08. September 2011, 18:15 Uhr

Beratungsstelle »Aktino« feiert Zehnjähriges

Gießen (cg). »Aktino«, die Kontakt-und Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in der Nordstadt, gibt es seit zehn Jahren
08. September 2011, 18:15 Uhr
Sie freuen sich auf das Jubiläumsfest: Ralf Gockel, Kerstin Hoffmann, Gerda Weigel-Greilich, Inge Bietz und Astrid Dietmann-Quurk. (Foto: Schepp)

. »Unsere Angebote haben sich innerhalb des Gesamtkonzepts der erzieherischen Hilfen als wichtiger Baustein bewährt und vielen jungen Bewohnern dabei geholfen, Struktur in ihr Leben zu bringen«, bilanzierte Astrid Dietmann-Quurk, die Geschäftsführerin der »Aktion Perspektiven«, unter deren Regie »Aktino« läuft. Auch »Aktion«-Vorsitzende Inge Bietz freute sich bei einem Pressegespräch darüber, dass die Angebote gut angenommen werden. »Es macht große Freude zu sehen, welche positiven Auswirkungen beispielsweise die Freizeiten auf die Frauen haben. Sie kehren stets motiviert und selbstbewusst in ihren Alltag zurück«, sagt sie.

Die Beratungsstelle in der Sudetenlandstraße 1, das betonte auch Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich während eines Pressegesprächs, diene auch der Entlastung und der Ergänzung der Regeldienste des Jugendamtes. Daher unterstütze die Stadt die Projekte von »Aktino« sowohl ideell als auch finanziell. »Die Angebote sind für die Nordstadt von enormer Bedeutung«, sagt sie.

Dass das Konzept auch in der Praxis gut läuft, ist dem engagierten Team zu verdanken: Kerstin Hoffmann, Ralf Gockel, Sophie Weckmüller und Friederike Henn stehen den Klienten für Gespräche und Beratungen zur Verfügung, sie organisieren aber auch
Gruppentreffen wie das interkulturelle Frauencafé oder gemeinsame Unternehmungen. Ein wertvoller Mosaikstein innerhalb des Angebotsnetzes sind die Elternkurse, die in Kindertagesstätten stattfinden. In den Beratungsstunden geht es häufig um familiäre Probleme aller Art, aber oft auch um die finanzielle Situation. Seit der Umstellung auf Hartz IV habe sich durch Kürzungen und verstärkte Kontrollen der Druck auf die jungen Menschen sehr verstärkt, stellen die Berater fest.

Auf Initiative des Trägerverbundes Gießener Nordstadt, dem damaligen Betreiber des Stadtteilzentrums, wurde im Jahr 2000 mit dem Jugendamt der Stadt Gießen und den anderen im Stadtteil aktiven Jugendhilfeträgern eine ausführliche Bedarfsanalyse erstellt, die dazu führte, dass die Aufgaben zwischen dem Jugendzentrum Holzwurm und der »Aktion Perspektiven« neu geordnet wurden. Der Jugendtreff Rodtberg, den die »Aktion« seit 1989 bestrieben hatte, wurde 2001 geschlossen, die bewährten Gruppenangebote und das Frauencafé blieben bestehen. Als neuer Arbeitsschwerpunkt wurden Einzelfallhilfen etabliert, die es zuvor zu wenig gegeben hatte, erläuterte Dietmann-Quurk.

Sie erinnerte daran, dass der ehemalige Jugenddezernent Gerhard Merz und sein damaliger persönlicher Referent und Nordstadt-Koordinator Thorsten Schäfer-Gümbel diese Prozesse rund um das Städtebauprogramm »Soziale Stadt« und dessen begleitende soziale Maßnahmen mit viel »Sachverstand und Herzblut« vorangetrieben hatten.

Die Stärke von »Aktino« ist es, schnell auf Probleme reagieren zu können und beratend einzugreifen, sich aber dann zurückzuziehen, wenn der Klient bzw. die Klientin auf »einem guten Weg ist«. Das Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe steht stets im Mittelpunkt.

Eine gute Zusammenarbeit mit Kindertagesstätten, Schulen, dem Jugendamt, Kirchengemeinden, Erziehungsberatungsstellen, dem Suchthilfezentrum und anderen sorgen gemeinsam dafür, dass individuelle und aufeinander abgestimmte Hilfen möglich sind und nicht aus jedem Problem ein »Fall« wird«.

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