20. April 2009, 20:16 Uhr

Historische kirchliche Kunstwerke sollen erhalten bleiben

Linden (gbp). Ein Benefizkonzert für die Heiligen Wenzel und Johannes: Vermutlich aus dem 15. oder 16. Jahrhundert stammen zwei wertvolle Holzfiguren in der Evangelischen Kirche Großen-Linden: Sankt Wenzel und der Heilige Johannes.
20. April 2009, 20:16 Uhr
Die Holzfigur des Heiligen Wenzel.

Linden (gbp). Ein Benefizkonzert für die Heiligen Wenzel und Johannes: Vermutlich aus dem 15. oder 16. Jahrhundert stammen zwei wertvolle Holzfiguren in der Evangelischen Kirche Großen-Linden: Sankt Wenzel und der Heilige Johannes. Derzeit lässt die Ev.Kirchengemeinde Großen-Linden die beiden Heiligenfiguren restaurieren und veranstaltet am Sonntag, 26. April um 19 Uhr in der Evangelischen Kirche ein Benefizkonzert, dessen Erlös zur Finanzierung der Restauration beitragen soll. Unter dem Titel »Orgel, Flöten & Co« werden Ute Fabel (Flöten), Erika Junghans (Flöten), Christiane Schulze-Velmede (Gesang und Flöten), Anja Steinbach (Flöten) und Elsbeth Weiß (Orgel und Flöten) musizieren.

Ein etwa einstündiges musikalisches Programm mit Tänzen, Liedern und Spielstücken aus vier Jahrhunderten wird den Zuschauern und Zuhörern geboten. Eine der beiden 63 Zentimeter großen Statuen, die ein Schild trägt und der der Arm mit der Lanze fehlt, stellt Sankt Wenzel dar. Die Figur mit dem Buch hielt man lange für die Heilige Margarethe, bis sich kürzlich erwies, dass es sich um den Heiligen Johannes handelt. Beide Figuren gehörten ursprünglich zum Hauptaltar der Kirche, der Petrus geweiht war und 1307 erstmals urkundlich erwähnt wurde, als der Altarist Heinrich Larer in seinem Testament Geld für die Erhaltung dieses Hauptaltars stiftete. 1789 beschrieb der Hessen-Darmstädtische Staats- und Adresskalender den Altar und erwähnte, dass der Altarschrein mit den stark vergoldeten Statuen sehr wertvoll sei.

Im Zuge der Wiederherstellung und Erweiterung der Kirche 1908 wurden die beiden Holzplastiken im Kirchenschiff für alle Kirchenbesucher gut sichtbar zu beiden Seiten des Triumphbogens über den Emporen angebracht. Als 1962 das Kircheninnere erneut renoviert wurde, entfernte man die Figuren und ließ sie 1965 durch den Darmstädter Kirchenmaler und Restaurator H.-J. Jaensch restaurieren, da sich unter anderem die Farbe teilweise ablöste. Aus dem Bericht über die Restaurierung geht hervor, dass die Johannesfigur erst zu dieser Zeit auf einen neu angefertigten Sockel für die heilige Margarethe gestellt wurde - wohl in der Annahme, dass diese Statue dem Altar der Heiligen Margarethe, der 1594 erwähnt wurde, zuzuordnen sei - ein Irrtum, wie sich herausstellte. Sowohl der Kunsthistoriker und Museumsdirektor des Oberhessischen Museums Dr. Friedhelm Häring als auch die Restauratorin im Kloster Engelthal bei Altenstadt, Schwester Johanna, wiesen die Kirchengemeinde auf diese Fehlannahme hin, nachdem die Figuren seit 1062 im Pfarrhaus aufbewahrt wurden. Auch machten die beiden Experten darauf aufmerksam, dass die Figuren farblich nicht dem ursprünglichen Zustand entsprechend restauriert worden waren. Beide Experten empfahlen eine Restaurierung, der Kirchenvorstand gab seine Zustimmung, ebenso die Evangelische Regionalverwaltung Gießen, Abteilung Baubetreuung, und das Landesamt für Denkmalpflege in Wiesbaden. Schwester Johanna nahm bereits im vergangenen Jahr die beiden Holzplastiken in Augenschein und teilte mit, welche Arbeiten notwendig seien, um die beiden Kunstwerke wieder herzustellen, darunter Schädlingsbekämpfung, Holzfestigung, Ergänzung von Fehlstellen im Holz, Kittungsarbeiten und lasierende Überfassung nach dem Farbbefund. Nach diesen Arbeiten, die laut der Restauratorin etwa drei Monate dauern wird, sollen die Heiligen wieder ihren Platz in der Kirche einnehmen. Die Kosten für die Restaurierung wurden mit 3000 Euro veranschlagt, die Untersuchung der Figuren mit 800 Euro. Die Evangelische Kirchengemeinde hofft auf Spenden aus der Bevölkerung, die bereits 2006 zur Restaurierung des Altarkreuzes beigetragen hat, das etwa ebenso alt ist wie die Figuren. Der Eintritt zu dem Konzert am 26. April, das von Ute Fabel und Elsbeth Weiß organisiert wird, ist frei, um eine Spende für die Restaurierung wird gebeten.

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