05. März 2015, 21:33 Uhr

46ers kriegen Osthalle weiter umsonst

Gießen (mö). Die Basketballer der Gießen 46ers werden auch künftig für die Nutzung der städtischen Sporthalle Ost keine Gebühren zahlen müssen.
05. März 2015, 21:33 Uhr
Für die Nutzung der Osthalle, hier beim Spiel gegen Würzburg im Dezember, müssen die Gießen 46ers auch künftig keine Gebühr an die Stadt zahlen. (Foto: Friedrich)

Mit der Forderung nach einem Nutzungsentgelt stand die Fraktion Linkes Bündnis/Bürgerliste am Mittwochabend im Sportausschuss allein auf weiter Flur. Die im Ausschuss stimmberechtigten Fraktionen SPD, Grüne, CDU und Freie Wähler lehnten einen Antrag des Stadtverordneten Michael Janitzki ab.

Janitzki argumentierte, dass das gegenwärtig in der zweiten Liga beheimatete Profisportunternehmen Gießen 46ers anders behandelt werden müsste als die normalen, ehrenamtlich organisierten Vereine, denen die Stadt zurecht keine Gebühr für die Nutzung von Sportanlagen in Rechnung stelle. Und er erinnerte daran, dass der Magistrat 2013 angekündigt habe, mit dem Sportunternehmen über eine Hallengebühr zu verhandeln, wenn die 46ers wirtschaftlich überm Berg seien. Nachdem die Bürgschaft der Stadt zurückgezahlt sei, sei das offenkundig der Fall.

Volker Kölb (CDU), Frank Schmidt (SPD) und Klaus-Dieter Greilich (FDP) wiesen Janitzkis Ansinnen zurück. Erstens hätten die 46ers auch in der bundesweit spielenden ProA (zweite Liga) einen Werbewert für die Stadt Gießen und übernähmen zweitens bei den Heimspielen die kompletten Kosten für Reinigung, Müllentsorgung, Sicherheitsdienst und den Brandschutz. Oberbürgermeistern Dietlind Grabe-Bolz (SPD) mutierte fast zum Cheerleader und legte sich für die Basketballer (»sind ein Aushängeschild für Gießen«) mächtig ins Zeug. »Geh mal dort hin. Da schallt es aus tausenden von Kehlen Gießen, Gießen...«, sagte Grabe-Bolz an Janitzki gerichtet. Weiter machte die Sportdezernentin deutlich, dass sich die Frage einer Hallengebühr für die Osthalle momentan auch gar nicht stellt, weil Stadt und 46ers bereits im September den Nutzungsvertrag für zwei weitere Jahre verlängert hatten.

Diese erstmals 2006 geschlossene Vereinbarung ist auch Grundlage für die kostenlose Überlassung der Sporthalle Ost. Die Vertragspartner hatten sich vor neun Jahren verpflichtet, dass die Stadt die Spielstätte modernisiert und die Basketballer im Gegenzug bis 2013 ihre Heimspiele dort austragen. Mit diesem Schritt reagierte die Stadt damals auf die Bestrebungen eines Privatinvestors, im Gießener Umland eine Veranstaltungshalle zu bauen und die 46ers als Hauptmieter zu verpflichten. Inhalt dieser Vereinbarung war auch, dass im Fall der 46ers die »Richtlinie zur Förderung des Sports in der Stadt Gießen« aus dem Jahr 2002 greift. Danach stehen den »Sportvereinen der Stadt Gießen« die stadteigenen Sportstätten für Training und Wettkampf »unentgeltlich« zur Verfügung. Das galt und gilt auch für das Privatunternehmen 46ers.

TV Hüttenberg musste zahlen

Für Nutzer, bei denen es sich um Vereine von außerhalb Gießens handelt, gilt das im Umkehrschluss nicht. So musste auch der Handball-Bundesligist TV Hüttenberg in der Erstligasaison 2011/12 für einige, in der Sporthalle Ost ausgetragene Heimspiele zahlen. Zu den Beträgen, die damals fällig wurden, hielt man sich bei den Hüttenbergern bedeckt. In der städtischen Entgeltordnung heißt es, dass bei »Bundesligaveranstaltungen« zehn Prozent der Bruttoeinnahmen an die Stadt Gießen abzuführen sind. Laut einer im Jahr 2011 vom Magistrat vorgelegten Berechnung setzt die Stadt für ein Bundesligaspiel im Sportkomplex Ost ein Entgelt von 3000 Euro an.



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