31. Januar 2010, 16:54 Uhr

»Just Oddo« gewann den Nachwuchs-Wettbewerb "No Label"

Wettenberg (srs). Metal-Musiker fegten mit wilden Gitarren- und Schlagzeugsoli die Bühne. Besinnlich und in sich ruhend stimmten drei Schwestern Folksongs an. Und zum Schluss schmetterte eine in mittelalterliche Gewänder gekleidete Truppe Trinklieder und Gesänge über Freiheit, begleitet von Flöte und Schalmei. Vielfältiger hätte eine Konzertnacht kaum sein können. Sechs Nachwuchsbands aus der Region spielten am Freitagabend im Bürgerhaus Launsbach im Rahmen des Wettbewerbs »No Label« auf.
31. Januar 2010, 16:54 Uhr
Talent und Mut: Mona Poloschek

Wettenberg (srs). Metal-Musiker fegten mit wilden Gitarren- und Schlagzeugsoli die Bühne. Besinnlich und in sich ruhend stimmten drei Schwestern Folksongs an. Und zum Schluss schmetterte eine in mittelalterliche Gewänder gekleidete Truppe Trinklieder und Gesänge über Freiheit, begleitet von Flöte und Schalmei. Vielfältiger hätte eine Konzertnacht kaum sein können. Sechs Nachwuchsbands aus der Region spielten am Freitagabend im Bürgerhaus Launsbach im Rahmen des Wettbewerbs »No Label« auf.

Zum inzwischen sechsten Mal hatten dazu die kommunalen Jugendpflegen eingeladen, erstmals nun in Kooperation mit der Jugendförderung des Landkreises Gießen. Als Sieger ging am Freitag die Formation »Just Oddo« hervor. Die Gruppe darf sich auf eine professionelle Studioaufnahme freuen.

»Just Oddo« überzeugte das Publikum sowie eine achtköpfige Jury mit geradlinigem, eingängigem Rock und routiniertem Zusammenspiel. Ihre energiegeladenen, treibenden Stücke schreiben die in Wetzlar, Marburg und Gießen lebenden Musiker zwischen 17 und 24 Jahren selbst. Monatelang, so berichten sie im Gespräch mit der »Allgemeinen Zeitung«, hatten Gitarrist Nico Gotthardt, Bassist Kai Winterfeld und Schlagzeuger Georg Göpfrich einen Frontmann für ihre Band gesucht - bis sie im Herbst 2008 im Internet auf ein Bild des Sängers André Brossok stießen, sich trafen und nach ersten gemeinsamen Proben feststellten, dass es musikalisch passte. Auf die Frage nach Zielen der Band antwortet Bassist Winterfeld mit einem Augenzwinkern: »„Mal auf dem Nürburgring bei Rock am Ring aufzutreten, das hätte was.«

Den zweiten Platz des Wettbewerbs »No Label« belegte die Formation »Nostalgos« - und gewann somit einen Auftritt beim Festival »Bring Anna mit« in diesem Sommer. Mit Trinkliedern und Gesängen über »Räuber« in deutscher Sprache verbreiteten die sechs, in mittelalterlichen Gewänden steckenden Musiker unter den 140 zahlenden Zuhörern ausgelassene Stimmung. Flötenspiel und akustische Gitarrenklänge eröffneten die Stücke und erinnerten zunächst an Kinderlieder - bis schließlich Schlagzeug und elektrische Gitarren mit einstimmten.

Für wohlige Wärme sorgte mit besinnlichen Balladen die Gruppe »Lavender«, die am Ende den dritten Platz belegte. Die Schwestern Anouk, Floortje und Carlijn Vingerling trugen dreistimmig eigenkomponierte Folksongs vor, während Markus Wach sie am Kontrabass begleitete. »Don’t you be scared«, fordern die Sängerinnen in einem Stück Männer zu mehr Mut auf, Frauen anzusprechen.

Zu begeistern wusste auch das Punkrock spielende Quintett »Your Problem« um die stimmgewaltige Sängerin Katharina Decher, das sich zum großen Teil aus Mitgliedern der einstigen Schülerband der IGS Biebertal formiert hat. »Wir wollen in Zukunft noch mehr eigene Songs schreiben«, erklärt die Sängerin. Auftritte wie beim »No Label«-Wettbewerb seien großartig, um an Erfahrung zu gewinnen, ergänzt der junge Gitarrist Max Brück. »Der Beifall ist unser Brot.«

Die aus dem Wetterau-Kreis stammende Metal-Band »Prayers of Seth« brachte die Halle zum Dröhnen. Während Vincent Bechthold auf sein Schlagzeug eindrosch, stürmten die Gitarristen Fabian Lotz, Cedric Bechthold sowie Bassist Jonas Schwebel über die Bühne und brüllte Sänger Dennis Kraus sich die Seele aus dem Leib zu von Edgar Allan Poe inspirierten Texten. Mut und Talent bewies die 14-jährige Busecker Schülerin Mona Poloschek. Sie sang unter anderem »Valerie« von Amy Winehouse und »I don’t like Mondays« von den Boomtown Rats, während die 15-jährige Katrin Schwalb sie am elektronischen Piano begleitete.

Ausschlaggebend für den Wettbewerb waren neben der Qualität der Lieder das Zusammenspiel der Musiker, die Beherrschung der Instrumente und die Bühnenshow. Der Musikstil spielte keine Rolle. In der achtköpfigen Jury saßen Vertreter heimischer Musikschulen sowie Jugendbetreuer und Jugendliche aus Gemeinden des Kreises.

Die für die Organisation des Wettbewerbs verantwortliche Wettenberger Jugendpflegerin Nora Schmidt äußerte sich am Ende zufrieden. »Es ist zwar schade, dass nicht mehr gekommen sind. Aber es war wunderbar friedlich.«

Die Fachstelle für Suchtprävention schenkte während des Abends alkoholfreie Cocktails aus. Die Polizeioberkommissare Jörg Pfeiffer und Yvonne Ruch informierten über die Aktion »Bob«. Das Deutsche Rote Kreuz Wettenberg/Biebertal stellte den Sanitätsdienst, versorgte die Gäste mit Essen und rief zu Spenden für die Erdbebenopfer von Haiti auf. 80 Euro kamen am Ende zusammen. Als »Headliner« außerhalb der Konkurrenz trat die Band »Exit« auf.

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