12. August 2009, 20:48 Uhr

1,4 Promille im Blut: 19-Jährige vor Gericht

Gießen/Reiskirchen (ti). Eine Party, jede Menge Alkohol und ein paar Bekannte, die am frühen Morgen kein Taxi bekamen. Diese Konstellation wurde einer jungen Frau aus Rödgen im April dieses Jahres zum Verhängnis.
12. August 2009, 20:48 Uhr

Hinzu kam ein dummer Zufall, ohne den die heute 19-Jährige ihren Führerschein möglicherweise noch hätte. Doch diesen ist sie seit ihrer Trunkenheitsfahrt in jener Nacht los, muss mindestens noch weitere acht Monate auf ihn verzichten und zudem 300 Euro zahlen. Das entschied gestern am Amtsgericht Richterin Maddalena Fouladfar.

Eigentlich habe sie gar nicht vorgehabt zu fahren, erklärte die Angeklagte, die den Vorwurf in vollem Umfang einräumte. Doch Bekannte hätten kein Minicar bekommen und gefragt, ob die damals 18-Jährige sie nach Hause fahre. Sie willigte ein, um den vier Jungen einen Gefallen zu tun, und startete von Gießen aus die Fahrt nach Reiskirchen.

Dort fiel die Rödgenerin einer Polizeistreife auf. Allerdings nicht aufgrund ihrer Fahrweise. Im Gegenteil: Die Beamten beschrieben diese später in ihrem Protokoll als sicher, Gang und Sprache der jungen Frau als unauffällig, ihr Auffassungsvermögen als gut. Es war das vordere Kennzeichen des Kleinwagens, das plötzlich abfiel und die Aufmerksamkeit der Ordnungshüter auf sich zog. »Wir haben es eingesammelt, sind hinterhergefahren und haben den Wagen angehalten«, erinnerte sich ein 30-jähriger Polizist. Aus dem Wagen sei ihm starker Alkoholgeruch entgegengekommen, doch den schrieb der Beamte den vier jungen Männern auf der Rückbank zu. Erst als die Angeklagte längere Zeit »ziemlich hektisch« nach ihren Papieren suchte, bat er sie darum, auszusteigen und zu »pusten«. Dass der Alkoholtest rund 1,4 Promille ergab - bereits mit einem Wert von 1,1 Promille ist man laut Gesetz »absolut fahruntüchtig« -, überraschte den Polizisten.

Die Richterin machte in der Urteilsbegründung deutlich, dass es sich in diesem Fall nicht um einen Kavaliersdelikt handele. Wie gefährlich es sei, alkoholisiert zu fahren, belegten unzählige Medienberichte. Zudem sprach Fouladfar von einer »hohen Alkoholgewöhnung« der heranwachsenden Angeklagten, die zugab, »ziemlich viel in relativ kurzer Zeit« getrunken zu haben. »Bei so viel Promille geht es vielen ganz schlecht, und Sie können noch Auto fahren«, wunderte sich die Richterin. Es sei gut, dass sie gestoppt wurde. »Unvorstellbar, was alles hätte passieren können.«

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