21. Juni 2019, 22:16 Uhr

Alternative zum Schulsportalltag

21. Juni 2019, 22:16 Uhr
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Von Armin Pfannmüller
Die RHS-Schüler Johanna (l), Theresa und Michael werden beim Training im FitX von Malte Wirths (2. v. l.) angeleitet, (Foto: pd)

Johanna bearbeitet den Medizinball, Theresa hat die Reckstange fest im Griff und Michael lässt am Seil die Muskeln spielen. Eigentlich eine ganz normale Szene in einem Fitnessstudio. Doch die drei jungen Leute absolvieren ihre Übungen im FitX in der Galerie Neustädter Tor nicht als privates Training, sondern im Rahmen des Schulsports. Die Elftklässler der Ricarda-Huch-Schule profitieren mit ihrer Sportgruppe von einem Kooperationsvertrag, den die Stadt als Schulträger mit dem Fitnessstudio am Oswaldsgarten abgeschlossen hat.

»Wir erweitern so die Flächen für unseren Sportunterricht und können eine Infrastruktur nutzen, die uns nicht in jeder Sporthalle zur Verfügung steht«, erklärt Stadträtin Astrid Eibelshäuser. Da die vorhandenen Sporthallenkapazitäten durch Hallensperrungen wie aktuell an der Doppelturnhalle der Liebigschule oder Sanierungsmaßnahmen wie in der Vergangenheit am Landgraf-Ludwigs-Gymnasium zeitweise eingeschränkt seien und der schulische Bedarf nicht vollständig abgedeckt werden könne, sei das Schulverwaltungsamt permanent auf der Suche nach alternativen Sporträumen, sagt die Dezernentin.

Erstmals fündig geworden ist die Stadt im Februar im Kletter- und Boulderzentrum des Deutschen Alpenvereins. Seit dem Frühjahr läuft mit dem FitX-Studio eine weitere Kooperation, die zunächst als Pilotprojekt bis zu den Sommerferien abgeschlossen wurde. Aufgrund der positiven Rückmeldungen seitens der beteiligten Schulen wird das FitX auch im kommenden Schuljahr für den Sportunterricht genutzt.

Bisher sind Klassen der Ricarda-Huch-, der Max-Weber- und der Herderschule sowie der Wirtschaftsschule am Oswaldsgarten im Studio aktiv, Christian Neißner bringt für das kommende Schuljahr zusätzlich die Liebigschule und das LLG ins Spiel. Der stellvertretende Schulverwaltungsamtsleiter sieht in der Nutzung der FitX-Fläche eine »Alternative zum Schulsportalltag« und bezeichnet den Standort als ideal, da er von den beteiligten Innenstadtschulen fußläufig erreichbar ist. Schulen können die Trainingsfläche nach Absprache zwischen 8 und 17 Uhr nutzen. Das Studio betritt mit der Kooperation Neuland. Erstmals arbeite eines der 81 Studios in Deutschland eng mit Schulen zusammen, betont Gert Fischer. Der Geschäftsbereichsleiter Firmenfitness kann sich nach den ersten Erfahrungen eine Ausweitung des Projekts vorstellen. »Wir möchten Zugang zu Bewegung schaffen.« Gerade an Schulen könne man den Grundstein legen zur Freude am Sporttreiben.

Von positiven Erfahrungen mit FitX berichtet Simon Lukas. Der Schulsportleiter der Ricarda-Huch-Schule lenkt zum einen den Blick auf die schwierige Sporthallensituation an der Gesamtschule, die Fahrten zum Teil bis nach Kleinlinden mit sich bringen, und lobt andererseits die unkomplizierte Zusammenarbeit mit dem Fitnessstudio.



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