01. Juli 2014, 20:48 Uhr

Burenziegen pflegen seit 2011 den Hang am Schiffenberg

Gießen (alb). Burenziegen stammen – wie es schon der Name vermuten lässt – aus Südafrika. Doch ihnen schmecken auch Pflanzen aus der hiesigen Region, wie seit 2011 auf dem Schiffenberg ersichtlich ist. Seit dieser Zeit weiden etwa 20 Burenziegen am Südhang ,direkt unterhalb der historischen Klostergebäude.
01. Juli 2014, 20:48 Uhr
Keine Probleme mit dem steilen Gelände haben die Burenziegen auf dem Hang unterhalb des Schiffenberges. (Foto: alb)

Am Sonntag luden ihre Betreuer, die Herdbuchzüchter Mischa Stillger und Sandra Retzel aus Alsfeld, sowie der Hessische Ziegenzuchtverband interessierte Bürger zu zwei Führungen entlang des großflächig eingezäunten Gebietes ein.

Keine Probleme beim Klettern

Auftraggeber des Projekts zur Landschaftspflege ist das städtische Umweltamt; initiiert wurde es durch den Kontakt zur Heimatvereinigung Schiffenberg. Der besonders steile Bereich des Hanges ist mit Maschinen nicht zu bestellen, weshalb man sich für die Pflege durch Nutztiere entschied. Die Ziege hat neben Rind und Schaf das breiteste Fraßspektrum. Sie »frisst auch lieber mal die Blätter vom Busch und lässt dafür das saftige Gras stehen«, so Stillger. Außerdem bereite ihr als Kletterspezialistin das Gelände keinerlei Probleme. Gerade dem Fressverhalten kommt eine große Bedeutung zu, da Neubewuchs in dem gelichteten Bereich von den Tieren zurückgehalten gezielt werden solle.

Stillger, Doktorand an der Professur für Haustier- und Pathogenetik der Justus-Liebig-Universität und seit Anfang April neuer Jagdpächter der Gemarkung Leusel in Alsfeld, hob auch den denkmalpflegerischen Aspekt hervor. Der Südhang des Schiffenberges bestehe aus drei ehemals von den Klostermönchen für Pflanzungen genutzten Terrassen. Während bei einer Zuwucherung Baumwurzeln die Trockenmauern schädigen würden, halten die Ziegen diese durch Abfressen frei und in ihrer ursprünglichen Form.

Mitglieder des Hessischen Ziegenzuchtverbandes boten derweil an einem Stand auf dem Parkplatz unterschiedlichste Ziegenprodukte – etwa Wurst und verschiedene Käsesorten – zur Verkostung an. Als er auf die Vermüllung des Hanges zu sprechen kam, wurde Mischa Stillger ernst. Diese sei ein ernsthaftes Problem. Insbesondere zu Beginn des Projektes hätten die Ziegen viel Unrat auf den Weiden freigelegt, und auch heute noch finde er nach Veranstaltungen am Schiffenberg oftmals Glasscherben oder ähnliches im Gras, was eine erhebliche Verletzungsgefahr für die Tiere darstelle. Gleiches gelte für wahlloses Füttern durch Touristen, wovon die Besucher des Gießener Hausbergs doch bitte Abstand nehmen sollten.

Aus Südafrika stammend, wurden die Tiere um 1970 erstmals in Deutschland verbreitet. Es handelt sich um eine der wenigen reinen Fleischziegenrassen hierzulande; das heißt, dass sie nicht in der Milchproduktion Verwendung findet und nicht gemolken werden muss. Sie gilt als sehr robust bildet auch bei nur kargem Futter eine gute Muskulatur aus.

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