31. August 2018, 12:00 Uhr

Geheime Wahl

Dritte Amtszeit für Grünen-Politikerin Weigel-Greilich

Kein Wackler in der Gießener Kenia-Koalition: In geheimer Wahl erhält die künftige Stadträtin Gerda Weigel-Greilich (Grüne) im Stadtparlament alle Stimmen von SPD, CDU und Grünen.
31. August 2018, 12:00 Uhr

Von Burkhard Möller , 3 Kommentare
Blumen für die Stadträtin: Gerda Weigel-Greilich freut sich über ihre Wahl. (Foto: mö)

Für ihre Informationspolitik zu den Kostensteigerungen beim Durchstich zur Lahn sollte sie gerügt werden, aus ihrem Heimatdorf Allendorf gab es in den letzten Tagen Kritik wegen der Bebauung in der Aubach: Wer gedacht oder gehofft hatte, dass sich dies auf die Wahl der bisherigen Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich zur Stadträtin auswirken würde, wurde am Donnerstagabend im Stadtparlament von der Kenia-Koalition eines Besseren belehrt. Die Grünen-Politikerin konnte in geheimer Wahl wohl alle Stimmen der 33 anwesenden Stadtverordneten von SPD, CDU und Grünen auf sich vereinigen. Die 15 Gegenstimmen dürften ausnahmslos von der Opposition gekommen sein.

Damit geht die 59-jährige frühere Unibedienstete in ihre dritte Amtzeit, die 2024 endet. In einer kurzen Rede nach ihrer Wahl sagte Weigel-Greilich, damit könne sie ihrer »Leidenschaft«, Politik und ein Gemeinwesen wie die Stadt Gießen zu gestalten, weiter nachgehen. »Ich hoffe, wir können auch hier unsere bisher vertrauensvolle Zusammenarbeit fortsetzen«, sagte sie an die Fraktionen gerichtet.

Ein Bewerber zieht zurück

Zum Tagesordnungspunkt »Wahl einer hauptamtlichen Stadträtin« hatte es in Abwesenheit der Betroffenen nur drei Wortmeldungen gegeben. Frank Schmidt (SPD), Vorsitzender des Wahlvorbereitungsausschusses, teilte mit, dass es zunächst zwei Bewerbungen gegeben hatte, aber nachdem der nichtöffentlich tagende Ausschuss eine Empfehlung zugunsten von Weigel-Greilich abgegeben habe, sei der/die zweite Bewerber/in abgesprungen. Der Name dürfe aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht genannt werden.

Grünen-Fraktionschef Klaus-Dieter Grothe lobte anschließend die »hohe Sachkompetenz, Durchsetzungsfähigkeit und Geradlinigkeit« seiner Parteifreundin. Gerade zuletzt habe sie sich in der Debatte um die Brutto-Netto-Verwechslung bei den Durchstich-Kosten »in vorbildlicher Weise vor die Verwaltung gestellt«, sagte Grothe.

Keine Einbuße beim Gehalt

Dagegen bilanzierte Michael Janitzki (Gießener Linke), Weigel-Greilich habe in ihrer bisherigen Amtszeit »so gut wie keine grünen Duftmarken gesetzt«. Vielmehr habe sie als Planungs- und Baudezernentin die investorenfreundliche Politik ihres Vorgängers Thomas Rausch (CDU) nahtlos fortgesetzt. »Bauen, bauen, verdichten um jeden Preis und eine Baumfällerei bis zum Gehtnichtmehr«, kritisierte Janitzki.

Ihr Amt als Stadträtin wird Weigel-Greilich am 1. November antreten, gleichzeitig wird Stadtrat Peter Neidel (CDU) neuer Bürgermeister. An der Geschäftsverteilung im hauptamtlichen Magistrat ändert sich nichts; die Grünen-Dezernentin bleibt zuständig für die Umwelt, die öffentlichen Grünflächen, das Jugendamt, die Baugenehmigungen und die städtischen Liegenschaften. Verlieren wird Weigel-Greilich als Stadträtin gemäß der hessischen Besoldungsordnung zwar eine Gehaltsstufe, aber kein Geld. Im November wird sie 60 und erhält als Bürgermeisterin a.D. anteilig eine Pensionszahlung.

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