08. September 2019, 16:26 Uhr

Emotionale Momentaufnahmen

08. September 2019, 16:26 Uhr
EGB
Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der Clowndoktoren wird auf Initiative des Vereins Ehrenamt Gießen im Rathaus eine Ausstellung gezeigt. (Foto: egb)

Dass Lachen helfen kann zu heilen, hat sich in der 25-jährigen Geschichte der Clowndoktoren schon viele Male gezeigt. Seit 1994 besuchen die »lustigen Ärzte« Kinder in Kliniken, um ein wenig Abwechslung in den tristen Klinikalltag der jungen Patienten zu bringen. Mit einer großen Portion Humor verjagen sie für eine Weile die Sorgen aus den Krankenzimmern und sorgen für Aufmunterung bei Kindern und deren Eltern. Auch Senioren in Pflegeheimen können sich seit 2009 an den »Spaßvisiten« erfreuen.

Im Gießener Rathaus ist jetzt eine Wanderausstellung eröffnet worden, die anhand von Fotos und Cartoons erstmals Einblicke in die Arbeit der Clowndoktoren gewährt. Die Bilder, die emotionale Momentaufnahmen aus vergangener sowie heutiger Zeit zeigen, stammen unter anderem von Kurator Mario Diener. Er ist seit 2013 Mitglied des Vereins der Clowndoktoren und dort als ehrenamtlicher Fotograf tätig. Die Fotografien werden ergänzt durch Cartoons von Dietmar Bertram, der auch als Clown »Dr. Doktor« bekannt ist.

Die Szenen illustrieren Erlebnisse aus dem Alltag von Bertram und den anderen 32 Clowndoktoren. So ist beispielsweise in einem Cartoon ein kleiner Junge zu sehen, der das Krankenhaus nicht verlassen möchte, obwohl er wieder gesund ist, nur, um die Clowns noch einmal zu sehen. Momente wie diese zeigen, dass die Arbeit der ehrenamtlichen Doktoren, die sich ausschließlich aus Spendengeldern finanziert, gut ankommt. Seit knapp 20 Jahren sind die Männer und Frauen mit den roten Nasen und lustigen Klamotten auch in Gießener Krankenhäusern aktiv. Mit einem Trainingsprogramm werden die humorvollen Doktoren für die Arbeit am Krankenbett geschult, wodurch sie in der Lage sind, situationsabhängig zu erkennen, welche »Therapie« ein Patient gerade benötigt.

Viel Leidenschaft in der Arbeit

Bei der Vernissage am Freitag dankte Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz dem Verein Ehrenamt Gießen, der die Bilderausstellung mit dem Titel »Lichtblicke« organisiert hatte. Sie betonte außerdem, dass auf den Fotos sehr gut zu sehen sei, wie viel Leidenschaft in der Arbeit der Clowns stecke.

Für Angelika Nailor, Geschäftsführerin von Ehrenamt Gießen, stellt das Projekt eine Herzensangelegenheit dar. »Es ist unglaublich, was diese Menschen leisten und darum ist es wichtig, dass für die Clowndoktoren speziell auch in Gießen mehr Werbung gemacht wird«, sagte sie bei der Eröffnung. Auch Rainer Bormuth, Geschäftsführer der Clowndoktoren, wies auf die Wichtigkeit der Tätigkeit hin und erzählte davon, welchen positiven Effekt die regelmäßigen Visiten gerade auch auf Senioren im Pflegeheim hätten. Sie seien teilweise ansprechbarer, auch das Pflegepersonal erkenne so manch einen Patient nach einem Besuch der Clowns kaum wieder.

Die Ausstellung soll Rüdiger Fritz gewidmet werden. Der Direktor der Sparda-Bank, der mit Nailor die Organisation des Projekts übernommen hatte, ist vergangene Woche verstorben. Zu sehen sind die Cartoons und Fotografien im Atrium des Rathauses bis zum 4. Oktober. Wer die Clowndoktoren persönlich kennenlernen möchte, kann dies auf dem Fest zum Weltkindertag am Sonntag, 22. September, im Stadtpark Wieseckaue tun, dort wird der Verein mit einem Informationsstand vertreten sein.

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