28. November 2011, 16:58 Uhr

Adventskonzert in Lollar begeistert im voll besetzten Haus

Lollar (vh). Die Tuba brummte schon ungeduldig und die Flöte tremolierte nervös, dann war es wieder soweit: Alle Instrumente des Jugend- und Blasorchesters der Freiwilligen Feuerwehr Lollar beruhigten sich, als Dirigent Rainer Höfer die Bühne betrat – zum zweiten Adventskonzert im bis in die Nebensäle voll besetzten Bürgerhaus.
28. November 2011, 16:58 Uhr
Das große Orchester spielt »Ein bisschen Spaß muss sein«. Zwei als Revue-Girls kostümierte Damen der Tanzgruppe »Phoenix« des Carnevalvereins »Germania« Lollar treten dazu auf. (Foto: vh)

Das große Orchester des JBO setzte zu einem majestätischen Werk an. Der Königsmarsch von Richard Strauß, gewidmet Kaiser Wilhelm II.

Gerade sind 28 Jugendliche in der musikalischen Ausbildung des JBO. »So viel wie nie zuvor«, sagte Fördervereins-Vorsitzender Helmut Ziegler. Kreis-Stabführer Karlheinz Schmitt erwähnte Schlagzeuger Alexander Hock, der kürzlich den C1-Lehrgang für Registerführer »mit Bravour« bestanden habe. Schmitt überbrachte stellvertretend Grüße des Kreisfeuerwehr-Verbandsvorsitzenden Horst Münch und des Kreisbrandinspektors Mario Binsch.

Die von Ziegler als »Lollarer Stadtkapelle« apostrophierte Bläsergilde scheint in einem Motivationshoch. »Der Truppe macht das unwahrscheinlich viel Spaß«, formulierte der Vorsitzende. Im Medley »Ein bisschen Spaß muss sein« brachten die Musiker das so bezeichnete Stimmungsgefühl schmissig rüber. Als originelle Überraschung traten zwei als Revue-Girls kostümierte Damen der Tanzgruppe »Phoenix« des Carnevalvereins »Germania« Lollar auf.

TV-Kultabend auch fürs Auge

Nicht minder ausgefallen war die Sache mit dem TV-Kultabend. Während das Orchester Erkennungsmelodien zu populären Fernseh-Sendungen spielte, etwa »Traumschiff«, »Aktuelles Sportstudio«, »Derrick« oder »Tagesschau«, zeigte die Videoleinwand rechts der Bühne passende Bildsequenzen.

Dem Advent angemessen kam die »Schlittenfahrt in den Alpen« des in Amsterdam geborenen Komponisten Kees Vlak daher oder das »Halleluja« aus Händels Oratorium »Messias«. Bevor »Venite Adoremus « (Herbei, oh ihr Gläubigen) die Zuhörer erfreute, war JBO-Musikerin Karina Kanwischer mit dem Gedicht vom kleinen Engel Gabriel an der Reihe: Der Posaunist wollte endlich an Petrus» himmlischen Orchester teilhaben und hatte jeden Tag geübt. Allerdings nur alleine, nie mit dem Register oder der Gesamtprobe. Petrus machte unmissverständlich klar, dass Orchestermusiker auch zusammen üben müssen. Vom Schlagzeug-Register bekam Gabriel sodann die kleine Trommel in die Hand gedrückt. Und siehe da, es klappte. Also lautet die Quintessenz: Jeder angehende Musiker sollte das richtige Instrument lernen und gemeinschaftlich üben.

Von der Bedeutung liegt das traditionelle Adventskonzert des JBO fast auf einer Stufe mit dem Neujahrsempfang der Stadt. Ziegler richtete Willkommensworte an Stadtverordnetenvorsteher Horst Klinkel, Bürgermeister Dr. Bernd Wieczorek, der Grüße vom Magistrat überbrachte, und Stabführer Schmitt, bedachte die Ehrengäste aus Politik, der heimischen Wirtschaft, dem öffentlichen Leben, Schulen und Vereinen, den Feuerwehren und Kirchengemeinden.

Anfangs, noch vor dem Auftritt der Erwachsenen, stellte Heike Kraft die sieben Kinder aus der Flötengruppe vor. »Guter braver Nikolaus« erklang, das Publikum spendierte den ersten Applaus. Kraft und das Nachwuchsorchester spielten »One o’Clock Rock« und »Gingerbread-Men on Parade«. Mit dem Divertimento Nr. 12 von Mozart gab das Klarinettenquintett des JBO ein Hörbeispiel: Norbert Bartosch (Leitung), Elisabeth Schorge-Kranz (Bass-Klarinette) und die Schülerinnen Alina Peter, Lisa-Marie Piller und Kristina Kaiser.

Unterstützung notwendig

»Wir erheben heute wieder keinen Eintritt und das soll auch so bleiben«, sagte Ziegler. Wirklich jeder sollte sich das Adventskonzert leisten können. Damit das Orchester seinen Fortbestand sichern könne, brauche man mehr Finanzmittel. Die jährlich benötigten 12 000 Euro setzten sich zusammen aus dem Zuschuss der Stadt Lollar, Sponsorengeldern und dem Beitrag der Vereinsmitglieder. Aber für einen erschwinglichen Musikunterricht und das zur Verfügung stellen von Instrumenten bedürfe es angesichts der hohen Ausbildungszahl einer Mehreinnahme von weiteren 2000 Euro. Auch der Verkaufserlös aus dem selbstgebackenen Kuchen trug am Konzertabend sein Scherflein bei.

Zum Mitsingen spielte das große Orchester die Weihnachtslieder »Macht hoch die Tür« und »O, du fröhliche«. Begeisterung verursachte die »Stadtkapelle« abschließend mit »White Christmas« und »Highland Cathedral«.

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