24. Februar 2010, 21:30 Uhr

Pohlheimer Hallenbad soll durch Einsparungen erhalten bleiben

Pohlheim/Fernwald (js). Weit über den Kreis Gießen hinaus ist das Pohlheimer Hallenbad, das von einem Fernwalder/Pohlheimer Zweckverband verwaltet wird, geschätzt. Aber wie lange ist es noch finanzierbar? Am Freitag, 26. Februar (19.30 Uhr, Volkshalle in Watzenborn-Steinberg) steht das Thema auf der Tagesordnung der Stadtverordnetensitzung, die wahrscheinlich am 1. März fortgesetzt wird. Anträge, wonach über Einsparmöglichkeiten zur Finanzierung des Bades nachgedacht werden soll, gibt es seitens der CDU und den Grünen. Die Christdemokraten fordern ein wirtschaftliches Gutachten, die Grünen ein künftige Reduzierung der Zuweisungen an den Zweckverband.
24. Februar 2010, 21:30 Uhr

Zudem verfolgt man in Pohlheim mit großer Aufmerksamkeit die Diskussion in der Nachbarkommune Fernwald. Schon mehrfach hatten dort die Freien Wähler im Rahmen vom Haushaltsberatungen die Mitgliedschaft im Zweckverband Hallenbad Pohlheim angesprochen und eine Verringerung des Zuschusses der Gemeinde Fernwald angemahnt: Der jährliche Betrag für den Zweckverband soll auf 50 000 Euro, also um die Hälfte gekürzt werden. Entschieden ist aber in Fernwald noch nichts.

Reimar Stenzel, Vorsitzender der Pohlheimer Grünen, schlägt in einem Antrag für das Pohlheimer Stadtparlament vor: Der Etat über die Zuweisung an den Zweckverband Hallenbad - beginnend 2011 - solle jährlich um fünf Prozent gesenkt werden. Stenzel argumentiert, das Hallenbad könne langfristig nur vor der Schließung bewahrt werden, wenn man nicht einfach einen festen Zuschussbetrag durchwinke. Vielmehr solle man darauf drängen, dass der Zweckverband gemeinsam mit dem Betreiber (SWG) einen Weg einschlägt, der mehr Einnahmen aus dem Betrieb generiert und andere den Zuschussbedarf reduzierende Maßnahmen ergreift. Hierbei seit auch zu prüfen, inwieweit die Stadtwerke Gießen selbst durch Subventionen zu einer Kostenentlastung beitragen. In Gießen werden die Bäder aus Gewinnen des Energieverkaufs subventioniert. Die SWG liefere Energie auch nach Pohlheim. Weder Bus noch Bad würden aber bis heute entlastet.

Horst Biadala (SPD): »Alle Möglichkeiten an Einsparungen erst mal prüfen«

Horst Biadala, Fraktionsvorsitzender der Pohlheimer SPD, unterstrich auf Anfrage der »Allgemeinen« die auch überregionale Bedeutung des Pohlheimer Hallenbades, das man auf jeden Fall erhalten wolle. Der Pohlheimer SPD-Vorsitzende ist der Meinung, man müsse eerst mal gemeinsam verschiedene Möglichkeiten zur Einsparung prüfen.

Wie von der AZ berichtet wurde, beschäftigt man sich auch die Pohlheimer CDU mit Einsparmöglichkeiten hinsichtlich der Finanzierung des Pohlheimer Hallenbads (der jährliche Pohlheimer Zuschuss an den Zweckverband beträgt 400 000 Euro). Matthias Jung, Fraktionsvorsitzender der Pohlheimer Christdemokraten, schlägt in einem Antrag für die Stadtverordnetensitzung vor: Die Pohlheimer Vertreter im Zweckverband Hallenbad sollten sich in der Verbandsversammlung dafür einsetzen, dass ein Gutachten über die wirtschaftliche Entwicklung des Hallenbades in Auftrag gegeben werde. Ermittelt werden sollten in dem Gutachten verschiedene Einsparpotenziale. Beispiele: Lohnaufwendungen, wirtschaftliche Führung des Bades durch die Stadtwerke, Errichtung einer Fotovoltaikanlage auf dem Dach des Hallenbades. Auch könnten mit dem Kreis erneute Verhandlungen zur Erhöhung seines Beitrages für das Schulschwimmen geführt werden.

Die Pohlheimer CDU, so Matthias Jung weiter, bedauere ausdrücklich, dass Bürgermeister Karl-Heinz Schäfer bei den Bemühungen, wonach Nachbarkommunen und der Kreis zur Finanzierung des Pohlheimer Hallenbades (durch einen jährlichen Zuschuss) beitragen könnten, auf keine Resonanz gestoßen sei. Leider stoße der Wille zur interkommunalen Kooperationsbereitschaft an seine Grenzen, wenn es um das eigene Geld geht, stellen die Pohlheimer Christdemokraten fest und würdigen die kollegiale Haltung der Nachbargemeinde Fernwald, die nach wie vor ihren jährlichen Zuschuss in den Zweckverband für das Pohlheimer Hallenbad einbringen.



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