besonders freute sie sich darüber, ein Stück, das sie ursprünglich für einen Stummfilm geschrieben hatte, endlich mal in einem Kinosaal zu spielen.

Nach der halbstündigen Performance folgte dann der Überraschungsfilm: Während sich Roman Wasserfuhr für einen Film über das Leben des Jazzpianisten Michel Petrucciani entschieden hatte und Martin Tingvall das französische Filmdrama »Der Geschmack von Rost und Knochen« über eine ungewöhnliche Liebesbeziehung präsentierte, wählte Poppy Ackroyd einen Film, der nicht nur sie zum Lachen bringt, seitdem sie ihn das erste Mal vor 15 Jahren gesehen hat. Und so freuten sich auch die Zuschauer im gut besuchten Kinosaal über Jim Jarmuschs Schwarzweißkomödie »Down by Law« von 1986, bei der man so herrlich Zack (Tom Waits), Jack (John Lurie) und Roberto (Roberto Benigni) beim Ausbrechen aus dem Gefängnis zuschauen kann.

Wie bereits bei den Wasserfuhr-Brüdern fand diese Artists View in Kooperation mit dem Kulturamt der Stadt Nidda statt und Poppy Ackroyd spielte am Tag darauf – diesmal wieder mit elektronischen Features – im Parksaal in Bad Salzhausen. Diese Zusammenarbeit soll auch in Zukunft möglichst bestehen bleiben. Planungen für weitere Beiträge zur Reihe laufen noch.

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