02. Juni 2019, 09:00 Uhr

Junger Kinostar

12-jährige Gießenerin spielt Hauptrolle im TKKG-Film

Emma-Louise Schimpf ist zwölf Jahre alt und geht in die Liebigschule, sie mag ihre Kaninchen und spielt Handball. Jetzt kommt sie groß raus: Als Gaby im neuen »TKKG«-Film.
02. Juni 2019, 09:00 Uhr
Die »TKKG«-Viererbande: Gaby (Emma Schimpf) mit Karl (Manuel Santos), Klößchen (Lorenzo Germeno) und Tim (Ilyes Moutaoukkil . ( Fotos: Warner Bros. Enterainment/Oliver Schepp)

Am Fenster hängt noch die große 7. Len hatte kürzlich Geburtstag, Emmas kleiner Bruder. Die Zwölfjährige hat die bunte Deko für ihn gemacht. Jetzt sitzt sie mit den Eltern in der gemütlichen Wohnküche und nascht Erdbeeren, gleich werden die Geschwister aus der Kita kommen. Alltag bei Familie Schimpf. Diese Normalität wird bald kräftig durcheinander gewirbelt. Denn am 6. Juni ist Kinostart für »TKKG«. Darin wird die Emma die Gaby spielen, ein Mädchen, das mit seinen drei Freunden ein aufregendes Abenteuer erlebt und einen Kriminalfall löst. Der Film steht in der Tradition der »TKKG«-Bücher und -Filme der 80er Jahre, doch hat man den Klassiker entstaubt und modernisiert. Dazu gehört auch, dass die standardisierten Rollenbilder aufgebrochen wurden. Das einzige Mädchen in der Runde war früher brav, tierlieb und etwas ängstlich. Die heutige Gaby ist immer noch tierlieb, aber sie ist ein mutiges, selbstbewusstes Mädchen. Eines wie Emma Schimpf.

Fotoshootings für Maggi

In der Kartei einer Kölner Kinderagentur registriert war Emma schon lange. Als Vier- und Fünfjährige hat sie bereits bei Fotoshootings mitgemacht. Damals wählte man sie für Werbung aus - unter anderem wurden im Maggi-Kochstudio Hackbällchen gerollt, erzählen die Schimpfs lachend. Das sei immer eine spaßige und stressfreie Sache gewesen. Einige Jahre tat sich dann nicht viel. Im vergangenen Jahr kamen plötzlich gleich mehrere Anfragen für ein Casting. Unter anderem für die »Drei Ausrufezeichen«. Bis letztendlich bei »TKKG« die Entscheidung für Emma fiel, vergingen mehrere Monate. Und die waren nicht gerade entspannt, erinnert sich Sonja Schimpf. Zwar musste die Familie nicht zu jeder Bewerbungsrunde anreisen, sondern konnte die Filme unter Anleitung selbst per Tablet aufnehmen, doch der Nervenkitzel wurde von Mal zu Mal größer. Bei der Auswahl wurde nichts dem Zufall überlassen, Regisseur Robert Thalheim hatte ganz genaue Vorstellungen, wie »seine« Gaby zu sein hatte. Als dann die Zusage kam, waren alle komplett aus dem Häuschen. »Ich dachte erst, meine Eltern wollen mich auf den Arm nehmen«, sagt Emma mit breitem Grinsen. Fasziniert und ein bisschen verblüfft schaut man sie an: Das Gesicht verwandelt sich in Sekunden in ein einziges Strahlen - sehr hübsch, ein bisschen keck und sehr natürlich. Selbst die Zahnspange tut dem Charme keinen Abbruch. Man bekommt eine Ahnung, warum die Profis auf das Mädchen aus Gießen aufmerksam geworden sind. Es muss etwas mit dieser ungekünstelten Ausstrahlung zu tun haben. Um zu ergründen, woher sie die hat, muss man nicht lange suchen: Manchmal sieht sie aus wie eine jüngere Version ihrer Mutter Sonja, dann wieder blitzt die Ähnlichkeit mit Papa Haiko hervor. Der Wirt der Kultkneipe »Kaffee Wolkenlos« ist selbst ein bekanntes Gießener Gesicht - seine Tochter wird diese Prominenz in Kürze um einiges toppen. Wie fühlt man sich dabei? »Wahnsinnig stolz und wahnsinnig aufgeregt«, sagen die Eltern wie aus einem Mund. Und natürlich machen sie sich auch ein bisschen Sorgen. Die Dreharbeiten liegen bereits einige Monate zurück, längst ist wieder Ruhe eingekehrt im Familienleben. Wie wird es sein, wenn ihr Kind auf allen Leinwänden der Republik zu sehen sein wird? »Wir freuen uns riesig über diese Chance, aber es darf nicht zur Belastung werden«, sagt Sonja Schimpf. Bisher haben sie das sehr gut hinbekommen. Zu den Dreharbeiten haben sie ihr Kind abwechselnd begleitet, zu Hause sprangen die Großeltern mit ein. Zwei Monate hat es gedauert, bis der Film fertig war. Zwei Monate schulfrei, der Traum jeden Schülers, oder? »Das waren extrem spannende Wochen, aber es gehörte auch viel Disziplin dazu«, erzählt Haiko Schimpf. Wartezeiten am Set, die Filmaufnahmen selbst, Texte lernen… und jeden Tag eine Stunde Online-Unterricht, damit sie in der Schule nicht zu viel verpasst. Hilfreich sei die entspannte und familiäre Atmosphäre innerhalb des gesamten Teams gewesen. Und zum Glück hätten sich die Kinder auf Anhieb gut verstanden - vor und hinter der Kamera. Trotzdem, sagt Emma, hat sie manchmal die Freundinnen zu Hause in Gießen vermisst. »Es war zeitweise hart, aber Emma hat das super gemacht, sie war cool und entspannt«.

Der Anfang einer Karriere?

Das sehen nicht nur die Eltern so. Regisseur Thalheim sagt über Emmas Schauspieldebüt: »Sie hat einen unglaublichen Instinkt und trotzdem eine große Genauigkeit im Spiel. Es ist wirklich manchmal atemberaubend gewesen, das zu beobachten. Sie ist einfach eine tolle konkrete und selbstbewusste Gaby! Sie braucht keine Jungs, die auf sie aufpassen - es ist eher umgekehrt«.

Jede Legende hat ihren Anfang, lautet der Untertitel des neuen »TKKG«-Kinofilms. Vielleicht ist diese Legende auch der Anfang von Emma-Louise Schimpfs Karriere als Schauspielerin. »Ja, vielleicht«, sagt die Zwölfjährige, und da ist es wieder, dieses Emma-Lächeln. Es sind aber auch noch ganz andere Berufe im Rennen. Försterin vielleicht oder Meeresbiologin - oder doch Lehrerin - so wie die Mama.

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