19. Dezember 2016, 17:23 Uhr

Sonderfahrten mit der Lumdatalbahn – Der Abschied?

Lollar/Staufenberg (vh). Dreimal pendelte der Dieseltriebzug VT 628 am Samstagnachmittag für die Fahrgäste kostenlos über die 3,7 Kilometer lange Strecke zwischen dem alten Bahnhof Mainzlar und dem ausgedienten Bahnhofsgebäude in Lollar.
19. Dezember 2016, 17:23 Uhr
Oben: Lokführer Wolfgang Rassl am alten Bahnhof Mainzlar. Links: Michael Laux drückt den Sonderstempel auf eine Fahrgastkarte. (Fotos: vh)

Es könnte die Abschiedsfahrt der Lumdatalbahn gewesen sein, zum Jahresende wird das Teilstück Didier-Werke-Lollar amtlicherseits stillgelegt. Eine Reaktivierung der Trasse von Lollar bis in die Rabenau steht weiter in den Sternen.

Nachdem bereits am 30. Mai 1981 ein letzter Personennahverkehrszug bis Lollar gefahren war, wollte der Verein Lumdatalbahn mit einer Sonderfahrt im Vorfeld der Stilllegung die Hoffnung aufrecht halten, die letzte Fahrt in 2016 müsse nicht der endgültige Schlussstrich sein. Denn so lange die Trasse der Lumdatalbahn von Lollar bis Kesselbach als solche gewidmet bleibt, kann eine Betriebserlaubnis erneut beantragt werden. Insofern versprühten die Macher der Pendelfahrten Optimismus statt Trauerstimmung, und sie trugen den Löwenanteil der Zugmiete.

Ansonsten zahlte Allendorfs Bürgermeisterin Annette Bergen-Krause eine Pendelfahrt aus eigener Tasche, auch die Detmolder Brauerei trug ein Scherflein bei. Unter die Fahrgäste mischten sich auch Gießens Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich (zuständig für Verkehr), Rabenaus Rathauschef Kurt Hillgärtner, Allendorfs Pfarrer Stefan Schröder sowie Vertreter des Fahrgastverbands Pro Bahn & Bus, der Deutschen Regionaleisenbahn und der Oberhessischen Eisenbahnfreunde.

Lokführer Wolfgang Rassl von der Kurhessenbahn machte die außerplanmäßige Fahrt gerne, mit 28 Berufsjahren lässt ihn die Stilllegung einer Strecke nicht kalt. Ihm zur Seite in Lotsenfunktion stand Ramnick Hampel, der vormals für Didier auf dem Streckenabschnitt die Rohstoffe anlieferte. Manfred Rassl und Michael Laux drückten Sonderstempel auf die kostenlose Fahrgastkarte und eine Erinnerungskarte mit dem Motiv der Lok 628. Manfred Laux und Kerstin Lotz vom Verein Lumdatalbahn informierten die Fahrgäste über Zukunftsaussichten.

Bürgermeisterin Bergen-Krause sagte, man müsse etwas tun für die Mobilität auf der Schiene. Die Sonderfahrt sei als gestalterische Chance zu begreifen um nicht weiter abgehängt zu bleiben. Verein, Landkreis und Landrätin bemühten sich momentan. Noch nie seit 1981 sei das Ziel einer Reaktivierung so nahe gewesen.

Karl Wagner brachte das Ungleichgewicht der Geldströme für Schienenverkehr ins Spiel. Bevorzugt werde das Rhein-Main-Gebiet, abseits der Metropolregion tue sich Wiesbaden schwer.

Kurzaufenthalte im ehemaligen Bahnhof Lollar überbrückten die Fahrgäste mit Heißgetränken für deren Ausschank Manfred Lotz und sein Team verantwortlich zeichneten. Hausherr Klaus Zecher führte durch die in Renovierung befindlichen Räume.

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