18. April 2018, 21:43 Uhr

Der digitale grüne Daumen

18. April 2018, 21:43 Uhr
Staatssekretär Patrick Burghardt scannt den QR-Code ein. Prof. Volker Wissemann liefert im Hintergrund Informationen. (Foto: chh)

Digital ist besser: Was die Hamburger Rockband Tocotronic schon 1995 sang, ist heute auch in vielen politischen Bereichen Credo. Die Digitalisierung, sei es in der Arbeitswelt, den Schulen oder im Gesundheitswesen, schreitet unaufhörlich voran. Im internationalen Vergleich hinkt Deutschland auf diesem Gebiet trotzdem hinterher. Allerdings nicht, wenn es um den digitalen grünen Daumen geht. Das hat Staatssekretär Patrick Burghardt am Dienstag bei einem Besuch des Botanischen Gartens erfahren.

800 Pflanzen im digitalen Archiv

Schon in den Morgenstunden taucht die Sonne den Garten in ein besonderes Licht. Viele der insgesamt rund 7500 Pflanzen recken ihre Hälse aber nur zögerlich gen Himmel, der Winter steckt ihnen noch immer in den Knochen. Beziehungsweise in den Wurzeln. Wie die Pflanzen in voller Blüte aussehen, können die Besucher und Studenten aber auch jetzt schon sehen – indem sie ihr Smartphone zücken und den an den Hinweisschildern angebrachten QR-Code scannen. Schon seit einigen Jahren gibt es dieses Projekt namens »Querbeet«, das den Handy-nutzern eine umfassende Datenbank bietet, die viele Informationen sowie Fotos der gesamten Vegetationsperiode bereithält. Unterteilt ist die Sammlung in drei Themenbereiche: veterinärmedizinisch relevante Pflanzenarten, Pflanzenwelten der Antike sowie neuerdings Pflanzen, die mit dem Evolutionsforscher Charles Darwin in Verbindung stehen. Derzeit sind gut 800 Pflanzen in der Datenbank enthalten, sie soll in den kommenden Jahren aber weiter wachsen. Ein Service, von dem nicht nur Besucher, sondern auch die Studenten profitieren. Und auch Schüler, wie der wissenschaftliche Leiter Prof. Volker Wissemann beim Rundgang betonte. »Lehrer können sich auf unserer Internetseite die QR-Code-Sammlung zur Integration in den Unterricht herunterladen.« Ein Aspekt, der Staatssekretär Burghardt besonders gefiel. »Das macht das Lernen attraktiver.« Dies sei aber nur ein Grund, warum das Land Hessen die Entwicklung von »Querbeet« mit insgesamt 187 000 Euro unterstützt habe. Das Angebot mache den Botanischen Garten noch wissenschafts-, ausbildungs- und nutzerfreundlicher. Zudem sei er einer der wenigen in Deutschland und der Erste in Hessen, der über eine solche Technik verfüge.

Nach dem kleinen Exkurs in den digitalen Part des Gießener Stadtgartens begutachtete Burghardt noch die gegenüberliegende Hermann-Hoffman-Akademie für junge Forscher, die das Land mit insgesamt 1,3 Millionen Euro ebenfalls bezuschusst hat. Und auch die Bauarbeiten an den Gewächshäusern waren Thema beim Besuch des Staatssekretärs, schließlich wird das Vorhaben mit 4,7 Millionen aus dem Hochschulpakt 2020 von Land und Bund gefördert. »Durch das neue Palmenhaus werden wir die doppelte Menge an Studenten durch den Garten schleusen können«, freute sich Wissemann.

Einweihung in zwei Jahren

In zwei Jahren sei mit der Einweihung zu rechnen. Der technische Leiter Holger Laake fügte an, dass als Nächstes Tiefbauarbeiten anstehen. Unter anderem werden die Versorgungsleitungen verlegt, vor allem jene für die Entwässerung. »Bei den Arbeiten ist die Hessenarchäologie stets eingebunden«, betonte Laake. Sollten die Archäologen keine bedeutenden Funde machen, stünde einer Einhaltung des Zeitplans nichts mehr im Wege.

Trotz der Arbeiten können die Gießener auch weiterhin ihren Stadtgarten besuchen. Bald wird er noch farbenprächtiger sein. Denn schon Tocotronic wusste: »Die Bäume werden doch auch von selber grün.«

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