17. Oktober 2018, 14:00 Uhr

Direktkandidaten

Direktkandidat für Gießen: So will Diego Semmler bei der Landtagswahl 2018 überzeugen

Diego Semmler will von Laubach in den Landtag. Der Spitzenkandidat der Freien Wähler steht dabei vor zwei großen Hindernissen. Die GAZ-Serie über heimische Direktkandidaten stellt den Mann vor.
17. Oktober 2018, 14:00 Uhr
Diego Semmler am Gießener Bahnhof. Der ÖPNV ist für ihn ein zentrales Thema. (Foto: ep)

Direktkandidaten Gießen I

Die Direktkandidaten für Gießen, Biebertal, Heuchelheim, Lollar, Staufenberg und Wettenberg im Porträt.

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Diego Semmler eilt mit seinem Rollkoffer in das Mr. Jones am Bahnhof. Der 31-Jährige ist soeben mit dem Zug aus Frankfurt gekommen, wo er als Unternehmensberater nicht nur arbeitet, sondern von Montag bis Freitag auch in einem Hotel wohnt. Seine Heimat Laubach kriegt der promovierte Physiker also nur am Wochenende zu sehen. Kein Wunder, dass der Bus- und Bahnverkehr in Semmlers Wahlprogramm eine zentrale Rolle einnimmt: »Der ÖPNV wird für unsere Mobilität immer wichtiger. Nach Frankfurt zum Beispiel stößt die Autobahn an ihre Grenzen. Eine effiziente Mobilität geht nur mit dem ÖPNV – auch in Gießen.«

Doch die Mobilität ist nicht das einzige Wahlkampfthema, das eng mit Semmlers Lebenswelt verknüpft ist. Der Laubacher spricht sich zum Beispiel für eine Stärkung des ländlichen Raums aus – und will auf diesem Wege mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen. »Nehmen Sie zum Beispiel die Wohnungsnot. Es ist natürlich wichtig, mehr Sozialwohnungen zu bauen. Allerdings ist man da in den Städten begrenzt. Auf dem Land hätten wir hingegen genug Kapazitäten. Man müsste es nur attraktiver gestalten«, sagt der 31-Jährige und zählt unter anderem schnelles Internet, mehr Arbeitsplätze und eine bessere Ärzteversorgung auf.

Wir wollen nachhaltig Erfolg haben und kein Strohfeuer sein

Diego Semmler

Mit seinen 31 Jahren ist Semmler der jüngste der Gießener Direktkandidaten, an Erfahrung mangelt es ihm jedoch nicht. Bereits bei der Kommunalwahl 2006 tauchte der Sohn des Laubacher FW-Fraktionsvorsitzenden Günther Semmler auf der Liste der Freien Wähler auf, er zog auch in den Ortsbeirat der Laubacher Kernstadt ein. Im selben Jahr absolvierte er übrigens auch sein Abitur und sorgte bei »Jugend forscht« für Furore. Heute zählt der 31-Jährige neben der Politik auch das Programmieren und das Erstellen von Websites zu seinen Hobbys.

Und wie schätzt der nüchterne Zahlenmensch seine Chancen ein, am 28. Oktober in den Hessischen Landtag gewählt zu werden? »Mit Platz 4 auf der Landesliste werde ich sicher in den Landtag einziehen«, sagt Semmler bestimmt, fügt aber auch nahtlos an: »Falls die Freien Wähler die Fünf-Prozent-Hürde schaffen.« Und hier liegt das Problem: Hessen ist nicht Bayern, wo die Freien Wähler gerade 11 Prozent eingefahren haben. Bei den hiesigen Umfragen läuft die FW unter »Sonstige«, bei der Wahl vor fünf Jahren landeten sie bei 1,2 Prozent. Trotzdem erhofft sich Semmler einen positiven Effekt durch die Wahl in Bayern. »Die Freien Wähler sind im Moment deutlich im Aufwind.« Das Ziel sei daher, besser zu werden als 2013. »Ich glaube, das gelingt uns auch. Wir haben heute viel mehr Mitglieder und Direktkandidaten.«

Eine konkrete Prognose lässt sich der Laubacher aber nicht entlocken. »Ich würde mich natürlich freuen, wenn es klappt. Aber das ist nicht alles. Uns geht es darum, Sachthemen zu bearbeiten. Wir wollen nachhaltig Erfolg haben und kein Strohfeuer sein.«

Info

Drei Fragen an Diego Semmler

Warum sind Sie die beste Wahl für unseren Wahlkreis?

Als Naturwissenschaftler bin ich geübt darin, mich schnell in komplexe Sachverhalte einzuarbeiten sowie mit vielen Zahlen umzugehen. Als Freier Wähler bin ich unabhängig und kann Themen nach Sachlage entscheiden. Diese Dinge werden mir helfen, im Landtag gute Politik für Hessen zu machen.


Welches Anliegen wäre Ihnen als Abgeordneter am wichtigsten?

Mir liegt der Zusammenhalt der Gesellschaft besonders am Herzen. Neben der sozialen Gerechtigkeit ist Bildung der wichtigste Kitt. Darum setze ich mich für bezahlbare Mieten, besseren und kostenlosen öffentlichen Nahverkehr sowie für eine qualitativ hochwertige und kostenlose Bildung ein – von der Kita über die Schule bis zur Universität und der Erwachsenenbildung.


Über welche zwei Zahlen würden Sie sich am 28. Oktober bei der 18-Uhr-Prognose für Hessen am meisten freuen und warum?

Ich würde mich natürlich über jedes Ergebnis der Freie Wähler freuen, bei dem mindestens eine 5 vor dem Komma steht, weil ich in diesem Fall ab dem nächsten Jahr einen spannenden neuen Arbeitsplatz habe.

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