04. November 2018, 20:52 Uhr

Hospiz- und Palliativversorgung

Ein Zeichen setzen für Sterben in Würde

04. November 2018, 20:52 Uhr
Holger Hauch

Gießen (cg). Fast 2000 Organisationen und nahezu 23 000 Einzelpersonen haben es schon getan, doch es sollen noch viel mehr werden. Am 12. November gibt es im Rathaus ab 17 Uhr eine Unterschriftenaktion der besonderen Art: Der 3. Tag der Hospiz- und Palliativversorgung für Kinder und Jugendliche steht unter dem Motto: »Wir unterzeichnen die Charta«. Die »Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland« setzt sich für Menschen ein, die aufgrund einer lebensbegrenzenden Erkrankung mit Sterben und Tod konfrontiert sind.

Anmeldung erforderlich

Sie wurde 2010 veröffentlicht und beinhaltet fünf Leitsätze. Oberstes Ziel ist es, ein Sterben in Würde zu ermöglichen. Inhaltlich wird dies mit Zielen formuliert, in denen es um die Etablierung von flächendeckender Palliativversorung, Fort- und Weiterbildung, Forschung sowie internationaler Vernetzung geht. »Es wird kaum jemanden geben, der das nicht gutheißt, aber uns geht es darum, zu einer Haltung zu diesem Thema zu ermuntern«, sagt Dr. Holger Hauch, Facharzt für Kinderheilkunde und Leiter des Palliative Care Teams für Kinder und Jugendliche am UKGM. Gemeinsam mit dem Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst sorgt das Team dafür, Kindern und Eltern Sicherheit zu geben, es betreut sie in ihrem häuslichen Umfeld. »Es geht um Lebensverlängerung, aber vor allem um Lebensqualität«, sagt Hauch. Das betrifft die optimale medizinische Versorgung, aber auch den Alltag. Die Patienten wollen spielen, lachen, lernen, Quatsch machen – sie wollen so normal sein dürfen wie gesunde Kinder.

Rund um die Uhr für Familien da

Derzeit werden im Einzugsbereich des Palliative Care Teams 17 Patienten versorgt. Sie leiden an inoperablen Herzfehlern, an Krebs oder Stoffwechselerkrankungen. Die Mitarbeiter – Ärzte, Krankenschwestern und eine Psychologin – sind rund um die Uhr für die Familien da. Unterstützt werden Hauch und seine Mitarbeiter von der Deutschen Palliativ Stiftung, von Palliativ Pro und vom Fachverband SAPV. Hauch: »Ohne diese Hilfe könnten wir nicht existieren«. Aber der Mediziner möchte auch jene erreichen, die mit Krankheit, Sterben und Tod nichts zu tun haben wollen. Ihm ist bewusst, dass sich niemand gerne und freiwillig damit auseinandersetzt – aber eine klare Position zu diesem Teil des Lebens sei ein Gewinn für die ganze Gesellschaft, ist er sicher. »Wir leben in einem großartigen Land mit beneidenswerten Strukturen, wir haben allen Grund, mutig und stark zu sein«. Seiner Erfahrung nach sind die meisten Menschen empathisch und aufgeschlossen, wenn sie eine persönliche Beziehung zu dem haben, der ihrer Hilfe bedarf. Diese positive Eigenschaft möchte er nutzen und mit der gemeinsamen Unterzeichnung der Charta dokumentieren. Eingeladen sind in erster Linie Multiplikatoren: OB und Landrätin, Ärzte, Krankenschwestern, Pfleger, Sozialverbände, aber auch Einzelpersonen. Anmeldung unter: Tel. 0641/985 4 39 06. (Foto: Schepp)

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