15. Oktober 2019, 22:02 Uhr

Die Rückkehr kommt näher

15. Oktober 2019, 22:02 Uhr
Ullrich und Carmen Sommer zeigen einen Cha-Cha-Cha im Stil der Siebziger.

Scherben bringen früher oder später Glück und Sekt sorgt bis dahin für die notwendige Heiterkeit. Das kleine Malheur während der Feier zum 90-jährigen Bestehen des Rot-Weiß-Clubs Gießen am Sonntagmittag entpuppte sich bei genauerem Hinsehen also als gutes Omen. In einem Nebenraum im Vereinsheim des Fanfarenzugs Hansa gingen einige gefüllte Sektgläser zu Bruch. Warum der Tanzsportverein unverhofftes Glück bestens gebrauchen kann, erklärte den Gästen fast zeitgleich Lullu Kühle. Mit dem vergangene Woche erfolgten Spatenstich für das neue DLRG-Vereinsheim sähen auch die Tänzer als Untermieter der Lebensretter pünktlich zum 90. Geburtstag wieder »Licht am Ende des Tunnels«, sagte die Vorsitzende.

Sämtliche Grußworte standen mehr oder minder unter dem Eindruck des verheerenden Brandes vom 7. Januar 2017 und seiner Folgen. »Wenn mal angefangen wird zu bauen, dann wird’s auch fertig«, äußerte Regierungspräsident Christoph Ullrich als Erster Zuversicht für die nähere Zukunft der etwa 350 Rot-Weißen. Die Jubilare lobte er, ebenso wie nach ihm Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz, besonders wegen ihrer regen Jugendarbeit. Ullrich überbrachte zudem einen Scheck des Ministerpräsidenten. Grabe-Bolz hatte zwar kein Geld dabei, sicherte aber größtmögliche Unterstützung der Stadt zu, damit der Club alsbald wieder in seine Heimat im Uferweg zurückkehren kann.

Prof. Herbert Zielinski, der Sportkreis-Vorsitzende, sprach von einem »nicht üblichen Jubiläum«, das perfekt zum Jubilar passe: »Der Verein hat ja auch keine normale Zeit hinter sich.« Und der Vizepräsident des Hessischen Tanzsportverbandes, Wolfgang Thiel, wollte am Sonntag eigentlich mit seiner Frau in Dublin sein - dachte schließlich aber: »Gießen first!«. Daheim in Hessen erinnerte er an die Anfänge des Rot-Weiß-Clubs. Im Oktober 1929 gegründet, seien dessen frühe Jahre »in eine sehr, sehr schwierige Zeit gefallen«. Zwei Wochen nach der Gründung begann die Weltwirtschaftskrise, später der Zweite Weltkrieg. Und das Tanzen? Habe in Gießen erst seit Kriegsende einen »echten Aufschwung« erlebt, so Thiel.

Diese Tatsache hinderte die Nostalgieformation der Tanzschule Schöffl allerdings nicht, die Gäste tanzend mit in die »Goldenen Zwanziger« zu nehmen. One Step, Tango und Charleston hatten die Profis aus Montabaur mitgebracht - und natürlich Kostüme im Stil der Zeit. Einen 70er-Jahre-Cha-Cha-Cha boten gleich zu Beginn der Feierstunde Ullrich und Carmen Sommer, zwei der erfolgreichsten Rot-Weißen der Gegenwart. Eher in die Vergangenheit ging es dagegen zum Abschluss mit Dr. Kai Maaß und seinem Vortrag über die Vereinsgeschichte.

Eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart schlugen zwischendurch diverse Ehrungen langjähriger Mitglieder sowie die Verleihung der Verdienstnadel in Silber des Hessischen Tanzsportverbandes an die Vereinsvorsitzende Kühle und Pressereferentin Gitta Kraushaar. Beide sind mehr als 20 Jahre im Club und dort seit langer Zeit ehrenamtlich engagiert. Die Feierstunde war Teil eines Festwochenendes. Bei diversen Workshops und Kursen stand thematisch vor allem der Hobbytanzsport im Mittelpunkt.

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