18. Dezember 2016, 21:13 Uhr

Walter Damasky ist Ehrenbürger der Stadt Pohlheim

Pohlheim (chh). Walter Damasky war die Rührung anzusehen – und als dann noch der ehemalige Bürgermeister der Partnergemeinde Admont, Günther Posch, den großen Saal der Volkshalle betrat, verschlug es dem Watzenborn-Steinberger Urgestein vollends die Sprache. Damasky ist am Freitag bei der Stadtverordnetenversammlung die höchste Auszeichnung der Stadt verliehen worden.
18. Dezember 2016, 21:13 Uhr
Natürlich ist auch die Familie dabei, wenn Vater beziehungsweise Großvater die Ehrenbürgerschaft verliehen wird. Walter Damasky ist erst die fünfte Persönlichkeit, dem diese Ehre zuteil wurde. (Foto: Christoph Hoffmann)

Der 80-Jährige darf sich fortan Ehrenbürger der Stadt Pohlheim nennen. Eine Auszeichnung, die zuvor erst fünf Persönlichkeiten verliehen worden war.

Bürgermeister Udo Schöffmann hatte den Reigen der Festreden eröffnet – und gleich mit einer großen Überraschung aufgewartet: »In einer Fernsehsendung würde man jetzt sagen, wir schalten live in das 655 Kilometer entfernte Admont. In Pohlheim sagen wir: Wir begrüßen den Ehrenbürger und Bürgermeister a.D. von Admont, Günther Posch, der sich gemeinsam mit Erwin Zinnebner auf den weiten Weg nach Pohlheim gemacht hat.« Die beiden Vertreter der Partnergemeinde begrüßten den staunenden Damasky herzlich und nahmen dann auf den Zuschauerbänken Platz, um der Laudatio des Bürgermeisters zu lauschen.

Früher müsse der Tag mehr als 24 Stunden gehabt haben, sagte Schöffmann, denn sonst hätte Damasky nicht diese schier endlose Zahl an Ehrenämtern ausüben können. Unter anderem ist der 80-Jährige seit 1951 Mitglied beim Gesangverein Eintracht Watzenborn-Steinberg. 1956 war er Mitbegründer des Karnevalsvereins »Die Mollys«, denen er noch heute die Treue hält. Gründungsmitglied ist er auch beim Förderverein »Alte Kirche« in Watzenborn-Steinberg und beim Partnerschaftsverein, für den er etliche Seniorenfreizeiten nach Admont, Strehla und Zirc organisiert hat. Der VdK-Ortsverband hat ihn zudem zum Ehrenvorstandsmitglied ernannt. Auch seine Leidenschaft für die heimische Geschichte sei unerreicht, sagte Schöffmann und erinnerte an die vielen Festschriften, die der Watzenborn-Steinberger verfasst hat. Für die Chronik zum 875-jährigen Bestehen seines Heimatortes habe Damasky über 25 Jahre recherchiert.

Aber nicht nur in Vereinen, sondern auch in der Politik habe sich Damasky verdient gemacht, sagte Schöffmann und verwies auf 16 Jahre Ortsbeirat, 20 Jahre Stadtverordnetenversammlung und 17 Jahre als Vorsitzender des Sozialausschusses, die der Christdemokrat zum Wohle Pohlheims geleistet habe. »Lieber Walter, Du hast bürgerschaftlichem Engagement in Pohlheim ein Gesicht gegeben. Dafür möchten wir uns heute bei dir bedanken«, sagte Schöffmann und bat Damasky nach vorne, um ihn die Urkunde zu überreichen.

Auch Stadtverordnetenvorsteherin Anja Sames-Postel ließ es sich nicht nehmen, dem neuen Ehrenbürger zu danken. Sie bezeichnete Damasky als »leuchtendes Beispiel für Gemeinsinn«, der trotz persönlicher Schicksalsschläge nie nachgelassen und sich immer für seine Mitbürger eingesetzt habe. Sames-Postel dankte nicht nur für die vielen Partnerschaftsreisen, bei denen sie ihn als tollen Leiter erlebt habe, sondern vor allem für eine »ganz besondere Lebensleistung.«

Die hob auch der Ehrengast aus Admont hervor, Bürgermeister a.D. Günther Posch. »Walter hat nicht nur in Pohlheim Geschichte geschrieben, sondern auch in Admont.« Bei den Planungen der viel Aktivitäten der Freizeitreisen hätten sich die Admonter stets im Hintergrund gehalten: »Wir wussten immer: Das, was Du anpackst, funktioniert.« Man hätte sich aber auch zurückgehalten, weil Damasky sich von seinen Konzepten ohnehin nicht hätte abbringen lassen, sagte Posch und erntete dafür einige Lacher, schließlich ist der neue Ehrenbürger auch in Pohlheim für seine Hartnäckigkeit bekannt. Damasky, der im Kreise seiner Familie die Rede verfolgte, konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen.

Auch Christdemokrat Jakob-Ernst Kandel fand warme Worte für seinen Parteifreund: »Ehre mag heute ein altmodischer Begriff sein. Was dahinter steckt, wenn jemand zum Ehrenbürger ernannt wird, ist aber immer noch aktuell.« Im Namen der CDU dankte er Damasky für sein großes Engagement für den Bürgersinn. »Wir sind stolz, dich als Freund zu haben.«

Worte, die Damasky sehr Nahe gingen – und das, obwohl er in Sachen Auszeichnungen eine gewissene Routine hat. Er ist nicht nur Ehrenstadtverordneter, er erhielt auch schon den Ehrenbrief des Landes Hessen, die goldene Ehrennadel der Partnergemeinden Admont und Zirc, die silberne sowie die goldene Ehrenplakette der Stadt Pohlheim, den großen Verdienstorden in Gold mit Brillanten der Interessengemeinschaft Mittelrheinischer Karneval sowie eine Einladung ins Schloss Bellevue, wo sich Bundespräsident Joachim Gauck bei Damasky für seine ehrenamtliche Tätigkeit bedankte. Doch trotz der vielen Ehrungen schien ihn die Verleihung der Ehrenbürgerschaft ganz besonders am Herzen zu liegen. »Ihr seht mich hier ein bisschen hilflos. Wie soll ich angemessene Worte finden für diese Ehre?« Damasky fand sie. Er wolle sich vom ganzen Herzen bedanken, auch bei denen, die ihn in den vielen Jahren unterstützt haben. »Ich weiß noch aus der Zeit, als ich in ihren Reihen saß, wie schwer wir uns getan haben, solch eine Ehrung vorzunehmen. Daher weiß ich es besonders zu schätzen.«

Der Beschluss, Damasky die Ehrenbürgerschaft zu verleihen, war in allen Gremien einstimmig gefasst worden. Über alle Fraktionen hinweg war zudem deutlich gemacht worden, wie wichtig und richtig diese Verleihung doch sei.

Im Anschluss unterbrach Sames-Postel die Sitzung für einen kleinen Sektempfang. Damasky musste viele Hände schütteln. Eine Aufgabe, die der frischgebackene Ehrenbürger nur allzu gerne nachkam.

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