19. August 2013, 15:18 Uhr

Londorf: MS-Selbsthilfegruppe Wackelpeter feiert 25-Jähriges

Rabenau (vh). Das 25-jährige Bestehen feierte die Selbsthilfegruppe »Wackelpeter« Gießen für MS-Erkrankte am Samstagnachmittag auf dem Gelände des Schützenvereins Londorf mit einem Festakt und anschließendem Grillfest.
19. August 2013, 15:18 Uhr
Zum Jubiläum der MS-Selbsthilfegruppe gab es einige Ehrungen. (Foto: vh)

Regine Döhring meinte, der Gruppenname sei kein Scherz, sondern Programm. Mit Selbstironie sei nämlich manches besser zu bewältigten. Döhring ist selber Gruppenmitglied und musiziert trotz ihrer Krankheit bei den »Ukulele Stringband Ramblers«, einem Erwachsenenensemble der Musikschule Wölfersheim-Langsdorf-Hungen. »Wackelpeter« nennt sich der Zusammenschluss von vier MS-Stammtischen aus dem Kreisgebiet, das sind Gießen, Linden, Laubach und Großen-Buseck (jetzt Reiskirchen).

Die Begrüßung übernahm Gesamtgruppenleiterin Andrea Helker. In 25 Jahren sei viel getan worden für die Gesprächskultur über individuelle Probleme und das Erleben von Gemeinschaft durch Ausflüge oder Feieranlässe, sagte Helker. Aus dem einen Wackelpeter-Stammtisch in Gießen sei das heutige Kleeblatt entstanden. Drei ausgebildete Betroffenen-Berater gehörten dazu. Die Selbsthilfegruppe erhalte ausschließlich Mittel von Spendern und Sponsoren, denen Helker ausdrücklich dankte.

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Rüdiger Veit sagte als Jubiläumsgeschenk eine Busfahrt nach Berlin mit Besuch des Bundestags zu, organisiert vom Bundespresseamt. Landrätin Anita Schneider betonte die ehrenamtliche Hilfe innerhalb der Gruppe sowie von Angehörigen. Gießens Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich nannte MS-Selbsthilfegruppen als wichtig für die psychosoziale Versorgung der Bevölkerung. Gießen sei die »Hauptstadt der Selbsthilfegruppen«, weil deren Unterstützung dort eine 35-jährige Tradition habe und die Fachorganisation Deutsche Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen daraus hervorgegangen sei. Selbsthilfegruppen sollten das unbequeme Sprachrohr sein, mit dem man Kritik und Wünsche äußern dürfe.

Rabenaus Bürgermeister Kurt Hillgärtner nannte das menschliche Miteinander etwas Besonderes, worauf die Politik deutlicher reagieren müsse. Nur allein auf Spendenbasis zu arbeiten, empfinde er auf Dauer als ungenügend. Der stellvertretende CDU-Kreisvorsitzende Klaus-Peter Möller erinnerte daran, dass diese Krankheit jeden ereilen könne. Bei Patienten schmälere die Selbsthilfegruppe deren Hoffnungslosigkeit.

Den Rückblick auf die Wackelpeter-Geschichte gab Monika Dettke, Leiterin soziale Dienste im Landesverband Hessen der Deutschen Multiple-Sklerose Gesellschaft (DMSG). Unter Leitung von Manuela Kramer und Karin Volk fand von 1988 an der monatliche Stammtisch in der Kongresshalle statt. Im Vorstand sind zudem Peter Volk und Volker Zipp. Seit März 2008 verfügt jeder Stammtisch über einen Gruppenleiter. Für Buseck/Reiskirchen sind es Andrea Helker und Ute Velten, für Gießen Marita Marsch, für Linden Silke Valentin und für Laubach Manuela Kramer. Sabine Klink und Wolfgang Schmitt führen die Kasse, Karin Kappes ist Spendenbeauftragte. Betreffs Öffentlichkeitsarbeit wurde ein Flyer aufgelegt.

Beim Programmpunkt Ehrungen hatte Dr. Sibylle Starzacher, Vorstandsmitglied der DMSG (Frankfurt), Ehrennadeln des Dachverbands und Flaschen aus dem Frankfurter Weingut dabei. Die Goldene Ehrennnadel erhielten Silke Valentin und Hannelore Weiser. Beide Beraterin für Betroffene mit Ausbildung durch den Landesverband. Zusammen mit Manuela Kramer beraten sie einmal monatlich im Gebäude des VdK Gießen. Kramer wurde bereits die Silberne und Goldene Ehrennadel verliehen, daher erhielt sie einen Blumenstrauß. Silberne Ehrennnadeln erhielten Andrea Helker (Gesamtgruppenleiterin) sowie Sabine Klink, Maritha Marsch, Wolfgang Schmitt und Ute Velten (alle in der Gesamtgruppenleitung aktiv).

Vier Gruppenmitglieder aus dem Gründungsjahr erhielten von Andrea Helker eine Urkunde: Manuela Kramer, Regina von Wiecki, Ilse Engels und Helga Linn. Ausklang der Feier mit Musik der Band. Anschließend Kaffee und Kuchen, abends die Grillfeier.



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