27. November 2018, 21:27 Uhr

Doppeltes Gruseln im Märchenwald

27. November 2018, 21:27 Uhr
LWG
Die Hexe schmort im Ofen und die Familie ist wieder vereint. Auch die Lebkuchenkinder wurden von Hänsel (3. v. l. Mariëlle Bilderbeek) und Gretel (4. v. l. Elisabeth Haag) befreit.

»Hänsel und Gretel verirrten sich im Wald« – wer glaubt, die Geschichte zu kennen, auf den warteten bei der musikalischen Reise durch den Märchenwald die eine oder andere Überraschung und Kinder wie Erwachsene wurden aufs Neue verzaubert. Die Kommunale Musikschule führte am Samstag und Sonntag die Märchenoper »Hänsel und Gretel« mit einer Besetzung aus Musikpädagogin Gabriela Tasnadis Gesangsklasse auf und erntete anhaltenden Applaus.

Es handelt sich hierbei um die Oper mit romantischem Orchester aus den frühen 1890er Jahren nach Engelbert Humperdinck (Komposition) und seiner Schwester Adelheid Wette (Libretto). Unter der künstlerischen Leitung von Gabriela Tasnadi wurde das Stück als Oper am Klavier mit Hermann Wilhelmi adaptiert.

Immer wieder setzt die Geschichte auf starke Emotionen und deren Auf und Ab: Obwohl die Familie von Hungersnot geplagt ist, haben Hänsel (Mariëlle Bilderbeek) und Gretel (Elisabeth Haag) noch nicht vergessen zu spielen. »Mit den Füßchen tapp tapp tapp, mit den Händchen klapp klapp klapp«, macht Gretel es ihrem Bruder tanzend vor. Erst als sie sich im Wald verirren, wird die Stimmung düsterer und Mutter (Anke Haas) und Vater (Filip Schuffert) begeben sich auf die Suche. Zum Glück schwebt in der Nacht der Kinder- und Jugendchor der Musikschule als Engel verkleidet durch die Zuschauerreihen auf die Bühne und wacht über die Geschwister. Am nächsten Tag erscheint das Knusperhäuschen und schon bald schaut die Hexe (Lea Schubert) mit knarzender Stimme dahinter hervor. Der Ritt auf ihrem beleuchteten Besen erzeugte vor allem bei den jüngeren Zuschauern große Augen.

»Kein Konzert, sondern eine Oper«

Nach den im Januar begonnenen Proben freuten sich das Ensemble und die gesamte Musikschule, das Stück endlich auf der Bühne präsentieren zu können. Außer der professionellen Opernsängerin Anke Haas traten Laiendarsteller auf. »Besonders für sie ist es ein tolles Gefühl, eine ganze Oper von Anfang bis Ende erlebt zu haben«, erzählte Tasnadi. Die letzten Proben im Hermann-Levi-Saal seien deshalb wichtig gewesen, damit die Darsteller sich an die vergleichsweise größere Bühne gewöhnen konnten. Tasnadi betonte, dass es »schließlich kein Konzert, sondern eine Oper ist«, bei der neben dem Gesang auch die schauspielerische Leistung sitzen muss. (Foto: lwg)



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