17. September 2016, 12:00 Uhr

Unfall schnell melden

Auf den deutschen Straßen wird es immer enger. Das liegt nicht nur daran, dass die Autos immer größer werden, sondern vor allem daran, dass es immer mehr zugelassene Fahrzeuge gibt. Im Januar 2015 waren es dem Kraftfahrt-Bundesamt zufolge insgesamt 62,4 Millionen.
17. September 2016, 12:00 Uhr
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Von Rüdiger Geis
Wer einen Unfall verursacht, sollte seine Versicherung so bald wie möglich informieren (spätestens nach einer Woche) um Probleme bei der Schadensregulierung zu vermeiden. (Foto: dpa)

Das hat Folgen: Nach Angaben des Deutschen Verkehrssicherheitsrates nahm die Polizei allein im September 2015 209 917 Unfälle im Straßenverkehr auf – 5,2 Prozent mehr als September 2014. Während die Zahl der Personenunfälle dabei sank, erhöhte sich die Summe der Sachschadensunfälle.
Auch aus den Statistiken des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) lässt sich herauslesen, dass die Leistungen der KfZ-Versicherer im Haftpflichtbereich gestiegen sind – zumindest zwischen 2012 und 2014. Laut GDV leisteten die Unternehmen 2012 rund 12,6 Milliarden Euro, 2014 waren es etwa 13 Milliarden Euro. Positiv hingegen war die Entwicklung laut Statistik des GDV in dem Zeitraum bei den Kasko-Schäden: Nach einem Anstieg 2013 lag der geleistete Gesamtbetrag 2014 in etwa auf dem Niveau von 2012 – und zwar sowohl in der Teilkasko- (rund 950 Millionen Euro) als auch in der Vollkaskoversicherung (rund 6,6 Milliarden Euro).

Bedingungen beachten

Problemen bei der Schadensabwicklung mit der KfZ-Versicherung können Versicherte schon beim Abschluss des Vertrages vorbeugen. »Wichtig ist, dass die Bedingungen stimmen«, erklärt Bianca Boss vom Bund der Versicherten in Henstedt-Ulzburg bei Hamburg. »Das ist wichtiger als ein günstiger Beitrag.«
Die Versicherung sollte zum Beispiel auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit verzichten. »Damit erklärt der Versicherer, dass er nicht erst diskutiert, ob der Fahrer nur schusselig war oder grob fahrlässig«, heißt es in dem Spezial-Heft »Auto versichern« der Stiftung Warentest. »Er zahlt voll.«
Wie wichtig diese Klausel sein kann, zeigt dieses Urteil: In einem Fall hatte ein Fahrer bei der Einfahrt in ein Parkhaus vergessen, dass er Fahrräder auf dem Dach montiert hatte. Wegen dieser groben Fahrlässigkeit kürzte der Versicherer die Leistung um 30 Prozent. Zu Recht, wie das Landgericht Hagen entschied (Az.: 7 S 21/13).
Grob fahrlässig kann es auch sein, wenn sich ein Versicherter zu spät bei seiner Versicherung meldet. »Ein Schaden muss immer so schnell wie möglich angezeigt werden«, sagt Boss. In der Regel heißt das: Eine Woche nach Eintritt des Schadens sollte die Versicherung informiert werden. Allerdings kann es Ausnahmen geben: »Sollten Sie im Krankenhaus liegen und nicht ansprechbar sein, geht das ja nicht ohne weiteres«, sagt Boss. Lediglich kleine Schäden, die der Versicherte selbst zahlt, weil er seinen Schadensfreiheitsrabatt retten will, dürfen später gemeldet werden. Bei der Schadensmeldung unerlässlich: »Die Angaben müssen richtig und vollständig sein«, sagt Boss. Wer zum Beispiel nicht angibt, dass er zu schnell unterwegs war, bleibt unter Umständen auf seinem Schaden sitzen, wie das Saarländische Oberlandesgericht entschied (Az.: 5 U 78/08). In diesem Fall konnte ein Sachverständiger nachweisen, dass der Fahrer 25 km/h schneller gefahren war als angegeben. Die Vollkasko zahlte nichts. Schäden sollten auch nicht sofort repariert werden. »Die Versicherung muss die Möglichkeit haben, den Schaden zu begutachten«, sagt Boss. Meist nimmt ein Sachverständiger das kaputte Auto in Augenschein. »Schickt der Versicherer einen Mitarbeiter, um ein Gutachten erstellen zu lassen, sollte man stutzig werden«, erklären die Experten der Stiftung Warentest. »Ein Versicherungsmitarbeiter darf kein Gutachter sein.« (dpa)


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